22. Hengstschau der hannoverschen Privatbeschäler – Große Fotogalerie

Vor 23 Jahren wurde der Verein Hannoveraner Privathengsthalter gegründet und von Anfang an arbeitete er eng mit dem Hannoveraner Verband zusammen. Der Verein sieht seine wesentliche Aufgabe darin, aktiv am Zuchtprogramm des Hannoveraners mitzuarbeiten und dadurch den Zuchtfortschritt kontinuierlich voranzutreiben. Seit 1990 steht Norbert Bramlage, Dinklage diesem Verein vor.

Und wie erfolgreich diese Hengsthalter auf ihrem Weg sind, zeigt, dass auch die 22. Hengstschau in der Niedersachsenhalle in Verden das Interesse der Züchter weckte und gut besucht war. Bereits um 14 Uhr war das Forum der Niedersachsenhalle voll besetzt, als die jungen Züchter des BV Stade zu einer Podiumsdiskussion zum Thema neue Hengstleistungsprüfung eingeladen hatten. Erst kurz vor der Schau fand der rege Gesprächsaustausch ein Ende.

Punkt 17 Uhr startete der von Hartmut Kettelhodt und Jan Tönjes moderierte Hengstmarathon. Letztendlich beteiligten sich in diesem Jahr 15 Stationen und die Landgestüte Celle und Sachsen- Anhalt mit 45 Hengsten. Zum dritten Mal wurden alle 4 jährigen gekörten und leistungsgeprüften Junghengste, die sich in der Hannoveranerzucht befinden eingeladen, um dem Züchter einen aktuellen Überblick zu ermöglichen, denn „Hengsthaltung ist kein Selbstzweck, sondern das engagierte, umsichtige Bemühen, gemeinsam mit dem Züchter ein noch„ besseres“ Pferd zu züchten“ so die Leitidee der hannoverschen Privathengsthalter. Elf Vierjährige waren der Einladung gefolgt und wurden von Dr. Werner Schade, Zuchtleiter des Hannoveraner Verbandes fachkundig kommentiert.

Erstmalig vergeben wurde in diesem Jahr der Weltmeyerpreis für den besten jungen Dressurhengst und der Stakkatopreis für den besten Springer. Mit Del Magico v. Dimaggio Z: Stefan Hermann, Northeim, Station Gut Muraunberg, Quasar de Charry v. Quaterback Z: Erika Lütjen, Grasberg, Station Pape, Hemmoor und Spörcken v. Sir Donnerhall I Z: Benedicte Meyer, Boudler Station: Landgestüt Celle erreichten 3 Hengste die begehrte Auszeichnung des Weltmeyerpreises.

Die drei besten Springhengste wurden folgerichtig mit dem Stakkatopreis geehrt:
Sampres v. Stakkato (Gestüt Famos) und Cassillias v. Contendro (Landgestüt Celle) stammen beide aus der Zucht von Dr. Jacobs, Bierbergen, der sichtlich gerührt die Ehrenteller in Empfang nahm. Dritter im Bunde war mit Starpower ein weiterer Stakkatosohn aus der Zucht von Manfred Schäfer, Vechelde. Der Hengst steht bei Henk Nijhof in den Niederlanden auf Station. Locker und geschmeidig, völlig unaufgeregt ein ausgeglichenes Temperament demonstrierend so zeigte sich der elegante Schimmel Del Magico später unter dem Sattel. Gleiches galt für den Landbeschäler Cassillias, der sich am Sprung souverän und überaus vermögend präsentierte. Rittig und elegant wusste Norbert Bramlages Goldfever II v. Grosso Z unter dem Sattel von Markus Hermes zu gefallen.

Zahlreiche Hengste mit Schwerpunkt Springen hatte das Gestüt Famos nach Verden mitgebracht, unter denen ganz besonders der von Karl Brocks vorgestellte Valentinosohn Van Helsing zu gefallen wusste. Doch auch dressurmäßig hat man in Wachendorf einiges zu bieten. Mit einem Superinterieur und überdurchschnittlichen Grundgangarten – ein Hingucker schlechthin- das war der amtierende Bundeschampion Callaho`s Benicio v. Belissimo M. Und dass es eine Freude ist , ein solches Pferd zu reiten, sah man Anna Sophie Fiebelkorn im Sattel jederzeit an. Mit dem Schimmel Campus v.Calido und dem unvergessenen Angloaraber Matcho AA hat das Gestüt Appenriede, Winkelsett eine vielversprechenden jungen Springhengst zu bieten, der von Sandra Auffahrt sehr einfühlsam vorgestellt wurde.

Locker und einem Jungpferd gerecht so präsentierte Susann Pape Lemony`s Nicket von Londonderry. Man ist sich auf der Station Pape in Hemmoor voll bewusst, welchen Edelstein man mit diesem qualitätvollen Dunkelbraunen, dem teuersten Pferd der Verdener Auktionen und Bundeschampion der Dreijährigen auf der Station hat. Mit Duisenberg v. Desperados zeigte die Station zudem einen ganz hoffnungsvollen Junghengst der letzten Körung. Als Muttervater Weltmeyer im Pedigree führend, kann man nur hoffen, dass er zu einem Bewahrer des W- Blutlinie heranreift.

Auch der teuerste Junghengst der letzten Körung De L Òr v. Dancier vom dänischen Gestüt Katrinelund zeigte unter dem Sattel, dass er sich anschickt, ein qualitätvolles Reitpferd zu werden. Neben ihm und zahlreichen anderen bietet das Gestüt W. M. in Reeßum noch einen weiteren interessanten Hengst an mit dem KWPN Hengst Bon Bravour v. Painted Black. Yvonne Reiser präsentierte den Zuschauern Axel Windelers (Verden) Benetton Dream v. Brentano II, mit dem sie in diesem Jahr in die schwere Klasse der Dressur einsteigen wird.

Dort bereits angelangt und auch Erfolge im Nürnberger Burgpokal vorweisend, das ist Damsey v. Dressage Royal, vorgestellt vom Chefbereiter der Station Meyer, Dorum Steffen Frahm. Mit hochveranlagten Hengsten war der Klosterhof Medingen zur Hengstschau erschienen. Theresa Wahler und Vera Nass stellten die De Nirosöhne Danone II und Duke of Oldenburg im Pas de Deux vor, die Proben ihres Könnens gaben.

Den krönenden Abschluss bildeten der weit geförderte erst 7-jährige Fiorano v. Rousseau mit Susann Pape und der Trakehner Hofrat v. Gribaldi mit Friedrike Peters von der Station Meyerhof, dem man nicht ansah, dass er bereits am selben Tag schon einen Auftritt bei der Trakehner Hengstvorstellung in Münster hinter sich hatte. Für Begeisterungsstürme sorgte an diesem Tag allerdings ein anderer – kleiner als 80 Zentimeter, dazu im Löwenkostüm – der sandfarbene Minishetlandhengst aus Frankreich sorgte mit seiner Freiheitsdressur und besonders seinen Passageinlagen für Stimmung.

Und das braucht es auch bei diesen Veranstaltungen Schau und Show müssen Hand in Hand zusammengehen und bei der Privathengstschau in Verden gelingt dieser Balanceakt immer wieder aufs neue.

Text und Bilder: Marianne Schwöbel
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