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„Und dann fangen wir von vorne an“ – Theodor Bergmann im Gespräch

Im Gespräch mit dem Publikum beantwortet Prof. Dr. Theodor Bergmann Nachfragen und kritische Anmerkungen.

Am 7. März 1933, fünf Tage nach seinem Abitur und zwei Tage nach den „Wahlen“ vom 5. März, verließ der 17-jährige Jude Theodor Bergmann morgens in aller Frühe fluchtartig Berlin.
Die Gestapo war der 10-köpfigen Familie auf den Fersen. Der Vater war Rabbiner, seine Brüder in der SPD oder wie er in der KPD-Opposition um die Zeitung Gegen den Strom. Seine Flucht führte ihn nach Palästina. Bis 1936 lebte und arbeitete er dort am Aufbau einer jüdischen Staatsexistenz, bevor er 1936 nach Europa zurückkehrte.

In der Tschechoslowakei versuchte er neben seinem Studium der Agrarwissenschaft den Widerstand gegen Hitler zu organisieren. Sofort nach dem Münchener Abkommen verließ der das Land, strandete in Schweden, wo er bis 1946 in der Landwirtschaft tätig war. Viele seiner Familienangehörigen und Freunde fielen der NS-Vernichtungsmaschinerie zum Opfer.

Theodor Bergmann kehrte 1946 nach Deutschland zurück, um nach der Befreiung vom Nationalsozialismus für seine politischen Ziele zu ringen. „Ich blieb lieber im Westen im Kapitalismus als im Osten, wo der Stalinismus kommandierte.“ Nach verschiedenen Anstellungen im Agrarbereich ging er an die Universität Stuttgart/Hohenheim, promovierte 1955 und war von 1973-1988 Professor für Agrarpolitik. Zahlreiche Forschungs- und Beratungsreisen führten ihn und seine Frau Käthe in alle Regionen der Welt. Theo Bergmann versteht sich bis heute als ein „kritischer Kommunist“. Die Geschichte der Verlierer, der Verfemten und Verfolgten zu schreiben, ihre Verdienste und Irrtümer im Ringen um eine bessere Gesellschaft nicht ins Vergessen geraten zu lassen, ist ein zentrales Anliegen seiner immer noch unermüdlichen Arbeit. Seit Jahrzehnten tritt er in Wort und Tat gegen Antisemitismus von rechts und links für das Recht des jüdischen Volkes auf seine staatliche Existenz in Israel ein.

Zeit:Donnerstag, 12. Juli 2012, 19.00 Uhr
Ort: Synagoge Celle, Im Kreise 24
Gespräch: Dr. Peter Schyga im Gespräch mit Prof. Dr. Theodor Bergmann

Foto: Gottfried Stoppel
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