Landtagsgrüne kritisieren heutigen Rothkötter-Start in Wietze

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer sieht in der heutigen Produktionsaufnahme in dem neuen Megaschlachthof in Wietze den eiligen Versuch, Fakten zu schaffen. “Den zahlreichen Kritikern soll der Wind aus den Segeln genommen werden. Noch sind zwei aussichtsreiche Klagen gegen den fehlerhaften Bebauungsplan und gegen die vom Land erteilte Genehmigung vor Gericht und können ein frühzeitiges Aus bedeuten”, sagte der Grünen-Politiker.

Meyer kritisierte, dass die Landesregierung sich daran beteiligt, mit allen “Tricks und Finessen” Landwirte für die unrentablen und gesellschaftlich nicht mehr akzeptierten Geschäfte mit Hühnerfabriken anzuwerben.

Der Grund dafür sei in der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen Landtagsfraktion zu den Förderbedingungen zu lesen. Demnach muss der Schlachtkonzern Rothkötter bis Ende 2012 ausreichende Verträge mit über 400 Großmästern nachweisen – ansonsten müsse die 6,5 Millionen Euro schwere Landesförderung für Wietze zurückgezahlt werden.

Es sei “hochgradig fraglich”, ob der von der Landesregierung geförderte Hühnerschlachthof an der A7 überhaupt eine Zukunft hat. “Der Selbstversorgungsgrad bei Hähnchen liegt inzwischen in Deutschland bei weit über 100 Prozent. Der Export ist nur zu tierquälerischen und gesundheitlich bedenklichen Bedingungen möglich. Massenhafte Qualhaltung hat keine Zukunft, wird vom Verbraucher abgelehnt und überlebt nur durch staatliche Subventionen”, sagte der Grünen-Politiker.

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4 Kommentare

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  1. Pro Animal sagt:

    Christian Meyer hat völlig Recht!
    Die CDU ist mal wieder nicht am Puls der Zeit und steuert beim Thema Landwirtschaft und Nutztierhaltung ebenso stur in die falsche Richtung, wie sie es in der Atompolitik auch jahrzehntelang getan hat.
    Bevor die cdu zum Umdenken kommt, muß der Druck in der Bevölkerung sehr groß und eine Katastrophe passiert sein. Früher begreifen sie es nicht.
    Interessant dabei ist, das die sog. “Junge Union” die Sprechblasen ihrer Altvorderen nachplappert, ohne eigene Ideen und Konzepte zu entwickeln. Selbst in der jungen Generation der Partei ist diese Sturheit zu beobachten.
    Irgendwann werden aber auch sie es einmal begreifen. Mit quantitativem Wachstum zerstören wir unseren Planeten, mit qualitativem Wachstum können wir ihn vielleicht für uns noch retten.

  2. Hallmackenreuther sagt:

    Wer den ARD-Beitrag “Das System Wiesenhof” gesehen hat weiss, wie es in dieser Tötungsmaschine aussieht.
    Herr Rothkötter sollte sich in Grund und Boden schämer, mit solch einem System Geld zu machen!
    Dieser Mensch hat für mich jede Achtung und jeden Respekt verloren!
    Die Menschenwürde ist laut GG unantastbar. Für mich ist dieser Mann ohne Würde!

  3. Hofnarr2011 sagt:

    Sehr guter Beitrag und Vergleich “Pro Animal: Atompolitik und Massentierhaltung

    Mit diesen Themen fährt die CDU immer schneller in den politischen Abgrund und selbst die JU merkt es nicht oder kann sich von den alten Denkweisen ihrer “Vorbilder” nicht lösen.

    Wo sind denn bitte die neuen und angepriesenen Ideen der “aufstrebenden” Zukunftspolitiker ?

  4. Braunbaer sagt:

    @Hallmackenreuther: Sollte nicht laut Grundgesetzt auch eine Unschuldsvermutung gelten? Oder ist diese nur nach Lust und Laune anwendbar?

    Ich habe diesen Bericht auch gesehen und ich halte das Vorgehen für unhaltbar! Ich würde mich auch hüten dieses in irgendeiner Art und Weise rechtfertigen oder zu verharmlosen. Doch der ARD Beitrag war schon extrem einseitig. Tun Sie sich einfach mal die youTube-Videos von Wiesenhof an. Bei der ARD wurde das Wiesenhof-TV-Team ja lächerlich gemacht, wenn man sich die Interviews (besonders das im Foyer) aber in ganzer Länge und nicht geschnitten anguckt, bekommt der Beitrag der ARD doch schon ein gewisses Geschmäckle.

    Um es noch mal ganz klar und deutlich zu sagen: Dieses Verhalten dulde ich nicht, unterstütze ich nicht und gehört strafrechtlich verfolgt!

    Und um noch mal den Bogen zu Rothkötter zu bekommen: Dieser setzt keine Sub-Unternehmen ein und behandelt seine Mitarbeiter fair. Dies hat mir bis jetzt jeder bestätigt, der für ihn arbeitet oder gearbeitet hat. Es ist nicht auszuschließen, dass es auch dort zu Misshandlungen kommt, aber wie ich Anfangs schrieb, gilt hier die Unschuldsvermutung.

    Das eine Massentierhaltung nicht Artgerecht ist – darüber brauchen wir nicht zu diskutieren!

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