Landtags-Grüne: “Schäden durch Erdgasförderung größer als erwartet”
Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat die bislang vom Niedersächsischen Landesbergamt erteilten Genehmigungen für die Förderung von Erdgas und für das Fracking von konventionellen und unkonventionellen Erdgasvorkommen als “leichtfertig” bezeichnet.
Nach einem Gesprächstermin bei der RWE DEA in Völkersen bei Verden sagte der Grünen-Politiker, dass in der Umgebung etwa eine Fläche von 120 bis 150 Hektar von Verseuchungen durch benzolhaltige Lagerstättenwässer betroffen sei. Die Landwirte könnten auf diesen Flächen vorerst keinen Ackerbau betreiben. Ursächlich seien undichte Leitungen, die benzolhaltige Abwässer aus der Erdgasförderung transportiert haben.
Wenzel war am Mittwoch zusammen mit seiner Rotenburger Abgeordneten-Kollegin Elke Twesten und dem Pressesprecher der Bürgerinitiative “No-Fracking Völkersen” Andreas Noltemeyer zum Gespräch bei der RWE DEA. An dem Gespräch nahm auch der Präsident des Landesbergamtes teil. Im Anschluss daran, trafen sich die Grünen mit dem Landrat Bohlmann und mit Mitgliedern der Bürgerinitiative in Verden.
Wenzel und Twesten kritisierten, dass in der Vergangenheit Verpressbohrungen zur Abwasserbeseitigung sogar in Trinkwasserschutzgebieten genehmigt wurden. Völlig unzureichend” sei die Beweissicherung für Spätschäden durch Erdgasförderung im Bergrecht geregelt. “Die Genehmigung der Abwasserverklappung in einem Trinkwasserschutzgebiet wäre mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung wohl kaum denkbar gewesen”, sagten die Grünen-Abgeordneten. Daher sei zu prüfen, ob die Genehmigung widerrufen werden könne. Dies gelte umso mehr, weil in dem Gasfördergebiet in der Vergangenheit auch die Frack-Technik angewandt wurde und keine vollständigen Analysen über Rückstände aus Frackflüssigkeiten vorliegen würden.
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