Heute stellten Ulrich Pätz von der Niedersächsischen Schulbehörde und Kreisrat Matthias Krüger vom Landkreis Celle den Zeitplan für die Umsetzung der Oberschulen sowie deren Konzepte vor (CelleHeute.de berichtete mehrfach).
Krüger stellte aus aktuellem Anlass zu Beginn klar, dass Politiker für diese Fragen derzeit die falsche Adresse seien – Umsetzung und Inhalt seien Aufgabe der Verwaltungen. Pätz bestätigt, dass die Verunsicherung auch darum genährt wurde, weil sich „zu viele zu einem Thema geäußert haben, die eigentlich keine Informationen haben. Wie kann z.B. wie die CDU in Westercelle zu einer Info-Veranstaltung einladen, ohne Fachwissen zu haben?“
In der Tat seien Informationen nun das A und O, um das komplizierte System zu erklären und Gerüchten entgegenzutreten, die ungeprüft ihre Runde machen. Krüger: „Wir konnten vor der Stadtratentscheidung gar keine seriösen Infos geben, weil wir nicht wussten, wie und ob es überhaupt so kommen wird. Ab März werden wir insgesamt acht Info-Veranstaltungen an den einzelnen Standorten anbieten, beginnend am 6. März in Hermannsburg bis zum 22.3 in der Realschule Winsen (Aller).
Landesweit sind jetzt 132 Oberschulen „am Netz“. Die „guten und schlechten Erfahrungen“ möchten sich die Akteure zunutze machen. Neu sei nur, dass Celle der erste Landkreis mit einer flächendeckenden Einführung der Oberschule sei.
„Wir wollen den Start zum 1.8.2012 sicherstellen und alle Beteiligten auf dem Weg dorthin mitnehmen. Beim Aufbau der Schulen müssen wir auch immer die Inklusion im Auge behalten und die Vielfalt der Angebote sichern. Herr des Verfahrens ist nicht der Landkreis, sondern die niedersächsische Landesschulbehörde mit der Regionalabteilung Lüneburg“, so Krüger.
Entgegen der viel geäußerten Kritik sehen die Experten keinen Zeitdruck, „auch wenn es ein politisches Geplänkel gibt“, so Pätz. „Wir wissen bereits seit Oktober 2010, dass der Wunsch nach Oberschulen besteht. Über 100 der existierenden Oberschulen haben erst Ende April des Jahres die Genehmigung erhalten. Wir haben also mindestens zwei Monate mehr Zeit.“
Insgesamt sind neun Oberschulen genehmigt, drei in der Stadt, drei weitere im Kreis ohne, drei mit Gymnasialzweig. Planungsgruppen, bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülervertretern sollen Inhalte und Ausrichtung beraten. In den Gruppen seien alle SchulleiterInnen vertreten, insgesamt 75 Personen. Schüler und Eltern haben nur beratende Funktion. Sie treffen sich ab dem 27.2. für drei Tage.
In der Klasse 5 soll in der Regel gemeinsam beschult werden. Erst ab Klasse 6 wird der so genannte „gymnasiale Zweig“ ermöglicht.
„Nicht nur Schüler müssen sich umstellen, auch die Lehrer werden künftig unabhängig ihrer Lehrbefähigung unterrichten“, stellt Pätz klar, aber das sei „nichts Neues, das gibt es seit 25 Jahren an der OS.”
Bis zum 31. Mai muss entschieden werden, ob eine Oberschule ein Ganztagsangebot einrichtet. Sie hat dabei drei Möglichkeiten: kein Angebot, ein offenes auf freiwilliger Basis oder eine teilgebundene mit zwei verpflichtenden Nachmittagen.
Eine Klassengröße betrage maximal 28 Schüler, diese werde jedoch nur selten erreicht.
Es müssen insgesamt 500 Lehrer formal versetzt werden – größtenteils bleiben sie im selben Haus. Gerüchte, dass sich Lehrer neu bewerben müssten, treffen nicht zu. Alle Oberschulen werden mit kommissarischen Leitungen besetzt – in der Regel werden das die bisherigen Schulleiter sein, wenn sie es wünschen.
„Mit allen 24 Schulleitern und ihren Vertretern führe ich persönliche Gespräche, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen“, so Pätz. Mit der derzeitigen Besoldung könne man künftig stellvertretender Schulleiter werden als „Didaktischer Leiter“. Wer sich auf die Schulleitung bewirbt, erhält einen höheren Sold. Oberschulen werden durch mindestens drei Personen vertreten. Ab 540 Schülern gibt es zwei Konrektoren, also vier Vertreter.
Beispiel: Die Oberschule Winsen wird voraussichtlich über 1000 Schüler haben – dort wird der Leiter nach A16 besoldet. Darauf könne sich auch jeder Hauptschullehrer bewerben, der bisher nach A14 bezahlt wird. Insgesamt seien 33 Stellen zu besetzen.
„So viele Schulleiter habe ich derzeit gar nicht. Insofern treffen alle Befürchtungen, dass Rektoren und Direktoren ihren Job verlieren, nicht zu“, weiß Pätz.
Alle Hintergrundinformaionen auf einem Blick:



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