Da muss ein Landkreis schon 125 Jahre alt werden, um erstmals einen Festball in der „Hauptstadt Celle“ auszurichten. Die Menge an politischer und wirtschaftlicher Prominenz ließ zugegeben einen langatmigen Vortragsabend befürchten – keiner fehlte, ob Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende miz Gattin Brigitte, Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode, Bürgermeister aus dem Landkreis, Landtags- und Bundestagsabgeordnete – lediglich Kirsten Lühmann konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen.
Doch offenbar hatte Gastgeber Landrat Klaus Wiswe genug von all den Feierlichkeiten, Festreden und Grußworten der vergangenen Wochen – kaum hatte er die Gäste willkommen geheißen und sich brav bei den Ausrichtern und Organisatoren bedankt, gab er die Tanzfläche frei. Während gewöhnlicher Weise mancher sich erst Mut antrinken muss, war diese innerhalb der ersten Takte von „Love ist in the Air“ bis auf den letzten Quadratmeter gefüllt. Das Erfolgsrezept des Abends heißt ohne Frage „Tin Lizzy“ – Die Coverband beherrschte nicht nur Oldies, sondern gaben sogar Lady Gaga, The Killers oder David Guetta zum Besten. Das gewohnte Fremdschämen vieler Coverbands – hier Fehlanzeige, das hatte wirklich Qualität. Egal an welchem Stehtisch man sich bei den rund 250 Gästen aufhielt – diese Band war Gesprächsthema Nr. 1. Viel Lob auch für die Saaldeko, ausgeführt von der Lebenshilfe. Es gibt im Landkreis offenbar reichlich „versteckte Talente.“ Weitere nennenswerte Inhalte? Wenig – die Musik war laut genug, um große politische Themen zu verhindern, selbst wenn man gewollt hätte – die Botschaft des Abends lautete eindeutig: Feiern! Na dann: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Landkreis Celle.
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