„Gegen Antibiotika resistente Keime werden bei Mastanlagen ohne Filter in die Luft geleitet, obwohl es seit Jahren wirksame Filteranlagen gibt. Diese Keime machen Menschen krank und haben schon zum Tod geführt (siehe medizinische Analyse unten).“ Davon ist die Bürgerinitiative Üfingen/Alvesse überzeugt. In einem offenen Breif an Ministerpräsident David McAllister fordern sie bis zum 7.2.2011 Antworten auf Fragen. Hier im Original-Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

Sie haben die Verantwortung dafür übernommen, das Land Niedersachsen zu regieren und damit auch, die Gesundheit aller Menschen zu schützen. Weiterhin sind Sie selbst der Überzeugung, dass Politiker den Mut haben müssen, den Menschen die Wahrheit zu sagen, was Sie selbst auf Ihrer Internetseite publizieren.

Wie wir Ihnen in der Folge beweisen werden, wird das Grundrecht der Bevölkerung auf Gesundheit und Wahrheit durch die niedersächsische Landesregierung nicht eingehalten. Obwohl nach dem Rücktritt von Frau Grotelüschen, dem Dioxin‐Skandal und der Demonstration gegen Massentierhaltung mit über 15.000 Teilnehmern in Berlin eigentlich keine Wissenslücke mehr bestehen sollte, möchten wir Ihnen mit dem Bericht von Frontal 21, am 01.02.2011 um 21.00 Uhr und der diesem Brief angehängten medizinischen Analyse Gelegenheit
geben, sich zu informieren, bevor Sie uns bitte persönlich folgende Fragen beantworten.

Als Bürger erwarten wir einfache Antworten. Begründungen, weswegen man nicht anders handeln könne, dürfe oder wolle und es immer eine übergeordnete Instanz gäbe, hören wir fast immer. Deshalb wenden wir uns hiermit an Sie als Ministerpräsidenten mit der Bitte, einmal deutlich ein Ja oder Nein zu bekennen und erst dann eine Begründung zu geben.

Sagen Sie uns bitte einfach bis zum 07.02.2011 die Wahrheit!

1. Wie die medizinische Dokumentation der beiliegenden Gesundheitsanalyse aufzeigt, gibt es schon seit langer Zeit
Untersuchungen, die eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch Hähnchenmastanlagen (auch außerhalb eines 500‐Meter‐Radius) nachweisen. Es gibt aber nicht einen einzigen Beweis, dass die Gesundheit nicht belastet wird.

Sehen Sie es als Ihre Pflicht, diese Informationen an die Bevölkerung weiterzuleiten?
O Ja O Nein
Begründung:

2. Durch gegen Antibiotika resistente Tierkeime sterben Menschen. Mütter, Väter und Kinder. Gegen die Keimverbreitung aus den Ställen kann man Filter einsetzen, deren Wirksamkeit schon seit 2003 durch eine Untersuchung des Landesumweltamtes Nordrhein‐Westfalen (anbei) und danach immer wieder, auch durch TÜV und DLG, bestätigt wurde. Bis zu 99 % der Keime können ausgefiltert werden.

Setzen Sie sich dafür ein, dass diese Filter endlich zum Stand der Technik erklärt werden?
O Ja O Nein
Begründung:

3. Mit dem Transport der Tiere werden die Keime auf den Strassen auch unserer Städte verteilt. Das Einstreu‐Kot‐Gemisch mit Keimen wird auf den Feldern ausgebracht und bleibt dort lange im Boden und kumuliert sich. Für die darin enthaltenen Krankheitserreger gibt es keinen Mindestabstand zur nächsten wohnlichen Bebauung. Darunter können vor allen Dingen asthmakranke Kinder leiden.

Werden Sie nach wie vor Ställe ohne Keimgutachten genehmigen?
O Ja O Nein
Begründung:

4. Ställe mit 4.000 Quadratmetern und 84.800 Tieren fallen unter das Gesetz der „Außenprivilegierung“ für
landwirtschaftliche Betriebe. Aus diesem Grund müssen sie keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), keine Filter, kein Keimgutachten und kein Brandgutachten vorweisen. Andererseits muss z.B. jeder Bürger einen Katalysator unter seinem Auto haben.

Halten Sie die Bevorzugung solch großer Ställe für zeitgemäß?
O Ja O Nein
Begründung:

5. In unserer Region wurden in kürzester Zeit vier Mastställe ohne UVP und Filter genehmigt. Weitere sollen folgen. Wir stellen hiermit klar, dass Sie spätestens mit diesem Brief offiziell über die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Hähnchenmastställe informiert sind und ab jetzt die volle Verantwortung dafür tragen. Wir fordern Sie auf, die kürzlich erteilte Genehmigung für die Hähnchenmastanlage Alvesse zu überprüfen. Der Bau hat noch nicht begonnen.

Werden Sie die Genehmigung und die damit verbundene gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung prüfen?
O Ja O Nein
Begründung:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
wir sind gespannt, ob Sie wirklich konkret Stellung auf einfach gestellte Fragen beziehen. In der Woche ab 08.02.2011 werden wir Ihre Antworten in Presse, Funk und Fernsehen verbreiten.

An dieser Stelle möchten wir uns für die medizinische Analyse bedanken bei:
Dr. med. Thomas Fein ‐ Dr. med. Burkhard Kursch ‐ Dr. med. Lutz Kaiser und der Norder Bürgerinitiative gegen
Massentierhaltung. Die Analyse finden Sie auf: www.bi‐norden.de
Weiterhin bedanken wir uns bei weiten Teilen der Bevölkerung, Sponsoren und dem fantastisch funktionierendem Netzwerk der Bürgerinitiativen für die freundliche Unterstützung.
Auch der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft) sind wir für die Hilfe verbunden.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.uefingen.de

Im Auftrag der Bürgerinitiative Üfingen/Alvesse gegen die Hähnchenmastanlagen zeichnet am 30.01.2011
mit freundlichen Grüßen
(Matthias Adler)

20110129 Gesundheitsgefährdung Hähnchenmastanlage med. Analyse

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