Am 29.1.2010 gründete sich in Ahnsbeck die Bürgerinitiative “BILA”, die sich gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft wendet und sich für eine artgerechte Tierhaltung – gegen Agrar-Fabriken – einsetzen will.
Im vollbesetzten Heidehof wurde im Anschluss an eine powerpointpräsentation der Vorstand für die BILA gewählt, dem angehören: Klaus-Jörg Oppermann, Hans-Peter Barten, Franz Perl, Bettina Seidel und Wilhelm Veth. Von den über 60 Mitgliedern erklärten sich mehrere bereit, einen Beisitzer-Posten zu übernehmen.
Der Referent Klaus-Jörg Oppermann zeigte während eines excellenten Vortrages weltweite Zusammenhänge auf zwischen Armut, Überproduktion und der nun nach Celle schwappenden Industrislisierung der Landwirtschaft (mit unvorstellbar großen Ställen für Schweine und Hühner).
Dass 78 % der Futtermittel-Importe aus nicht-EU-Bereichen, davon 65 % aus Argentinien und Brasilien stammen, machte die Anwesenden ebenso nachdenklich, wie der Hinweis auf die Überproduktion bei Milch = 110 %, bei Schweinefleisch = 108 % und bei Geflügel = 102 %.
Eckehard Niemann, Pressesprecher der “Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft “(AbL) verwies auf die Geruchs-Immissions-Richtlinie und auf das Netzwerk “Bauernhöfe gegen Agrarfabriken”. Helga Habekost vom Verein “Im Interesse Aller” verwies auf die Notwendigkeit der Einhaltung der Nitrat-Richtlinie in Bezug auf das Grundwasser und Annegret Pfützner, Fraktionsvorsitzende der “Grünen” berichtete davon, dass sich die Betreiber des in Wietze geplanten Geflügel-Schlachthofes ausbedungen hätten, dass kein Maststall dichter als in 3.000 m Entfernung vom Schlachthof genehmigt werden dürfe, da die in die Luft verwirbelnden Keime, Viren und Pilze andernfalls eine Gefährdung für die Schlachthof-Fleisch-Qualität darstellen könne.
Derzeit gründen sich in vielen Regionen Bürgerinitiativen gegen geplante Hähnchen-Anlagen und es ist aufgrund der vielen kritischen Stimmen zur Massentierhaltung zu hoffen, dass es zu einem bundesweiten Bündnis gegen Agrar-Fabriken kommt. Der BUND hat zu diesem Thema eine Broschüre aufgelegt., berichtete Annegret Pfützner.
Fraglich ist derzeit, ob die geplanten 150 Mäster gewonnen werden können: zwar haben die seitens des Agrarministeriums und des Bauernverbandes gepushten Anwerbeversammlungen etliche Landwirte interessiert, jedoch wurden viele auch nachdenklich, da die Investoren selbst die bestmöglichen Filter zur Abluftreinigung gegen Feinstaub, Ammoniak und Gerüche freiwillig einsetzen sollen, die sehr teuer sind. Aus wirtschaftlichen Gründen unterbleibt dieses jedoch meistens.
Ein Hähnchenmäster kann mit einem Verdienst von 5 – 6 cent je Hähnchen rechnen.
Weitere Informationen finden Sie unter ” http://www.bila-info.de ” und “www.bi-wietze.de”
Autorin: Helga Habekost
CelleHeute veröffentlicht den Pressetext im Original-Wortlaut. Der Inhalt muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Unabhängige Redakteure halten sich mit ihrer Meinung ohnehin zurück. CelleHeute ist unabhängig.

Empfehlen