Am Abend hat der Rat der Gemeinde Langlingen mit seiner CDU-Mehrheit (7:3 Stimmen) sein Einvernehmen zum Antrag auf Bau von zwei Mastställen erteilt. Die SPD-Fraktion hat es abgelehnt, dem Antrag auf Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens zum Bau eines Hähnchenstalles zuzustimmen.
Rolf Meyer zur Begründung: „Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit einem privaten Nutzer die Straße finanziert. Es muss klar sein, dass jeder Antragsteller die anfallenden Kosten zu 100% tragen muss“.
In dem gestellten Antrag auf Errichtung von zwei Hähnchenmastställen bei Langlingen mit insgesamt 82.000 Mastplätzen gab es nach Angaben Meyers keine Klärung, wer die Kosten für den notwendigen Ausbau des Wirtschaftsweges übernehmen wird. Auch bliebe ungeklärt, ob nicht der Landkreis eine Erschließung über eine Kreisstraße genehmigen würde.
Derzeit jedenfalls sei die Erschließung nicht gesichert.
Meyer kritisiert die CDU im Gemeinderat Langlingen: „Hier wird knallharte Lobbypolitik gemacht. Nicht der Verursacher soll zahlen, sondern die Allgemeinheit“.

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Es ist für den normalen Bürger nicht mehr nachvollziehbar, dass die ungewollten Mastställe nun auch noch auf ihre Kosten realisiert werden sollen. Es wäre unglaublich, wenn die Zufahrtswege mit Steuergeldern gebaut werden! Es muss selbstverständlich sein,dass derjenige, der an Hähnchenmast verdienen will, auch die Kosten trägt. Ich kann mir auch nichts aufbauen auf Kosten der Steuerzahler. Genausowenig ist nachvollziehbar, dass ein Multimillionär für eine Riesenschlachtanlage, mit der er in Wietze sein Vermögen noch vergrößert, mit etlichen Millionen subventioniert wird. Wann wachen wir endlich auf? Wie lange lassen wir uns so etwas noch bieten? Subventionen an Landwirte sollten nur gezahlt werden, um die Existenz zu sichern, aber nicht, um Vermögen auf Kosten der Steuerzahler anzuhäufen!!!!!Hier muss endlich etwas geändert werden.
Neben Abwahl der verantwortlichen Politiker hat man weitere Möglichkeiten, auf die derzeitige (Fehl-)Entwicklungen zu reagieren.
Z.B. durch “strategischen Konsum”, d.h. in diesem Fall durch Kauf von Lebensmitteln aus vernüftiger, nachhaltiger Produktion, möglichst von regionalen Erzeugern. Oder bei Produkten, die nicht regional erzeugt werden können, wie Kaffee oder Schokolade, von regionalen Anbietern, die auf vernünftige Arbeits- und Lohnbedingungen bei den Erzeugern achten.
Die Frage ist nur: gibt es in unserer Region ein entsprechendes Angebot?
Hemme-Milch (Wedemark) scheint einen recht vernünftigen Ansatz zu verfolgen.
http://www.samocca-quedlinburg.de erscheint auf den ersten Blick ebenfalls recht brauchbar.
Rausch (Peine) vertreibt fair gehandelte Schokolade unter dem “fairglobe”-Label bei LIDL (was wiederum ggf. ein fragwürdiger Vertriebsweg ist).
Wer kennt weitere Beispiele? Ich bin für jeden Hinweis dankbar!
Viele Grüße
Matthias
Guten Morgen,
es gibt noch wesentlich mehr Alternativen in unserer Gegend.
Beispielsweise den Bioland Kudammhof in Adelheidsdorf.
Oder zum beispiel mal bei google nach Neuland Fleisch suchen.
Die Leute müssen endlich verstehen, dass ein halbes Hähnchen das weniger als eine Tüte Vogelfutter kostet, eine Perversion ist.
Gruss, Christian
Hallo Christian,
danke für den Hinweis. Bei Neuland hatte ich in den letzten Tagen schonmal gesucht, aber – auf den ersten Blick – nur Betriebe im Nordkreis gefunden. Für mich persönlich wären Betriebe im Bereich Flotwedel interessanter. Ich werde mir wohl den Kudammhof mal genauer angucken. :)
Was ich immer nicht verstehe, ist, dass viele gegen Intensivtierhaltung sind, es ungerecht finden, wie wenig Geld die Bauern für ihre Milch bekommen, etc. aber den Rückschluss auf ihr Kaufverhalten nicht herstellen können. Ich stimmt dir voll und ganz zu – für viele sind vernünftig hergestellte Waren immer noch zu teuer. Dass die aber nicht zu teuer sind, sondern das Supersonderangebot im Supermarkt schlicht zu billig für vernünftige Herstellungsbedingungen ist, ist offenbar schwer zu vermitteln. :(
Vielleicht sind wir einfach zu lange darauf trainiert worden, den Preis als Hauptkriterium beim Einkauf zu betrachten… Andererseits ist es aber auch verdammt schwierig überhaupt vernünfigte Produkte zu finden. Einchfach nach Bio- oder Transfair-Label gucken reicht ja noch lange nicht aus.
Viele Grüße
Matthias