Der Schriftsteller und Zeichner Juris Zvirgzdiņš aus Riga war in den vergangenen Jahren wiederholt in Celle, um vor Schülern aus seinen Jugendbüchern zu lesen. Bei diesen Gelegenheiten ist er auf Verbindungen zwischen Celle und Lettland gestoßen. Anfang 2010 veröffentlichte er in der angesehenen Kulturzeitschrift „Rigaische Zeit“ einen Essay hierzu. Die Bibliotheksgesellschaft Celle ließ den Text ins Deutsche übersetzen und hat ihn als Broschüre veröffentlicht.
Als Juris Zvirgzdiņš jetzt wieder nach Celle kam, stellte er den Essay im Museumscafé des Bomann-Museums der Öffentlichkeit vor. Das Museumscafé war bis auf den letzten Platz besetzt und Hermann Wiedenroth trug den Text einfühlsam vor. So kamen die vielfältigen Aspekte des Essays zur Geltung.
Der Autor schildert die Eindrücke von seinen Spaziergängen quer durch die Stadt, auch von einigen Gaststätten, macht Anmerkungen zum kulturellen Leben und blickt auf die Architektur. Die Stolpersteine sind ihm Anlass, davon zu berichten, wie im 2. Weltkrieg jüdische Bürger aus Celle nach Lettland deportiert und dort von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. Er nennt ihre Namen und Lebensdaten. Schließlich schreibt Zvirgzdiņš über die bemerkenswerte Persönlichkeit des Magno Cavallo (gestorben 1805 in Celle), eines Wunderheilers, Philosophen und Schriftstellers, der auch im Herzogtum Kurland unterwegs war. Der Essay schließt mit Versen des Celler Dichters Ernst Schulze (1789 – 1817). Der gesamte Text ist eine Liebeserklärung des Letten an Celle. Nach dem Vortrag waren die Anwesenden nachdenklich und berührt. Sie dankten dem Autor und dem Rezitator mit starkem Beifall.
Autor und Foto: Dr. Lothar Haas

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