Nach drei Stunden Spielzeit stand fest: Es gab leider keine weiteren Punkte für den TuS Celle 92 im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Tischtennis Bundesliga Nord. Die Celler Zweitligaspieler besaßen im Endeffekt keine wirkliche Siegchance. „Die 4:9-Niederlage geht völlig in Ordnung“, kommentierte TuS-Trainer Hermann Mühlbach das vorletzte TuS-Heimspiel gegen den aktuellen Tabellendritten, den TTC Schwalbe Bergneustadt.
Gut 150 Zuschauer hatten sich an diesem Sonntag in der Altstädter Schule eingefunden, um ihrer Mannschaft gegen die Bergneustädter den Rücken zu stärken. Umso größer war dann auch deren Freude nach den Eingangsdoppeln. Die Celler starteten, genau wie im Hinspiel, mit einer 2:1-Führung. Arne Hölter/Sebastian Stürzebecher bezwangen Roman Rosenberg/Vladislav Broda in vier Sätzen. Mühlbach/Indeherberg mussten sich dem Bergneustädter Spitzen-Duo Jonathan Groth/Muhamed Kushov in fünf Sätzen beugen und Minh Tran Le/Richard Hoffmann gewannen gegen Benedikt Duda/Sandor Jankovic mit 3:1.
In den Einzeln des oberen Paarkreuzes gab es eine Punkteteilung. Hermann Mühlbach sah sich Roman Rosenberg gegenüberstehen. Mühlbach wollte dieses Mal, nach in der Vergangenheit vielen Niederlagen gegen die Nr. 2 der Schwalben, siegen. Mit sehr entschlossenem Auftreten legte er los und konnte den ersten Satz und den dritten für sich verbuchen. Satz vier ging, obwohl Mühlbach anfangs dominierte wieder an den „Kämpfer“ Rosenberg. Im fünften entwickelte sich das Match zu einer regelgerechten Zitterpartie für den Celler Spitzenspieler. Er führte ständig, doch Rosenberg kam immer wieder heran. Doch das Glück stand auf Seiten des Cellers. Beim Spielstand von 10:9 retournierte er den Aufschlag seines Gegners mit Hilfe der Netzkante und verwandelte damit seinen Matchball.
Arne Hölter musste sich mit dem dänischen Nationalspieler Jonathan Groth messen. Der erst 19jährige Groth machte sehr schnell deutlich, warum er als Dänemarks große internationale Hoffnung gehandelt wird. Mit unglaublich viel Ballgefühl, explosionsartiger Schnelligkeit und sehr guter Antizipationsfähigkeit ausgestattet, agierte der Däne vom Anfang bis zum Ende der Begegnung spielbestimmend. Er ließ Hölter bei seinem 3:0 Sieg nicht den Hauch einer Chance. Ob mit platzierten weichen oder extrem harten beidseitigen Topspins, Groth machte Punkt um Punkt. Zur Freude der begeisterten Fans spielte er seine Bälle dabei gerne ab und an „auf schwierigere Art“, nämlich um den Netzpfosten herum, auf den Tisch. Und dies dann auch mit einer derart beständigen Trefferquote, dass auch der größte Skeptiker nicht mehr von Glück sprechen konnte. Es stand 3:2 für Celle.
Eine kleine Lehrstunde gab es anschließend unerwartet für Sebastian Stürzebecher im mittleren Paarkreuz gegen Jugendnationalspieler Benedikt Duda. Hatte er seinen Kontrahenten im Hinspiel doch noch deutlich bezwingen können, dieses Mal jedoch kassierte er eine 0:3-Packung.
Celles Vierer und frischgebackenem Landesmeister erging es gegen Bergneustadt’s Muhamed Kushov beim 1:3 vom Ergebnis nicht wesentlich anders. Doch waren die Satzgewinne zumeist knapp und hart umkämpft. Hier wäre für den TuS-Akteur mit dem berühmten Quäntchen Glück etwas mehr drin gewesen. 3:4, damit übernahmen die Gäste jetzt erstmals am heutigen Tage die Führung.
Jetzt galt es für das untere Paarkreuz der Herzogstädter zu punkten. Schließlich wollte man einen größeren und womöglich uneinholbaren Vorsprung der Gäste verhindern.
Julien Indeherberg bekam es mit Routinier Sandor Jankovic zu tun, der für Bergneustadts Sechser aus der Hinserie, Markus Grothe, ins Team gekommen war. klar. Der quirlige Belgier lieferte eine gute Partie ab und siegte letztendlich nach spannendem Spielverlauf verdient in vier Sätzen mit 3:1.
Richard Hoffmann spielte gegen den Altmeister und ehemaligen Deutschen Meister Vladislav Broda. Er war zuversichtlich, schließ konnte er die letzte Begegnung mit Broda positiv gestalten. Doch anders als damals im Oberbergischem verlief es dieses Mal. Nach gewonnenem ersten Satz Hoffmanns, einem sehr unglücklich verlorenem zweiten Satz und zwei weiteren verlorenen Folgesätzen hieß der Sieger Broda.
Nach dem ausgeglichenen Verlauf im unteren Paarkreuz stand es 4:5 aus Celler Sicht.
Wie befürchtet, gab es danach im oberen Paarkreuz nichts zu gewinnen. Hermann Mühlbach musste sich gegen einen erneut bärenstarken Jonathan Groth trotz eines gewonnenen Satzes letzten Endes chancenlos mit 1:3 geschlagen geben. Im Kampf der Zweier verlor Arne Hölter gegen Roman Rosenberg kurz und schmerzlos 0:3. Spielstand: 4:7.
In der Mitte lief es in den ersten beiden Sätzen recht gut für Sebastian Stürzebecher. So gewann er den ersten und führte noch 10:6 im zweiten. Bedauerlicherweise schaffte er es aber nicht, den Sack zu zu machen bzw. den nächsten Punkt zu erzielen. Infolgedessen gab er den Satz noch an den Bergneustädter ab und dann, bezeichnend dafür, auch das ganze Spiel.
Minh Tran Le zeigte gegen Benedikt Duda phasenweise, vor allem im taktischen Bereich, ein klasse Match. Der erste Satz ging an Tran Le, der zweite an Duda. Im dritte zeichnete sich ein ähnliches Bild wie im Stürzebecher-Einzel ab. Tran Le vergab mehrere Satzbälle und verlor diesen noch. Danach, mehr mit sich selbst hadernd als sich mit seinem Gegner zu beschäftigen, überließ er ihm zuletzt auch das gesamte Match. So verbuchte Duda den alles entscheidenden Zähler zum 4:9-Endstand für den TTC Schwalbe Bergneustadt.
„Klar haben sich die Bergneustädter heute besser als wir präsentiert. Doch schade ist, dass zumindest auf den zweiten Blick etwas mehr für uns drin war! Nicht auszudenken, wenn im unteren Paarkreuz vielleicht der Punkt von Richard Hoffmann gekommen wäre sowie Stürzebecher und Tran Le mehr aus ihren Matches gemacht hätten“, resümierte Teammanager Dieter Lorenz. „Wir stehen in den nächsten Spielen weiterhin unter Zugzwang, denn wir brauchen Punkte, um in der Liga zu bleiben! Nächsten Sonntag, am 26.02. auswärts in Velbert müssen wir dieses Vorhaben in die Tat umsetzen und unbedingt gewinnen“, ergänzt Lorenz.
Text und Fotos: Andreas Gerow

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