Geowissenschaftler in Hannover erwarten zahlreiche Nachbeben in Chile

Aufzeichnung ErdbebenDas starke Erdbeben in Chile, bei der die genaue Anzahl der Toten noch nicht feststeht,  konnte von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) an Erdbebenstationen in Deutschland detektiert und lokalisiert werden. Die ersten seismischen Wellen erreichten die deutschen Stationen nach ca. 14 Minuten.

Hier die nüchternen Fakten des BGR im Original-Wortlaut (Fachbegegriffe von CelleHeute mit Links zu Wikipedia erklärt):

“Am 27. Februar 2010 ereignete sich um 07:34 MEZ ein Erdbeben der Stärke 8.8 etwa 10 Kilometer vor der Küste von Chile. Das Epizentrum liegt etwa 300 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Santiago. Bei einem Erdbeben dieser Stärke besteht die Möglichkeit, dass sich ein Tsunami bildet. In den Ortschaften der Küstenregion ist mit erheblichen Schäden zu rechnen.

Das Hypozentrum liegt in ca. 35 Kilometer Tiefe in einer aktiven Subduktionszone, die sich entlang der gesamten Westküste Südamerikas erstreckt. Hier schiebt sich die Nazca-Platte mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 Millimeter pro Jahr unter die südamerikanische Platte. Dabei werden tektonische Spannungen aufgebaut, die sich regelmäßig in Form von Erdbeben lösen. Gelegentlich kann es – wie in diesem Fall – auch zu sehr starken Beben kommen. Allein in den letzten 40 Jahren ereigneten sich 15 Erdbeben mit einer Magnitude über 7. So lag auch das mit einer Magnitude von 9.5 stärkste jemals gemessene Erdbeben an dieser Plattengrenze. Dieses Beben im Jahre 1960 ereignete sich etwa 230 Kilometer südlich vom aktuellen Erdbebenherd.

Bisher konnten an der BGR schon zahlreiche Nachbeben mit Magnituden bis 6.9 aufgezeichnet werden. Bei Erdbeben dieser Größenordnung ist mit weiteren Nachbeben in den nächsten Monaten zu rechnen.

Die BGR überwacht als nationaler seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Deutschland und der Welt und betreibt zusammen mit geophysikalischen Forschungs- und Hochschuleinrichtungen ein Netz von hochempfindlichen Erdbebenstationen.

Weitere Informationen unter www.bgr.bund.de

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