Auch wenn uns das derzeitige Aprilwetter kaum hinterm Ofen herlocken kann, so wird irgendwann in Celle auch sicherlich wieder die Sonne scheinen. Und dann kommen auch die Schmetterlinge wieder zum Vorschein. Die ersten Schmetterlinge wie Zitronenfalter und kleiner Fuchs sind schon Anfang April in Celle zu beobachten gewesen.
Schmetterlinge sind gute Indikatoren für unsere Umwelt. Dort wo viele verschiedene Schmetterlingsarten vorkommen, ist auch die Umwelt für uns Menschen vielfältig, denn die vielen verschiedenen Schmetterlingsarten sind als Raupen und als erwachsene Schmetterlinge, auf verschiedene Nahrungspflanzen angewiesen. So ernähren sich die Raupen des Admirals (Vanessa atalanta) von Brennnesselblättern, die wir selten in unseren Gärten dulden. Dieser wunderschöne Admiral ist im südlichen Europa beheimatet und wandert jedes Jahr im Frühling in unsere Gefilde. Sie pflanzen sich bei uns fort, die Herbst-Generation fliegt dann wieder zurück in den Süden. Verpasst ein Admiral jedoch den Rückflug, so ist es unwahrscheinlich, dass er den Winter in hiesigen Breitengraden überlebt.
Schmetterlinge können auch auf Klimaveränderungen hinweisen. So konnte man in den letzten Jahren den ursprünglich eher in südlichen Regionen beheimateten farbschönen, großen Schwalbenschwanz (Papilio machaon) sogar in Celle beobachten. Hier ist er nicht nur eingewandert, sondern hat er sich sogar erfolgreich vermehrt. Das Foto zeigt eine Raupe des Schwalbenschwanzes auf einer Möhrenpflanze aufgenommen 2008 in einem kleinen Bauerngarten im Westen von Celle.
Die Vereinten Nationen haben 2010 als Internationales Jahr der biologischen Vielfalt ausgerufen. Das Thema Biodiversität mit seinen vielen Facetten soll dadurch weltweit stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Schmetterlinge gelten als besonders gute Indikatoren für den Zustand der Landschaft und der biologischen Vielfalt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) möchte mit dem Abenteuer Faltertage das Internationale Jahr der biologischen Vielfalt unterstützen. Hierbei ist die gesamte Bevölkerung aufgerufen Schmetterlinge zu zählen. Dafür muss man kein Spezialist sein.
Warum Schmetterlinge zählen?
Viele Schmetterlingsarten sind weltweit vom Aussterben bedroht. In Deutschland stehen schon 80 Prozent der Tagfalter auf der so genannten Roten Liste der bedrohten Arten. In den meisten Fällen haben wir Menschen ihre Lebensräume zerstört. Das Abenteuer Faltertage will auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam machen und Unterstützung für ihren Schutz finden.
Und so geht’s
Gezählt werden kann vom 1. April bis 31. Oktober – egal ob einmalig oder besser noch mehrfach. Gehen Sie auf die Suche nach Schmetterlingen in Ihrem Garten, im Park um die Ecke oder in der freien Natur. Und lassen Sie uns wissen, wann und wo Sie welche Falter gesehen haben. Sie müssen kein Fachmann keine Fachfrau sein, um mitmachen zu können. Wie auch in den letzten Jahren geht es um zehn leicht erkennbare Schmetterlingsarten.
Begeben Sie sich also mit Zählbogen und Stift im Gepäck auf die Suche nach unseren heimischen Schmetterlingen in Celler und seinem Umland. Ermuntern Sie doch auch Ihre Kinder zum Mitmachen!
Details zur Aktion des BUND, zu den Erfassungsbögen, Artbeschreibungen mit Abbildungen finden Sie unter: http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/abenteuer_faltertage/faltertage_2010/
Autor: Dr. Otto Boecking


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Tag der Biologischen Vielfalt am 22. Mai:
BUND ruft bundesweit zur Bestandsaufnahme der Schmetterlinge
Der 22. Mai wurde von den Vereinten Nationen weltweit zum Tag der Biologischen Vielfalt erklärt. Damit soll auf den Reichtum natürlicher Lebensformen sowie auf deren Bedrohung aufmerksam gemacht werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft dazu auf, beim Pfingstspaziergang am kommenden Wochenende Schmetterlinge zu zählen.
Schmetterlinge gelten als besonders gute Indikatoren für den Zustand der Landschaft und der biologischen Vielfalt wie kaum eine andere Tiergruppe. – Die industrielle Landwirtschaft, aber auch exotische Pflanzen und der Einsatz von zu viel Dünger in Gärten drängen jedoch den Artenreichtum stark zurück. Zu den einfachsten Tipps gehören: In Gärten und Parks möglichst viele heimische Pflanzenarten ansiedeln, Grünflächen nicht zu häufig mähen und auf Torf und Agrargifte verzichten. Als Lohn winkt eine bunte Vielfalt mit vielen farbenprächtigen Schmetterlingen.
Seien Sie dabei beim “Abenteuer Faltertage” 2010! Ihre Zählergebnisse können Sie unter http://www.faltertage.org direkt online eingeben, das spart der Umwelt Papier und uns Arbeit bei der Erfassung der Daten. Zählbogen zum Abenteuer Faltertage und Broschüre “Schmetterlinge schützen”
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/faltertage/20100308_faltertage_zaehlbogen.pdf
Machen Sie mit!
Helga Habekost, BUND-Kreisgruppe Celle