Die 33 Bergleute der San Jose Mine in Chile haben heute nach langer Zeit wieder eine warme Mahlzeit erhalten. Die seit dem 5. August verschütteten Minenarbeiter in 700 Meter Tiefe werden über einen Versorgungsschacht beliefert. Bei der Rettungsaktion kommt Hilfe aus Nienhagen. Mit einem so genannten “RVDS – Vertical Drilling System” der Firma Micon Mining and Construction Products GmbH wir der Bohrmeißel auf dem 700 Meter tiefen Weg über die ganze Strecke auf Kurs gehalten. Ohne diese Steuereinheit konnte man mit der Rettungsbohrung nicht beginnen.
Für die 33 eingeschlossenen Bergleute hängt von dieser präziser Bohrung ihr Überleben ab. Durch dieses Loch sollen sie später nach oben gezogen werden Zwei Mitarbeiter aus Nienhagen seien nach Chile gereist, um den Einsatz vor Ort zu begleiten. Das habe Unternehmenschef Dr. Rainer Jürgens bestätigt. Für eine konkrete Auskunft konnten wir ihn bisher nicht erreichen – ein Telefonist der Firma vertröstet auf Montag. Auch dürften Fotos von dem Gerät nicht veröffentlicht und Gespräche mit den beiden Ingenieuren nicht geführt werden – Grund sei eine Nachrichtensperre. Die Minenbetreiber hätten Angst vor Gerüchten und schlechter Presse. Aber Zeichnungen des Gerätes sind auf der Firmenhomepage (s.o.) ersichtlich.
Das RVDS-System werde bei Bohrungen für Minen oder Wasserkraftwerke in der gesamten Welt benutzt. Diese beiden in Chile verwandten Geräten habe Micon aufgrund der Dringlichkeit aus der Mongolei und Brasilien zurückgeholt.
Die erste Bohrung soll einen Durchmesser von fast 40 Zentimetern schaffen. Noch zu eng für die Bergleute. Erst mit einer zweiten Bohrung sollen die mindestens benötigten 66 Zentimeter geschaffen werden können – Experten befürchten, dass dies bis Weihnachten dauern könne.
Die Bohrung seit laut Ansicht von Experten extrem schwierig. Am Donnerstag musste der erste Versuch nach nur 20 Metern wegen einer instabilen Gesteinsstelle unterbrochen werden. Da sich die Kupfermine in einer sogenannten Subduktionszone befinde, in der sich die pazifische unter die amerikanische Kontinentalplatte schiebe, gebe es Spalten und Klüfte. Deswegen muss diese Stelle zementiert werden – voraussichtlich werden solche Unterbrechungen öfter vorkommen, schätzen Fachleute.

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