Karstadt ist gerettet – Von der Leyen: “Karstadt noch nicht überm Berg”

karstadtWir haben uns lange mit einer Berichterstattung über das von dem Aus bedrohte Kaufhaus zurückgehalten. Zu viel ist in den vergangenen Monaten spekuliert worden, zu viele Ängste geschürt und Mitarbeiter verunsichert. Das Warten hat sich auch für uns gelohnt – denn wenn wir uns schon darauf konzentrieren, nur über Fakten zu berichten, dann am liebsten natürlich über positive. Der Deal perfekt: 25.000 Karstadt-Mitarbeiter können aufatmen, auch die aus Celle: Die Übernahme durch den US-Investor Berggruen ist unter Dach und Fach. Um 11:20 Uhr hat das Amtsgericht Essen das Insolvenzverfahren abgeschlossen.

“Alle, die Ja sagen mussten, haben Ja gesagt”, bestätigte Berggruen die Einigung mit dem Vermieter-Konsortium Highstreet. Demnach stimmte die Gruppe den von Berggruen geforderten Mietsenkungen zu. Wenn alles gut geht, könnte der Warenhaus-Konzern nach 16 Monaten aus der Insolvenz entlassen werden.

Bereits seit Juni vergangenen Jahres verhandelte Berggruen mit dem Immobilien-Konsortium. Er hatte gefordert, die Mieten für rund Dreiviertel der Karstadt-Immobilien zu senken. Zuletzt sagte Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen die Unterstützung zu. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle schaltete sich Anfang der Woche ein: “Vermieter und Mieter müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und sich einigen.” Seine Worte wurden gehört und damit auch Celles größtes Warenhaus gerettet.

Trotzdem: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen warnt vor verfrühter Euphorie: „Karstadt ist noch nicht über den Berg“. Dennoch sei es ein großer Tag für das Unternehmen, so die Ministerin.

Wären die Verhandlungen gescheitert, hätte Karstadt einen Teil seiner Filialen bis Ende des Jahres verkaufen müssen.

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