Am Montag trafen sich in der Celler Hauptwache 30 leitende Feuerwehrleute aus Stadt und Landkreis mit 12 Notfallseelsorgern. Gemeinsam entwickelte man Ideen, wie die bisher gute Zusammenarbeit noch verbessert werden kann.
Doch bevor man sich über gemeinsame Einsätze in der Vergangenheit austauschen und Wege der intensiveren Zusammenarbeit in der Zukunft erörtern konnte, ermöglichte die Feuerwehr den Notfallseelsorgern einen Einblick in die Arbeitsweise und die Technik der Feuerwehr.
„Das sind ja ziemlich komplexe Zusammenhänge, die die Feuerwehr bewältigen hat“, so fasste der Garßener Pastor und Notfallseelsorger Andreas Seelemeyer seine Eindrücke zusammen, nachdem den Notfallseelsorgern die Arbeitsweise in dem Einsatzleitwagen, der Kommandozentrale bei größeren Bränden oder Unfällen, erläutert worden war. Tatsächlich ist es auch für Notfallseelsorger wichtig zu wissen, an wen sie sich zu wenden haben und wie die Feuerwehr arbeitet, wenn sie an einen Unfallort kommen.
Obwohl die Notfallseelsorge im Landkreis Celle seit der ICE- Katastrophe 1998 zunehmend an Bedeutung gewinnt, war noch nicht allen Einsatzleitern der Feuerwehr deutlich, wie genau die Notfallseelsorge „aufgestellt“ ist und wie die Pastorinnen und Pastoren, Diakone und kirchlichen Mitarbeitern ihre Arbeit organisieren. Inge Matern, Pastorin in der Neustadt und Koordinatorin der Notfallseelsorge, erläuterte, dass auch die Kirchenleute – wie die Feuerwehrleute – ihre Arbeit ehrenamtlich tun. Matern: „Für jeweils eine Woche übernimmt ein Notfallseelsorger die Rund-um-die Uhr-Rufbereitschaft. Wenn die Notfallseelsorge von der Einsatzleitstelle des Landkreises angefordert wird, versuchen wir zunächst, die Kollegen vor Ort zu informieren; wenn das nicht funktioniert, dann rücken die Notfallseelsorger aus.“
Wie wichtig die seelische Betreuung von Betroffenen, aber auch der Einsatzkräfte selbst ist, betonte eine Reihe von Brandmeistern der Feuerwehr. In deutlicher Sprache war aus der Runde der Feuerwehrleute zu hören: „Niemand von uns behauptet mehr, dass es darauf ankommt, eine harte Sau zu sein. Wir haben erkannt, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn ein Helfer darüber spricht, was in ihm vorgeht.“
Weil im Vorfeld eines Unfalls oder eines Brandes nicht immer absehbar ist, wie sich ein Einsatz entwickeln wird, soll die Notfallseelsorge künftig rechtzeitiger informiert werden. Als es vor einigen Wochen in Langlingen zu einem Großbrand gekommen war, so ein Feuerwehrmann, und über eine Stunde keine Klarheit darüber herrschte, ob sich noch Kinder in dem brennenden Haus befinden, wäre es gut gewesen, wenn auch ein Notfallseelsorger für die Rettungskräfte dabei gewesen wäre. Inge Matern: „Es geht nicht darum, dass bei allen Einsätzen der Feuerwehr – im Jahr 2011 waren es 1043 Einsätze – immer die Notfallseelsorge anwesend ist. Wichtig ist nur, dass alle Einsatzkräfte wissen, dass die Notfallseelsorge den Rettern den Rücken für ihren Einsatz freihalten kann und zur Verfügung stehen, wenn es darum geht, über die teilweise belastenden Eindrücke nach einem Einsatz zu sprechen.“
In der Regel werden die kirchlichen Notfallseelsorger angefordert, wenn die Polizei Todesnachrichten zu überbringen hat oder nach vergeblichen Reanimationsversuchen durch Notfallmediziner oder Rettungssanitäter eine kompetente Betreuung der Angehörigen gewährleistet werden muss.
Dieser gemeinsame Abend in der Feuerwache war am Ende für beide Seiten, die Notfallseelsorge und die Feuerwehrleute, eine produktive Zusammenkunft. Neben dem regelmäßigeren Austausch und der schnelleren Alarmierung wurde auch vereinbart, dass die Notfallseelsorge in der Ausbildung der jungen Nachwuchskräfte verstärkt hinzugezogen werden soll. Pastor Uwe Schmidt-Seffers resümiert für sich: „Es war noch einmal wichtig für mich zu sehen und zu hören, mit welch großem Einsatz und wie kompetent die Freiwillige Feuerwehr arbeitet. Das motiviert mich, meinen Dienst als Notfallseelsorger ebenso gewissenhaft und gut zu machen.“


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