100 Jahre Modehaus Dobberkau in Lachendorf

Modehaus Dobberkau um 1910Während in Celle Modegeschäfte mit jeder Mode kommen und gehen, trotzt gut zehn Kilometer weiter ein Geschäft jeder Krise. Das Mode- und Bettenhaus Dobberkau in Lachendorf feiert heute sein 100-jähriges Bestehen. Und das wird zünftig gefeiert. Nicht nur der Bürgermeister – auch Kunden, Freunde und die gesamte Familie haben sich für heute angemeldet.  Außerdem erhalten alle Kunden ab kommenden Montag zwei Wochen lang 20% auf alle Artikel (außer bereits reduzierte Ware) und ein Präsent.

Das Modegeschäft steht noch genau an dem Ort, an dem es 1910 von Otto Dobberkau eröffnet wurde. In der Ahnsbecker Straße 14 wurden damals hauptsächlich Stoffe angeboten. Kunden konnten sich diese maßschneidern lassen. Noch heute legt die Enkelin des Firmengründers und Eigentümerin Sabine Dobberkau-Höntsch auf individuelle Beratung ihrer Kunden – die Wünsche haben sich freilich im Laufe der Jahre geändert.

„Es gab Zeiten, in denen vor allem die Warenbeschaffung das größte Problem darstellte,“ so die 55-jährige. Ihr Vater, Otto Dobberkau junior, hatte das Geschäft direkt nach dem Krieg 1945 übernommen und zunächst zum Vollsortiment ausgebaut. Neben Bekleidung für Männer, Frauen und Kinder gab es auch Gardinen, Schuhe und Aussteuer. „Mein Vater war nur unterwegs, um an Ware zu kommen“, erinnert sich Sabine Dobberkau-Höntsch, Die Menschen kauften viel, wahrscheinlich auch um gegen andere Sachen einzutauschen.“ Ihre Mutter Anny Dobberkau war in dieser Zeit „das Gesicht“ des Ladens. Einige Kunden kennen die umtriebige Geschäftsfrau noch heute – und das, obwohl Tochter Sabine das Familienunternehmen bereits seit 28 Jahren führt.

Sabine Dobberkau-Höntsch

Foto: Steffen Höntsch

“Mittlerweile haben wir uns auf all das spezialisiert, was vor allem Frauen so brauchen bzw. was Frauen kaufen – eben auch Babyartikel, Hemden sowie Tag- und Nachtwäsche für Herren.“ Man sollte allerdings schon wissen, welche Größe man hat – denn neben Hemden, Stramplern und Blusen suchen Herren vergeblich nach Hosen. Warum? „Weil Männer Hosen anprobieren müssen, darum habe ich die nicht“ ist die kurze, aber einleuchtende Erklärung der Inhaberin. Wenn sich trotzdem jemand mal vergriffen hat, ist ein Umtausch natürlich kein Problem. „Wenn man aber von vornherein auf Qualität setzt statt auf ein billiges Großangebot, dann kommt auch wenig zurück“, sagt die Lachendorferin nicht ganz ohne Stolz.

Sie ist dabei bescheiden genug zu wissen, dass sie gegen das breite Angebot in größeren Städten kaum mithalten kann – aber genau das ist vielleicht ihre Stärke. Die Kunden schätzen die persönliche Beratung und Markenware zu bezahlbaren Preisen. Und Sabine Dobberkau-Höntsch kennt ihre Kunden, „zu 98 Prozent nette Menschen“, mit Namen. Sie weiß, dass sie nicht lange in unpersönlichen Einkaufscentern selbst suchen wollen und von diesen schlichtweg erschlagen werden.

Vielleicht auch ein kleiner Wink auf ähnliche Vorhaben im Nachbarort Celle? Die Mutter von zwei Kindern ist sicher, auch dann noch zu bestehen, wenn sich Celle für ein großes Center ausspricht – vielleicht dann sogar “erst recht”.

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2 Kommentare

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  1. [...] 100 Jahre Modehaus Dobberkau in Lachendorf – CelleHeute [...]

  2. Lothar Daxmann sagt:

    sportsfreunde, freunde des sports, ihr lieben!
    es häng ja auch immer davon ab, ob man die kleidung die einen ver- und umhüllen auch mag. und wie soll ich mir sympatie zu einem stoff abringen, wenn mich schon der einkauf, also die beschaffung fürchterlich stresst und somit dauerhaft negative wellen, wenn eventuell auch nur unterbewusst, direkt mit der neuen “hülle” verkauft werden. so wie einem ein hänchin aus wietze eventuell nicht so gut schmecken wird, wie ein gockel vom dorfbauern so hat doch auch ein zwirn eine ganz andere qualität, wenn man diese negativen wellen nicht auch noch gleich mit in die tüte bekommt. ich, aus der sicht eines sportberichterstatters gesehen, der immer ganz hart an der objektiven sportberichterstattung entlangschneidet und wie immer auf den punkt, werde mir ein gewand ohne “bad touch” leisten, was mir in diesem netten laden kein kunststück zu werden scheint.
    euer lothar daxmann

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