Aus für Haupt- und Realschulen – Die Oberschule kommt – Alle Einzelheiten *aktualisiert*

Sommerloch und Ferien ade – Das ist bereits unser vierter Leitartikel in 24 Stunden. Landrat Klaus Wiswe hat heute die Vorschläge zur Umsetzung des Schulstrukturgutachtens vorgestellt, das sich umfangreich und detailliert mit der Zukunft der Schulstandorte auseinandergesetzt hatte. Wenn der Kreistag am 25.8. diesen Plänen zustimmt, wird das erhebliche Änderungen für die Schullandschaft bedeuten (CelleHeute.de berichtete mehrfach). Alle detaillierten Pläne finden Sie im Original und ungekürzt am Ende des Artikels.

“Auf dieser Grundlage schlägt die Kreisverwaltung im Kern vor, die Haupt- und Realschulen aufzulösen und flächendeckend zum 1. August 2012 bzw. mittelfristig Oberschulen einzuführen. Damit dürften wir einer der ersten Landkreise Niedersachsens sein, der die neuen Möglichkeiten des Schulrechts flächendeckend ausschöpft.” Die Oberschulen sollen nach diesen Planungen an den Standorten Bergen, Hermannsburg/Faßberg, an drei Standorten in der Stadt Celle, in Eicklingen, Lachendorf/Eschede, Wathlingen und Winsen/Wietze eingerichtet werden. Die Oberschulen in Bergen, Wathlingen und Winsen werden um gymnasiale Angebote erweitert.

Landrat Wiswe ergänzte zu der Vorlage, die in ihrem ganzen Umfang im Internet zu finden ist: “Ganz besonders wichtig ist uns, mit einem tragfähigen Konzept auf die heutigen Anforderungen an die Schullandschaft zu reagieren und vor allen Dingen die schulische Qualität in der Fläche des Landkreises abzusichern.” Das jetzt vorgelegte Konzept greift weite Teile des im Frühjahr vorgestellten Schulgutachtens auf, schlägt aber auch abweichende Entscheidungen für die einzelnen Standorte vor. “Insgesamt sind wir zu einem Gesamtergebnis gekommen, das es meiner Meinung nach schafft, Chancen und Kompromisse gleichmäßig zu verteilen”, ergänzt Wiswe und stellt fest: “Nicht zuletzt um die Vorschläge auf ein festes Fundament zu stellen, haben wir viele Gespräche mit den Eltern und Schülern, den Gemeinden und natürlich auch den Schulvertretern geführt.”

Die Schulen im Landkreis Celle stehen gegenwärtig vor der Herausforderung, sowohl dem demographischen Wandel in den einzelnen Gemeinden, als auch wichtigen inhaltlichen Entwicklungen in der Schule zu begegnen. “Unsere Aufgabe als Landkreis ist es im besonderen Maß, abzuwägen, Standortstärken zu fördern und negative Entwicklungen möglichst gering zu halten”, so Wiswe. In den Vorschlägen zur Schulstrukturreform sieht er die Leistungsfähigkeit der Landkreisverwaltung verwirklicht: “Diese planerische Gesamtaufgabe kann nur von einer größeren Verwaltung wahrgenommen werden, insofern hat sich auch die umfassende Schulträgerschaft des Landkreises entgegen mancher Zweifel bewährt.” Landrat Klaus Wiswe dankte den Mitarbeitern des Amtes für Bildung, Sport und zentrale Dienste ausdrücklich für die geleistete Arbeit.

Im weiteren Verlauf wird die nun vorgestellte Vorlage am 22. August im Schul- und Kulturausschuss beraten werden. Der Vorbereitung durch den Kreisausschuss am 23. August folgt dann am 25. August die zentrale Beschlussfassung durch den Kreistag. Landrat Klaus Wiswe kann gelegentlich geäußerte Kritik an diesem Fahrplan nicht verstehen. “Die Kreispolitik hat parteiübergreifend beschlossen, keine wertvolle Zeit zu verschenken. Wenn wir bis Jahresende keinen kompletten Antrag auf Einrichtung der Oberschulen stellen können, vergehen mindestens zwei Jahre bis zur ersten Eröffnung einer Oberschule. Aus diesem Grund hatte der Kreisausschuss in seiner Juni-Sitzung einstimmig beschlossen, noch vor Ende der auslaufenden Wahlperiode belastbare Ergebnisse zu schaffen.”

Maximilian Schmidt, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, bestätigt die Entscheidung: “Wir haben diesen Zeitplan vor der Sommerpause eingefordert – dieses Ziel ist erreicht. Für uns ist klar: Wir wollen  die Entscheidung dort treffen, wo es möglich ist. Wir werden die Vorschläge der Verwaltung in den nächsten Tagen intensiv beraten und sind auf Verhandlungen eingestellt. Unser Ziel ist ein mit breiter Mehrheit gefasster Beschluss des Kreistages am 25. August. Eine erneute Hängepartie können wir uns nicht leisten!”

Rolf Meyer, MdL und Vorsitzender des Schulausschusses ergänzt: “Der Beschluss der Schulreform hat tiefgreifende Folgen: Im Kern ist es der Einstieg  in den Ausstieg vom  dreigliedrigen Schulsystem, wie es CDU und FDP über Jahrzehnte  gestützt haben. Gleichzeitig werden aufgrund des demographischen Wandels notwendige Standortentscheidungen getroffen. Unsere Forderung ist klar:  Nach der jetzt notwendigen Schulreform muss ein zweiter Schritt folgen: Die Einrichtung einer zentralen Gesamtschule im Landkreis Celle als ergänzendes Angebot – dafür werden wir uns einsetzen.”

Klaus Wiswe kommentiert: “Im Grunde genommen sind Oberschulen nichts anderes als Intergrierte Gesamtschulen – mindestens in den 5. und 6. Klassen.”

Einladung – Absendung öffentlicher Teil

Einladung – Nachsendung (TOP 5+6+7)

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