LeserMeinung: “Winterdienst und Celle überhaupt!”

Dies ist der 1. Leserbrief meines Lebens (Geburtsjahr 1955), und er ist motiviert aus der seit Wochen anhaltenden Verärgerung (plus der Situation aus dem letzten Jahr) über Vorkommnisse in und um Celle, die Berichterstattung darüber und über den völlig unprofessionellen und ignoranten Umgang der Kommunen und Gemeinden mit den winterlichen Verhältnissen im Speziellen.

Der letzte Anlass für meine Unmutsäußerungen sind Ihre Artikel zu diesem Thema, sowie das Unverständnis und die allgemeine Unzufriedenheit des Umgangs der Stadt Celle mit ihren Bewohnern=Kunden. Denn wir bezahlen alle diese Damen und Herren!

Eigentlich müssten wir Steuerzahler eine deutliche Minderung der Zahlungen an den Fiskus vornehmen (wenn meine Wohnung nicht richtig warm wird, mindere ich auch umgehend die MIete), da eindeutig nicht die Leistungen erbracht werden, die Kernaufgabe des öffentlichen Dienstes darstellen: nämlich die 100prozentige Gewährleistung eines reibungslosen und uneingeschränkten Wirtschaftsbetriebes und der Sicherstellung der Realisierung eines maximalen Bruttosozialproduktes, und das 365 Tage im Jahr und 24 Std. am Tag. Dafür zahlen wir Alle unsere Steuern!

Aber genau das geschieht nicht! Und ganz besonders nicht im Winter! Die Verantwortung dafür liegt ausdrücklich nicht bei den weinigen “armen Schweinen”, die mit ihren Räumfahrzeugen oder dem Schneeschieber in der Hand auf Grund ihrer viel zu geringen Anzahl fast wirkungslos gegen die winterlichen Unbilden ankämpfen.

Nein, die Verantwortung liegt bei den verantwortlichen Politikern und Amtsinhabern, und diese Personen der Stadt Celle zeichnen sich hier in einer ihres Gleichen suchenden, konsequenten, totalen Inkompetenz, Ignoranz und Tatenlosigkeit aus, gepaart mit impertinentem Lobbyismus und Eigennutz, und das seit vielen Jahren und über alle Parteigerenzen hinaus. Das hervorstechendste Beispiel ist dafür die bis heute nicht vorhandene Umgehungsautobahn. Ein Unding, das schon seit über 10 Jahren Realität sein müsste, und nur mit dem Schwachsinn der A 30 durch Bad Oeynhausen zu vergleichen ist, oder der Tatsache, dass schon wieder über Streusalzmangel geklagt wird (arbeiten denn an den entsprechenden Stellen nur komplette Idioten?).

Aber zurück zum Winter.
Der Zustand der Straßen in und um Celle, besonders der B3 (Celle-Soltau), sowie der Innenstadtbereiche (Weihnachtsmarkt, Fußgängerzone) und der kostenpflichtigen Parkplätze ist einfach eine einzige Frechheit. Als betroffener Einzelhändler würde ich jede Zahlung an die Stadt einstellen, genau so wie es völlig inakzeptabel ist für einen Parkplatz Gebühren zu bezahlen, der kaum zu befahren ist, nasse Füße garantiert, und die Gefahr birgt sich den Auspuff abzufahren. Anstatt für solche Parkplätze Geld zu verlangen, sollten die Kontrolleure lieber den Schneeschieber in die Hand nehmen.

Alle Argumente, dass dies auf Grund des starken Verkehrs oder der ständigen Belegung nicht möglich ist, sind doch nur Scheinargumente. Als Bewohner des Südwalls habe ich erst am 2. Weihnachtstag das 1. Mal eine zwar teilweise aber völlig unzureichende Schneeräumung wahrgenommen. Warum wird das nicht Nachts erledigt?

Warum werden nicht das vielfache an Menschen und Fahrzeugen , Straßen und Wege IMMER in einem einwandfreien Zustand zu halten? Auf einer Strasse wie der B3, immerhin eine Bundesstraße, muss bei diesem Wetter permanent (d.h notfalls 24 Std. und jeden Tag, auch Weihnachten) pro Fahrtrichtung 1 oder auch mehrerere Räumfahrzeuge unterwegs sein, und zwar so, dass die Sraß0e komplett eisfrei ist, und wie aktuell und seit Tagen (obwohll es praktisch seit dem 23. nicht mehr geschneit hat) nur mit 30-50 km/std zu “beschleichen” ist. Die Antwort lautet dann immer: “Es fehlt am Geld”!

Nur das ist nicht richtig. Wenn eine der bedeutendsten Industrienationen und High Tech Länder wie Deutschland das nicht problemlos leisten kann, dann ist dringende Abhilfe erforderlich, und wenn das zweifelsfrei vorhandene Geld dafür ausgegeben wird, dass Millionen von Menschen bei diesem Wetter morgens um 8:00 Uhr noch wohlig in ihrem warmen Bett liegen, weil ja das Geld monatlich auch so vom Staat kommt, und die mittlerweile die Minderheit darstellenden “Werktätigen”, die das Bruttosozialprodukt diese Staates erwirtschaften wollen aber auch müssen, nämlich genau daran gehindert werden, weil die Strassen nur mit endlosen Verspätungen oder gar nicht zu passieren sind (das Gleiche gilt auch für die Bahn), dann wird auch ein ansonsten sozial eingestellter Mensch wie ich zum “Radikalen”.

Wenn dieser Staat es sich wirklich nicht mehr leisten kann, ALLE seine Anforderungen zu bedienen, dann muss das Geld in 1. Linie in die Starken und nicht in die Schwachen und Faulen (der Unterschied ist mir durchaus bewusst) investiert werden!

Aber so eine Einstellung, die Nichts weiter als den gesunden Menschenverstand und betriebs- und volkswirtschaftliche Grundsätze bedient, ist in diesem Lande ja kaum noch äußerbar (siehe Herr Sarrazin). Und damit bin ich wieder bei Ihrer Zeitung!

Wer, wenn nicht die unabhängigen(?) Medien, soll denn diese Missstände anprangern, und zwar immer wieder, notfalls täglich auf der Titelseite. Wer, wenn nicht diese Medien sollte Roß und Reiter nennen, und zwar namentlich und mit Bild und mit eindeutiger Zuweisung von Verantwortungen und Verfehlungen. Und zwar immer am klassischen Wertesystem orientiert, und nicht an dem immer mehr verwässerten Wertesystem der neusten Generation, was Unvermögen zur Norm erhebt, und 100% Leistung und die komplette Erledigung einer Aufgabe oder Verantwortung zum außergewöhnlichen, besonders lobenswerten Einzelfall erheben will. Wer seinen Job nicht zu 100% macht, hat auch keinen Anspruch auf 100% Bezahlung….so einfach ist das Leben! Und das gilt insbesondere für all die unproduktiven Kräfte in Parlamenten, Ämtern und Verwaltungen……diese müssen ganz besonders intensiv kontrolliert werden, jeder Mangel sofort öffentlich gemacht werden, und Fehlverhalten angeprangert, da es ansonsten in diesem in sich geschlossenen Kosmos überhaupt kein Lesitungsprinzip geschweige den schmerzhafte Konsequenzen aus Fehlverhalten gibt.

Bestes Beispiel ist der Herr Landrat, der sich als Discjockey vergnügt anstatt als Leiter eines Krisenstabes 24 Std. dafür sorgt, dass alle Strassen sich in einem top Zustand befinden. Das erwarte ich und nicht wie in der gedruckten Lokalpresse lauwarmes Boulevard, was letztlich Niemand interessiert, außer den Herrn Landrat selbst, indem er mal wieder was für sein Ego in der Zeitung liest und der Redakteur gut Wetter macht, damit er mal wieder ein Interview bekommt. Sorry, dass ist es nicht, warum ich noch eine Tageszeitung kaufen möchte! Genau diese Aufgabe haben Presse und Medien!

Ich habe in den letzten 25 Jahren schon in einigen Städten in Deutschland und im Ausland gelebt, aber was ich hier in Celle an Klüngel, Filz, buchstäblicher Provinzialität und politischer und kommunaler Inkompetenz und Bürgerignoranz erlebe, die systematisch die Lebensqualität für den Mittelstand, den gehobenen Mittelstand und darüber in dieser wunderschönen Stadt zerstört, ist kaum zu toppen.

Anstatt sich intensiv darum zu kümmern, die Stadt für den genannten Personenkreis, der nämlich das besondere Flair und die Historie dieser Stadt zu schätzen weiß, attraktiv zu machen, denn dieser Personenkreis sichert und erhöht Steuereinkommen und verlangt und benötigt wenig bis keine Sozialleistungen, ist also doppelt interessant, wird durch das aufgeführte Verhalten der Kommune genau dieser Bewohnerkreis systematisch vertrieben bzw. davon abgehalten überhaupt hierher zu ziehen.

Die Folge ist ein noch höherer Anteil von Sozialfällen oder gering Verdienern sowie ein weiter steigender Ausländeranteil, noch mehr Sozialausgaben, steigende Kriminalität, Verelendung der Innenstadt und Rückgang der Gesamtanwohnerzahl!

Dies sind keine abstrusen Thesen, sondern ist bereits Realität……und das wissen sicher auch alle “Verantwortlichen”…..nur eine Änderung würde ja Aktivität bedeuten…….und das ist unbequem, lästig und lässt die riesige Komfortzone schrumpfen……..

Deshalb braucht es regelmäßige, und wenn nötig auch penetrante “Wachmacher” ….. und ein wichtiger Wachmacher ist die lokale Tageszeitung!

Mit wenig freundlichen Grüßen

……einer der seltenen Celler Zuwanderer

Bernd Vierig
Südwall, Celle

P.S.: Symtomatisch für meine Ausführungen über die “Bürgerfreundlichkeit” der Stadt ist die Tatsache, dass ich bei meiner Suche über Google nach “Stadt Celle” die Rubrik “Bürgerservice” angeboten bekomme……beim Anklicken dieser Rubrik erscheint dann aber auf der Website der Stadt Celle der bürgerfreundliche Hinweis : “Das angeforderte Element existiert nicht !”

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Ein Kommentar

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  1. Das P.S. spricht nach unseren Recherchen allerdings eher gegen Google als die Stadt, denn dort ist die Seite gut zu finden.

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