An Computern mangelt es nicht – fast 300 in der gesamten Axel-Bruns-Schule, auch als BBS II bekannt, seit Jahresbeginn offiziell ein “Regionales Kompetenzzentrum” (CelleHeute berichtete). Aber die Möglichkeiten, sich ausreichend um die Pflege und Wartung zu kümmern, seien begrenzt. Die Schule erhofft sich vom Besuch von Landrat Klaus Wiswe neue Impulse und Möglichkeiten für eine Verbesserung der Situation. Im ersten Teil zum neuen Technikzentrum am Lönsweg widmen wir uns der Technik, ihren Möglichkeiten, aber auch ihren Herausforderungen.
Bautechnik-Lehrer Ralf Hansen zeigt uns den Computerraum im ersten Stock. Moderne PCs mit LCD-Bildschirmen und hochwertiger Software. Mit Partnern aus der Wirtschaft und dem Verhandlungsgeschick des engagierten Lehrers kostet die CAD-Software für alle 25 Geräte gerade einmal 800 Euro. Eigentlich wären pro Gerät einige Tausend fällig. Das macht die Wirtschaft natürlich nicht ohne Hintergedanken – für sie ist dieser Ort eine gute Werbeplattform, denn hier werden die Techniker und Ingenieure von morgen ausgebildet.
An diesen Computern planen die Schüler ihre Objekte. Auf den Millimeter genau können sie in der Software das zeichnen, was später eine Etage tiefer aus Holz entsteht. für die weiteren Arbeitsschritte in der Produktion im Erdgeschoss: “WEEKE Venture 3M CAD-CAM” – wenn eine Maschine schon so heißt, klingt das nach hochwertiger Technik. Hier erwarten die Schüler Landrat Klaus Wiswe und den ersten Kreisrat Matthias Krüger, die sich gemeinsam mit Schulleiter Klaus Losert die neue Investition vorführen lassen.
Am so genannten Steuerstand werden oben am PC eingegebenen Daten geöffnet und das entsprechende Holzteil in die Maschine gelegt. Dann passiert alles “auf Knopfdruck”. Die Maschine fräst und sägt das Holz wie von Geisterhand. Jeder Schritt wird dabei von einer direkt über der Säge montierten Videokamera festgehalten. Bei gut 250.000 Euro Investitionsvolumen für Maschine und Computer schauen selbst einige Handwerksbetriebe neidisch auf die Möglichkeiten der “industriellen Fertigung” an der Axel-Bruns-Schule. Diese ist manchen soweit voraus, dass Unternehmen aus der Region ihre Mitarbeiter in der Berufsschule fortbilden lassen.
Doch wie in der Wirtschaft, so auch in der Schule: Es mangelt an Fachpersonal. Bisher kümmern sich die Lehrer selbst um die Aktualisierung und Wartung der Computer. Aber bei der Menge braucht man keine Software, um ausrechnen, dass sie damit längst überfordert sind. Eine eigene Stelle, ein sogenannter “Admin” wäre für die Schule wünschenswert. Aber, das ist der “Nachteil” eines Kompetenzzentrums. Das Budget von rund fünf Millionen Euro muss nun selbst verwaltet werden.
“Uns geht langsam die Luft aus”, bestätigt Schulleiter Losert. Wir konnten bisher zusätzliche Stunden über Landesmittel anrechnen, das dürfen wir nun nicht mehr. Der Landkreis hat zwei Administratoren für alle 40 Schulen eingestellt.”
Klaus Wiswe wünscht sich, dass das Schulsystem insgesamt kommunalisiert wird, damit die “unsägliche Frage, wer für was zuständig ist, aufhört. Gerade im EDV-Bereich sei es zwar noch klar, dass der Schulträger die Geräte an sich besorgt. Wer sich aber um die Pflege, die Software kümmert, ist nicht festgelegt. Hier schiebt einer die Verantwortung auf den anderen.”
Ob sich das eines Tages ändert, konnte beim Besuchstermin niemand sagen. Was bisher reibungslos funktioniert und mindestens Porto- und Druckkosten spart, ist das berufsschulübergreifende Onlineportal www.bbscelle.de. betreut von Lutz Meine vom Landkreis. Interessierte können sich über alle Schwerpunkte, Fachrichtungen und “alles rund um Schulen” bis hin zum Verkehrsleitsystem schlau machen und sich online bei der Schule ihrer Wahl anmelden. Beinahe täglich wird die Seite aktualisiert.




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