Der von OB Dirk-Ulrich Mende favorisierte Vorschlag, künftig drei Bürgermeister zu wählen, erntet parteiübergreifend überwiegend Kritik.
Z.B. hält Torsten Schoeps von der WG nichts davon und fragt sich: “Wer soll hier wofür belohnt werden – und zwar auf Kosten des Steuerzahlers? Denn jeder zusätzlich Bürgermeister kostet eine zusätzliche Aufwandsentschädigung. Es ist schon auffällig: So viele Jahre reichten zwei Bürgermeister – und nun soll dies plötzlich ganz anders sein. Bahnt sich da eine große Koalition zwischen der SPD und der ultraneuen CDU an?”
Gerhard Franken von der CDU wird deutlicher: “Allein diese Diskussion ist ein Skandal. Wir müssen mehrere Millionen Euro in marode Straßen stecken – stattdessen diskutieren wir gerade mal ein halbes Jahr vor Neuwahlen darüber, Bürgermeister neu zu wählen.” Dass dieser Vorschlag ausgerechnet vom Oberbürgermeister kommt, findet Franken besonders schlimm: “Er ist doch dazu da, auf die Finanzen aufzupassen, wir haben wirklich andere Probleme.” Dass Neuwahlen wegen der neuen Mehrheitsverhältnisse sein müssen, leuchtet Franken ein, aber zwei genügen. “Wenn es unbedingt die Fraktionsvorsitzenden sein sollen, kann ich damit leben. Jens Rejmann ist Rentner und hat den ganzen Tag Zeit und Heiko Gevers bald ebenfalls. Wenn ich in einem Lokalblatt allerdings zitiert werde, dass ich sie mir wünsche, ist das falsch. Ich wiederhole: diese Diskussion ist schlimm, das habe ich in meiner Fraktion sehr deutlich gemacht und werde es auch öffentlich weiter tun.”
Dr. Udo Hörstmann, selbst ehemaliger Bürgermeister, fragt sich ebenfalls nach dem Sinn des Vorschlags: “Es erschließt sich mir nicht, warum wir in Celle aus dem Nichts einen zusätzlichen stellv. Bürgermeister benötigen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Belastung für die einzelnen Akteure nicht so gewaltig gewesen ist, das man sie nicht mit zwei Vertretern hätte bewältigen können.
Ich denke hier handelt es sich einmal mehr darum, was wir in der jüngsten Vergangenheit schon öfter erlebt haben, daß Herr Mende mit dem Vorsitzenden der CDU Fraktion im Stadtrat eine Privatabsprache trifft, um so evtl. das politisches Überleben von Herrn Gevers zu sichern. Ob diese de facto Große Koalition von allen Mitgliedern der Fraktionen CDU und SPD getragen wird, ist eine spannende Frage.
Eines ist klar: Ein zusätzlicher stellv. Bürgermeister ist nicht erforderlich, er würde nur noch mehr Kosten verursachen und nach Auffassung “Der Unabhängigen” bei den Bürgern auf wenig Verständnis stoßen. Wir sind daher für die Beibehaltung der alten Regel und würden eine solche Klüngelei nicht unterstützen.”
Jens Rejmann von der SPD und derzeitiger Bürgermeister, erklärt: “Zunächst muss darauf hingewiesen werden , dass der Vorschlag, drei Bürgermeister zu wählen, aus den Reihen der Unabhängigen gekommen ist. Deshalb verwundert die Kritik Dr. Hörstmanns an dem Vorschlag seiner eigenen Fraktion. Oberbürgermeister Mende hat nur den von der Fraktion “Die Unabhängigen” eingebrachten Vorschlag geprüft und festgestellt, dass die Wahl von drei Bürgermeistern nach NGO möglich und in einigen Städten Niedersachsens praktiziert wird.
Erstaunlich ist auch der Versuch der Unabhängigen, die CDU zu spalten, indem Dr. Peters und Herr Gerhard Franken als tragbare Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorgeschlagen werden. Wer also klüngelt hier mit wem? Die Fraktionsbezeichnung “Die Unabhängigen” wird offenbar genutzt, um persönliche Interessen durchzusetzen. Die SPD -Fraktion wird die anstehende Bürgermeisterwahl in den nächsten Fraktionssitzungen unter Abwägung aller Aspekte abwägen und ihre Position dazu festlegen.”
Bernd Zobel von den Grünen, ebenfalls derzeit Amtsinhaber, erklärt: “Ein dritter Bürgemeisterposten kommt für uns Grüne nicht in Frage, da es dafür keine Notwendigkeit gibt. Im September hat der Rat zwei Bürgermeister gewählt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Repräsentationspflichten überschaubar sind. Mir bereitet das von der Mehrheit des Rates übertragene Amt Freude. Daher stelle ich mich auch im März erneut zur Wahl. Ich habe kein Interesse, mich an Kungeleien zu beteiligen. Wenn der Rat sich für einen anderen Bürgermeister entscheidet, habe ich keine Schwierigkeiten, das zu respektieren. Allerdings werde ich das Amt nicht so einfach der CDU überlassen.”

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