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Frieden!

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Mende empfängt Überlebende

Es war nur eine gute Stunde der Zusammenkunft – aber so schwer habe ich mich wohl noch nie mit einer Überschrift getan. “Mende empfängt Überlebende von Bergen-Belsen”? “Überlebende tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein”? “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”? Alles treffend und doch kann ein Bericht des heutigen Empfangs im alten Rathaus durch Celles Oberbürgermeister nicht die Atmosphäre so wiedergeben, wie sie ihr gebührt. Diese ganz besondere Stimmung, geprägt von Frieden, Versöhnung und Vergebung. Von Erinnerung, andächtiger Stille und herzhaftem Lachen. Von der Gewissheit: “Du bist jetzt ganz nah bei den Menschen, die du nur aus Schwarz-Weiß-Filmen kennst, so fern der vorstellbaren Wirklichkeit. Und jetzt bist du live dabei (warum auch immer als einziger Pressevertreter) – bei einem Moment, der so nie wiederkehren wird.”

Frieden seit Generationen

Frieden seit Generationen

Und dann ist da dieser Junge mit dem ansteckenden Lächeln – Dennis Savran, 13, ein Enkel eines Überlebenden. Jetzt am Sonntag, zur großen Gedenkfeier in Bergen-Belsen, wird er 14. So alt, wie viele der damaligen Opfer und Überlebenden damals waren. Er sitzt neben Anton Rudnew, 85. Der Ukrainer hat die “Hasenjagd” in Celle erlebt – oder eher durchlebt. Die beiden nebeneinander, verbunden über Generationen, verbunden über Grenzen, bilden mein persönliches Fotomotiv der Woche.

Aber da ist auch dieser Händedruck von Dirk-Ulrich Mende mit Karl Payuk. Auch er hat die unsägliche Hetze von bis dato meist unbescholtenen Celler Bürgern überlebt und hält vor den rund 30 Gästen eine bewegende Rede – ganz ohne Hass und Gram. Soll dieses Foto auf die Titelseite?

Oder doch lieber das, wie Ratsherr Jens Rejmann den Gästen Kaffee einschenkt und dieser unwirklich anmutenden Zusammenkunft etwas Normalität verleiht?

Da wäre auch noch das Zitat einer Mitarbeiterin aus dem Organisations-Team, das mir nicht aus dem Kopf geht: “Ich weiß nicht, ob ich das könnte, was diese Menschen heute tun – an den Ort zurückkehren, wo ihnen unendliches Leid zugeführt wurde.”

Wie ich es auch anstelle – es kann kein CelleHeute-Bericht in gewohnter Form werden, darum lasse ich am Ende einfach die Bilder sprechen und werde noch lange an das Bild denken, das auf keinem Foto ist: Eine herzliche Begrüßung, meine Hand mit zwei Händen ergreifend, von einem kleinen Mann, mich mit einem Lächeln anschauend, kein Deutsch sprechend und mir doch allein mit seinen strahlenden Augen in wenigen Sekunden mehr erzählend als jede Rede – ein Moment wie das Wiedersehen von zwei alten Freunden, beinahe als wolle er mir sagen: “Schön, wieder hier zu sein”. Danke, kleiner Mann, für Ihre Größe.

[Galerie nicht gefunden]

Baldmöglich hören Sie hier die Reden vom Empfang auf deutsch und auf russisch.

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Über den Autor

Peter Fehlhaber

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