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Fracking – MdB Möring trifft sich mit Vertretern der gesamten Celler Bohrservicebranche

Fracking – MdB Möring trifft sich mit Vertretern der gesamten Celler Bohrservicebranche
CELLE. Heute war Karsten Möring, CDU, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit des Deutschen Bundestages auf Einladung seines Bundestagskollegen Henning Otte in Celle, um mit Vertretern der Celler Bohr- Erdöl- und Erdgasindustrie über die derzeit sehr schwierige Lage ihres Industriezweigs zu sprechen. Bedingt durch den Preisverfall beim Erdöl leiden die Celler Firmen unter einer schlechten Geschäftslage. Dies hat zur Folge, dass Personal in großem Umfang abgebaut bzw. in Kurzarbeit geschickt werden muss. Für die Region Celle, in der jeder dritte Arbeitsplatz von der Bohrservicebranche abhängt, habe das schwerwiegende Folgen.

 

CDU ITAG 6

Neue Aufträge und damit Planungssicherheit für die Celler Firmen könne das neue Gesetz zum Fracking bringen, auf das die gesamte Branche händeringend wartet. Zum aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens beim Fracking wollte Möring den Celler Firmen im Anschluss an zwei Betriebsrundgänge bei der ITAG sowie bei Baker Hughes berichten. Hierzu waren am Abend Geschäftsführer und Betriebsratsvorsitzende der gesamten Celler Bohrservicebranche bei Baker Hughes zusammengekommen.

Die anwesenden Celler Firmenvertreter begrüßten das Treffen und gaben Auskunft darüber, wie sich die Situation, besonders auch im vergangenen Jahr mit Massenentlassungen zugespitzt habe. Es sei für sie unabdingbar, dass das Fracking-Gesetz zeitnah verabschiedet werde, um die angespannte Lage in den Griff zu bekommen und zumindest den Personalstand halten zu können.

Karsten Möring berichtete, dass es seit dem Sommer einen Stillstand bei den Beratungen über den Gesetzentwurf zum Fracking in der Regierungskoalition gegeben habe. Besondere Sicherungsvorkehrungen zum Schutz des Trinkwassers seien auf jeden Fall vorgesehen. Obwohl durch gute und erprobte Techniken seiner Meinung nach kein Sicherheitsproblem für die Umwelt bestünde, seien einige Kollegen dem Fracking gegenüber noch kritisch eingestellt, so dass eine Einigung zu dem Gesetzentwurf noch nicht erreicht werden konnte. Seines Erachtens müsse man versuchen, die Akzeptanz für das Verfahren in der Bevölkerung zu erhöhen, da viele Abgeordnete sich besonders besorgten Bürgern in ihren Wahlkreisen gegenüber verpflichtet sähen.

Fracking-TreffenAuf Anfrage von Kai Kuhlmann, Gesamtbetriebsratsvorsitzender ExxonMobil, zum weiteren zeitlichen Ablauf sagte Möring, dass er noch vor der Sommerpause auf eine Einigung hoffe. Er werde sich dafür verstärkt auch unter Zuhilfenahme der ihm nun bekannten Zahlen zum Personalabbau einsetzen.

Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass eine schnelle gesetzliche Regelung zum Fracking notwendig sei um weitere Entlassungen zu vermeiden. Das mit dem Personal verbundene Knowhow der Branche müsse für den Industriestandort Deutschland erhalten bleiben. Auch was die Frage der Abhängigkeit im Energiesektor beträfe, sei unser Land auf unkonventionelle Fördermethoden angewiesen. Sowohl die beiden Bundestagsabgeordneten als auch Geschäftsführer und Betriebsratsvorsitzende der Celler Bohr- Erdöl- und Erdgasindustrie wollen versuchen, bei der Bevölkerung weiter um Akzeptanz für das Fracking-Verfahren zu werben.

Text: Angela Siems
Fotos: Peter Müller

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Kommentare (2)

  • Julia Verlinden

    Die Schlüsse, die die beiden CDU-Abgeordneten aus ihrem Treffen mit der Celler Bohrservicebranche ziehen, zeigen leider, dass sie ihre Augen vor der Realität verschließen: Weltweit ziehen Banken und Unternehmen Investitionen aus fossilen Technologien ab. In einer Weltwirtschaft, die eine Dekarbonisierung ansteuert, würde ein Verzicht auf die Fracking-Technologie mehr nützen, unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken und unsere Arbeitsplätze zu sichern.

    Das hat gerade die internationale Klima-Konferenz in Paris wieder deutlich gemacht. Wenn wir das dort beschlossene Klimaschutzziel erreichen möchten, müssten mindestens zwei Drittel der fossilen Brennstoffe im Boden bleiben. Wir brauchen daher Investitionen in eine neue, zukunftsfähige Energiewelt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Auf risikoreiche Technologien von gestern wie Fracking zu setzen, um noch mehr Erdöl und Erdgas aus dem Boden zu pressen, wäre ganz klar eine Fehlinvestition.

    Dem Bundestag liegt momentan ein Fracking-Gesetzespaket der Bundesregierung zu Abstimmung vor, das Fracking erlauben würde. Die Abstimmung darüber wird seit Sommer letzten Jahres immer weiter verschoben. Derweil werden die Bedenken von Umweltverbänden, Kirchen, Wasserversorgern, Getränkeherstellern und Bürgerinitiativen immer größer. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD im Bundestag haben jetzt die Möglichkeit, aus dem Fracking-Erlaubnispaket der Bundesregierung ein echtes Verbot zu machen.

    Statt auf kurzfristige Lobbyinteressen zu hören, sollten auch die Abgeordneten der Regierungskoalition langfristige Klima- und Energieziele verfolgen. Im Bundestag sollten sie sich deshalb für ein Fracking-Verbot stark machen. Das würde übrigens auch dem Wählerwillen entsprechen: Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Bürger*innen dagegen ist, dass mithilfe von Fracking Erdgas und Erdöl gefördert wird.

    Dr. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag und Abgeordnete für den Wahlkreis Lüneburg und Lüchow-Dannenberg

  • Mengershausen

    Wäre der Kommentar von Frau Verlinden weitergegangen mit „Und um das in der Region bestehende Know-How und die vorhandenen Arbeitsplätze in der Bohrindustrie zu halten sowie die Ziele des Klimagipfels zu erreichen, setzen wir uns ein für eine staatliche Förderung zur Erforschung und Entwicklung der Geothermie ein!“ wäre er ein konstruktiver Beitrag gewesen. So ist er mal wieder nur „Dagegen!“.

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