Vergangenen Montag trafen sich erstmals Gegner des Baus des größten geplanten Geflügelschlachthofes Europas direkt am Ort des Geschehens zu einer Mahnwache. Die BI-Wietze e.V. will mit diesem wöchentlich wiederkehrenden Protest bewirken, dass die breite Öffentlichkeit sich weiter mit dieser Thematik befasst und ihre “Empörung über die Entscheidungen von Politik und Wirtschaft über die Köpfe der Bevölkerung hinweg” Ausdruck verleihen. Diese Form des Protestes soll auch in den kommenden Monaten jeweils Montag von 16:00 bis 19:00 Uhr stattfinden.
Mahnwache der BI-Wietze vor geplantem Geflügelschlachthof
1. September 2010 • Autor: Peter Fehlhaber • Kategorien: Rathaus & Politik, Vor Ort, Wirtschaft & Technik5 Kommentare
Schreiben Sie einen Kommentar »
Schreiben Sie einen Kommentar
Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben.

Empfehlen
Ich würde mir nur immer klar machen wollen, dass 250-500 Arbeitsplätze entstehen werden und dass die Nachfrage nach Fleischprodukten vorhanden ist. Es wird extra ein Unternehmen in Wietze gegründet, so dass die Steuern in die Region fließen. Auch der Weg durch die Verwaltung ist nach den vorhandenen Regularien abgelaufen, so dass die “Empörung über die Entscheidung von Politik und Wirtschaft über die Köpfe der Bevölkerung hinweg” nicht sachgemäß erscheint, da das Interesse der Verwaltung und Politik sicherlich genau auf die Wietzer Bevölkerung abzielt: Mehr Arbeitsplätze, Höhere Steuereinnahmen und Zukunftschancen.
Und wichtig: Die Mastställe werden in einem Umkreis von 150 km erbaut, d.h. keine erhöhte Belastung für Wietze, aber auch, dass wenn Rothkötter nicht nach Wietze gegangen wäre, sondern in einen benachbarten Ort, wäre Wietze auch in diesem Umkreis von 150 km und könnte Mastställe bekommen, aber nicht die 250-500 neuen Arbeitsplätze und keine Steuereinnahmen und keine wirtschaftliche Entwicklungschancen für die Region.
Die neue Osnabrücker Zeitung schreibt dazu: “Die Anlage soll der bettelarmen Gemeinde Geld und Arbeitsplätze bringen. Wie zuletzt der Erdölrausch im Ort vor über 100 Jahren.”
Seit 1996 ist Wietze eine Bedarfsgemeinde, kann ihren eigenen Haushalt nicht finanzieren und erhält gerade einmal 600.000 € Gewerbesteuer im Jahr.
Wenn eine Gemeinde es nötig hat, es zu wagen, dann Wietze!
Die Neue Osnabrücker Zeitung als Lobbyist für Massentierhaltung zu sehen, ist Denken in schwarz/weiss. Ist jetzt jeder der dafür ist ein Lobbyist? Das ist wirklich unsachlich! Sie setzte sich auch nicht für Arbeitsplätze oder sonstiges für Wietze ein, sondern berichtete darüber, dass Europas größter Schlachthof entstehen soll. Auch eine Regionalzeitung (NOZ hat eine verkaufte Auflage von etwa 66.000 und ist damit eine der größten Regionalzeitungen überhaupt) setzt sich mit Sachverhalten über ihre Grenzen hinaus auseinander und berichtet darüber.
Und es ist auch nicht sinnvoll die Entwicklung der Erdölindustrie zu betrachten, denn Resultat ist, dass es sie nicht mehr in Wietze gibt und dass sie auch nicht mehr kommen wird. Fakt ist aber auch: Die Menschen brauchen Arbeitsplätze, damit sie Geld verdienen und wenn eine Gemeinde keine Jobs mehr für seine Einwohner hat, dann wird sie langsam aussterben. Ein Blick in viele Gemeinden nach Ostdeutschland reicht da als Begründung aus!
“wenig nachhaltigen und sozial bedenklichen Arbeitsplätzen:”
- Welche Quelle belegt die Gehaltsstruktur bei Rothkötter?
- 250 Arbeitsplätze, die schrittweise bis auf 1000 ausgebaut werden sollen sind nachhaltig
- Quelle Rothkötter: “Die Arbeitsplätze entstehen vor allem im Produktionsbereich der Zerlegung, Verpackung bis zum Versand/Lagerwirtschaft. Aber auch LKW-Fahrer und Mitarbeiter in der Verwaltung, Qualitätssicherung, und im technischen Bereich (Elektriker, Mechatroniker o.ä.) werden gesucht.”
Das dort nur Leiharbeiter etc. beschäftigt werden ist reine Propaganda zur Meinungsmache und nicht sachlich.
Es kann sein, dass ich es nicht weiss, aber welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Rothkötter Gruppe und der Heidemark Gruppe. Meines Wissens sind es unterschiedliche Unternehmen, die keinen Bezug zueinander haben.
Ich denke diese Diskussion zwischen uns wird sinnfrei, da wir unsere Positionen nicht ändern werden. Ich will nur eines ausdrücken, ich kann jeden verstehen, der sagt, dass er in seiner näheren Umgebung gewisse Industrie nicht haben möchte. Man sollte nur keine Ausflüchte in irgendwelchen Argumentationen finden, die nicht belegbar sind, sondern einfach sagen, aus welchem Grund man es nicht will. Und für Wietzer wird dies ein Grund sein: Die Angst persönliche Nachteile zu erhalten!
Aber in einer repräsentativen Demokratie werden Gott sei dank Bürgervertreter gewählt, die in dieser Sache für die Menschen und ihren Ort entschieden haben!
Vielleicht sollte man in zehn Jahren die Meinungen der Bürger hören und dann wird hoffentlich die Angst der Freude über die Stärkung der Region gewichen sein. Aber warten wir es ab…