35 Jugendbuchautoren in Celle – „Lest, Leute, lest weiter!“

img_5789_1Stadt und Landkreis Celle haben in der vergangenen Woche die 10. Jugendbuchwoche erlebt. Sie war größer als je zuvor. 35 Jugendbuchautoren waren zu dieser Jubiläumsveranstaltung gekommen. Mehr als 270 Autorenbegegnungen haben Kinder und Jugendliche erlebt. Die Schriftsteller lasen in Schulen, Bibliotheken, Kindertagesstätten, im Krankenhaus aus ihren Büchern, erzählten ihre Geschichten, sprachen mit den Kindern, sangen, zeichneten und zauberten. Einige von ihnen traten auch in einem Lesezelt auf dem Großen Plan in Celle auf. Andreas Röckener, der die Bilder für den neuen Kalender der Bürgerstiftung gemalt hat, zeichnete gemeinsam mit Kindern der Paul-Klee-Schule.

Die Autoren konnten bei einer großen Zahl von Schülerinnen und Schülern zusätzliches Interesse für Bücher, für die Literatur wecken. Einige der Schriftsteller waren von weither gekommen, etwa Juris Zvirgzdiņš aus Riga oder Ibou Ndiaye aus dem Senegal. Die Autoren waren sehr angetan von ihren Gesprächen mit den jungen Leuten. Zvirgzdiņš: „Die Schüler haben sehr kluge Fragen gestellt.“ Nach Einschätzung vieler Lehrerinnen und Lehrer konnten die Schüler aus den nicht alltäglichen Begegnungen mit den Schriftstellern viel für sich mitnehmen.

img_5642_1Bei einem Empfang für die Autorinnen und Autoren im Kreistagssaal hob als deren Sprecher Herbert Somplatzki die Bedeutung der Schrift und des Lesens für unser Leben hervor und untermauerte dies mit Erfahrungen aus der eigenen Biographie. Da er wegen des Kriegs nur sechs Jahre zur Schule gehen konnte, habe er alle Menschen mit längerer Schulzeit beneidet.

Die Lesungen vor jungen Leuten bildeten den Kern der Celler Jugendbuchwoche. Umrahmt wurde sie von zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen, für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Erwachsene. Es gab einen Mal-Wettbewerb „Lesen kann ich überall …“, ein Bücherrätsel, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte und Bibliothekare. Till Eulenspiegel zog mit den Kleinen durch Celle und erzählte Geschichten. Im neuen Bücherbus der Kreisfahrbücherei war Bilderbuchkino zu sehen, und Heike Ellermann stellte mit ihrem Papiertheater das Märchen von der törichten Prinzessin dar, die nicht lesen wollte. Viele Schulklassen haben Schaufenster zu Büchern und zum Lesen gestaltet. Für Erwachsene gab es am Abend zwei Lesungen mit Autoren der Jugendbuchwoche: Tilman Röhrig las aus seinem neuen historischen Roman „Caravaggios Geheimnis“ und Klaus-Peter Wolf gestaltete mit Bettina Göschl eine Krimi-Nacht zu seinen Ostfrieslandkrimis.

img_5591_211.000 Kinder und Jugendliche haben in der Jugendbuchwoche unmittelbaren Kontakt mit Autoren, mit der Literatur gehabt. Dr. Elke Haas, die Leiterin der Jugendbuchwoche, sagte beim Empfang für die Autoren, gerichtet an die junge Generation: „Lest, Leute, lest weiter!“

Autor und Fotos: Dr. Lothar Haas

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Ein Kommentar

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  1. Claus Schlaberg sagt:

    Ehrlich gesagt: Ich wundere mich ein wenig über diesen Leseförderrummel. Ich lese nicht gerne, sondern ich interesse mich sehr für bestimmte Themen. Und um im Rahmen dieses Interesses Wissen zu erwerben, muss ich lesen. Ich glaube, dass das Interesse für eine Sache primär und Lesen nur Mittel zum Zweck ist. Diese Auffassung scheint mir auch eine Rolle zu spielen für die Einschätzung der Rolle des Lesens im schulischen Lernen: Wenn sich ein Schüler für eine Sache brennend interessiert, wird er lesen, weil er merkt, dass ein Großteil der für ihn relevanten Informationen nicht bildhaft vermittelt wird oder werden kann. Wenn man ihm jedoch moralisch zu verstehen gibt, dass Lesen wichtig ist, ohne an ein wirkliches Sachinteresse anzuknüpfen (sofern es etwas bei ihm gibt, woran man anknüpfen kann), dürften die Bemühungen am ehesten bei einer ‘bildungsbürgerlich sozialisierten’ Klientel greifen, und auch das nur in einer Weise, die mir oft recht sinnlos erscheint: Lesen, weil es kulturell assoziiert ist mit Tiefsinnigkeit – was auch immer das heißt.

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