“Lob” – Erste Denkmalplakette der Stadt verliehen

Ausgerechnet ein Haus in der Jägerstraße hat heute die erste Denkmalplakette der Stadt erhalten. Es zeigt, dass Fachwerk Celle bestimmt und nicht nur der Altstadt vorbehalten bleibt. Allerdings gab es bei diesem ersten Wettbewerb auch nur zwei Bewerber, den anderen aus der Zöllnerstraße. Dennoch entschied sich eine siebenköpfige Jury einstimmig für das Haus der Eheleute Birkner in der Jägerstraße 10.

Beim Umbau und der Sanierung sei es ihnen gelungen, historische Bausubstanz zu bewahren und gleichzeitig modernes Wohnen zu ermöglichen. Nicht nur die Fassade wurde beim gut 275 Jahre alten Fachwerkhaus in Angriff genommen, auch innen lebt es sich nach einer Entkernung mit Fußbodenheizung und Kamin modern und komfortabel.

Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende konnte den Bauvorschritt auf seinen Heimwegen per Rad und Auto stets verfolgen und ist begeistert vom Ergebnis: „Das ist ein Schaufenster für die Stadt”. Stadtbaurat Matthias Hardinghaus hofft durch das Förderprogramm “Städtebaulicher Denkmalschutz” auf viele Nachahmer.

Trotz Freude über die Plakette schwingt auch Kritik über die zwar konstruktive aber auch denkmalschutzbedingte Schwierigkeit beim Umbau durch. Durch viele Auflagen sei der Umbau über 50% teurer geworden als veranschlagt. “Aber ab einer gewissen Stelle gab es für uns kein Zurück mehr”, weiß Katrin Birkner. Praktisch eine Ruine sei das Haus 2009 beim Kauf gewesen, weiß auch die Architektin Gaby Bussemas aus Lage. Nun fehle nur noch der Außenanstrich.

Und ihr Wunsch, dass nach all den Mühen und Kosten vom ehemaligen Stadtdenkmalpfleger auch mal ein Lob zu hören sei, ließ nicht lang auf sich warten. Mit dem knappen Wort “Lob” sprach Dr. Eckart Rüsch seine Anerkennung aus.

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