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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – EqualPayDay am 25.03.2011

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, eigenständige soziale Absicherung und gleiche Chancen auf den Arbeitsmarkt! Das sind heute zentrale Forderungen der Frauen, denn trotz gut gemeinter EU-Gesetze, die gleichen Lohn für gleiche Arbeit vorschreiben, werden Frauen weiterhin schlechter bezahlt als Männer. Das belegen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes.

Obwohl Frauen heute teilweise besser ausgebildet seien als die männliche Konkurrenz – bessere Schulabschlüsse, mehr Abiturientinnen, mehr Studentinnen – auf dem Arbeitsmarkt seien sie nicht das gleiche wert. Das sagten am Mittag die Einladenden Gisela Dietterle vom SoVD, die Gleichstellungsbeauftragten von Kreis und Stadt, Katharina Sander und Brigitte Fischer sowie Sabine Saur vom DGB.

In Europa wird der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern als „Gender Pay Gap“ bezeichnet, also „Bezahlungslücke“.
Das ist der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienst der Männer einerseits und der Frauen andererseits. In den letzen Jahren bewegte sich der Gender Pay Gap in Deutschland überwiegend bei 23 %.

Für die Ursachen dieses Ungleichgewichts spielen nach Ansicht der Organisatorinnen viele Faktoren eine Rolle:
- Frauen werden grundsätzlich geringer bezahlt als Männer in gleicher Position, weil Arbeitgeber bei jungen Frauen generell mit familienbedingten Erwerbsunterbrechungen rechnen.
- Solche Unterbrechungen sind auch darauf zurückzuführen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht erfolgreich verwirklicht werden kann.
- Während der Mann meist durchgehend in Vollzeit beschäftigt ist, unterbricht die Frau häufig für mehrere Jahre ihre Arbeit, weil sie sich um ihre Kinder oder gar um pflegebedürftige Angehörige kümmern muss.
- Viele Frauen finden nach ihrer Rückkehr oft nur schlechter bezahlte Teilzeitjobs. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Rente der Frau aus.
- In vielen Familien und in großen Teilen der Bevölkerung herrscht nach wie vor ein traditionales und überholtes Bild von der Rolle des Mannes und der Frau vor. Das wirkt sich dann auch in der unterschiedlichen Ausbildung und in den Zukunftsperspektiven für Töchter und Söhne aus.
- Viele Dienstleistungsberufe, in denen überwiegend Frauen tätig sind, wie Erzieher-/innen, Altenpfleger-/innen, Hebammen, Krankenschwestern, werden geringer entlohnt.

Auszubildende in den männlich dominierten Berufen wie Betonbauer, Mechatroniker, Maschinenbauer etc. würden deutlich besser bezahlt und erwerben sogar Rentenansprüche in der Ausbildung.

Daher müssen nach Ansicht der Organisatorinnen die „vollschulischen Berufe“ dringend aufgewertet werden – auch im Hinblick auf die „Vereinbarkeit Familie und Beruf“ und erzieherischen Berufe mit Kinderbetreuung. Müttern müsse die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden und unter Berücksichtigung des demographischen Wandels die Pflege- und Gesundheitsberufe, da hier der Bedarf an Pflegekräften schon jetzt zu spüren ist und noch steigen wird.

Der Aktionstag „Equal Pay Day“ findet jährlich statt. Er markiert den Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern – nämlich als den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen.Dieser Tag X ist dann der Equal Pay Day. In Deutschland ist das, in diesem Jahr, der 25. März. Das genaue Programm, Sternmarsch und Kundgebung siehe u.a. Programm.

Brigitte Fischer fordert: “Mehr Frauen in Fachberufe, in technische Berufe, in Karriereberufe, mehr Frauen in Führungspositionen. Frauen sollten sich ihres Werts bewusst sein, den Mut zum Wechsel haben und nicht nur fördern, sondern fordern. Und Frauen müssen heraus aus der Zuverdienerinnen-Rolle.”

EqualPayDay Flyer

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