LeserMeinung: “Rat war von einheitlicher Meinung weit entfernt”
So hatte sich Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende das sicher nicht vorgestellt: Bei der Abstimmung über angeblich “NS-belastete” Namensgeber Celler Straßen gab es viele Stimmen, die sich gegen einen Umbenennung aussprachen. Alleine gegen die Umbenennung des Helmuth-Hörstmann-Weges und der Agnes-Miegel-Straße votierten 17 bzw. 13 Ratsmitglieder. Von einer einheitlichen Haltung war der Rat weit entfernt. Einen bekanntermaßen Gutachten-kritischen Ratsherrn hatte man mit wenig plausibler Begründung gar nicht erst zur Abstimmung zugelassen.
Mende hatte jüngst noch die Erwartung geäußert, dass die Ratsmitglieder der Empfehlung der Gutachter folgen würden. Der OB und die Parteien SPD („Wir stehen zu den Gutachten und den Schlüssen, die man daraus ziehen muss”), Grüne („Wir sind für die Umbenennungen“) sowie “Die Linke” legten sich bereits im Vorfeld auf eine Umbenennung fest.
Deshalb bleibt nur der Schluss, dass sich offenbar große Teile der CDU- und FDP-Fraktion gegen die Umbenennungen ausgesprochen haben – und damit dem Bürgerwillen und der Auffassung der wichtigsten Experten für die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel und den verdienstvollen ehemaligen Celler Oberbürgermeister Helmuth Hörstmann gefolgt sind.
Der wohl renommierteste deutsche Historiker Prof. Dr. Hans Mommsen und die auch international bedeutendste Miegel-Expertin Dr. phil. Marianne Kopp hatten sich ganz klar gegen die Umbenennung der Straßen ausgesprochen.
Zudem votierten sämtliche Anwohner der Agnes-Miegel-Straße in Celle-Scheuen per Unterschriftensammlung gegen das Vorhaben.
Kaum eine andere Ratssitzung in den vergangenen Jahren zählte so viele Besucher, wie jene vom 10. Februar 2011. In kaum einer anderen Ratssitzung gab es auch – so schildern es Anwesende – von seiten der Bürger so viele Unmutsbekundungen über den Rat.
Detlef Suhr – Edewecht
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