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Mathe-Nachhilfe 2.0: Student gründet Videoportal

„Schon als Kind wollte ich Radiomoderator werden“, sagt Stefan Gelhorn, Absolvent der Medienwissenschaften in Braunschweig und vielen bekannt von “radio ffn”. „Mit meinem Zwillingsbruder Daniel habe ich immer Radio selbst gespielt.“ Einer durfte moderieren, während der andere die eigenen Mix-Tapes wechseln musste.

Dieser Berufswunsch führte Gelhorn zunächst an die Hochschule für Medien nach Stuttgart. Nach einem Semester zog es ihn dann aber nach Braunschweig. Das, was beim Großteil seiner Kommilitonen zu kalten Schweißausbrüchen und reflexartigem Nägel knabbern führt, fiel Gelhorn extrem leicht: der technische Anteil des Studiums. Ausgestattet mit dem nötigen Verständnis und einer tief innewohnenden Hilfsbereitschaft, reduzierte er auf handgeschriebenen Zetteln den Lernstoff aufs Verständlichste, würzte das Ganze mit einer guten Priese Humor und schaffte es so, dass auch dem technophobsten Anti-Nerd ein Aha-Erlebnis zu Teil wurde. Seine Hilfestellungen beschränkten sich nicht nur auf seinen Jahrgang. So gehörte er auch unter den Erstsemesterstudenten schnell zu den bekannten Gesichtern.

So kam es, dass ihn sein weiterer Weg nicht nur als Volontär zum Radio führte, sondern auch in ein eher mathematisches Projekt, das anderen hilft. Etwa ein Jahr investierte er zusammen mit seinem Freund Vitali Pritzkau nicht nur viel Herzblut, sondern auch Geld in das Projekt, www.mathehilfe24.de. Mit viel technischer Hilfe aus dem Freundeskreis gelang es den beiden am 15. November 2010 die Seite mit den ersten Videos werbefrei online zu stellen. Jetzt hatten sie etwas in der Hand, um bei der Presse hausieren zu gehen. Über einen Artikel der Wolfsburger Nachrichten wird die Wolfsburg AG auf die beiden aufmerksam und fördert das Projekt seitdem.

Mittlerweile kommt die Seite auf über tausend Besucher am Tag, die bei YouTube geschalteten Probevideos strotzen nur so vor positiven Kommentaren. „In Hochzeiten, also Prüfungszeit, haben wir bis zu zehn Neuanmeldungen am Tag. Die sind wirklich begeistert“, verrät Gelhorn nicht ohne Stolz. „Allerdings“, fügt er hinzu „gibt es vereinzelt mal ein wenig Kritik, wenn man mir etwa Arroganz vorwirft, weil ich in einem Video die P-Q-Formel als was Selbstverständliches abgetan habe.“ Dann versucht er es beim nächsten Video aber besser zu machen. Beiden scheint es sehr stark auf die konkrete Hilfe anzukommen, denn mit dem Projekt verdienen sie sich bestenfalls ein Zubrot.

Nach seinem Job als Radio-Volontär investiert Gelhorn immerhin noch viele Stunden ins Projekt, um Videos zu drehen und Emails zu beantworten. Denn der Clou der Seite sind die persönlichen Clips, die zu den Fragen des jeweiligen Kunden individuell angefertigt werden. Hier sieht man entweder Pritzkau oder Gelhorn, wie sie am Whiteboard Mathe-Probleme lösen. Sicherlich dauert es noch, bis sie sich endgültig mit Erklär-Größen wie Ranga Yogeshwar oder Harald Lesch vergleichen können, aber „es soll ja schließlich auch ein Hobby bleiben, bei dem man sich nicht kaputt arbeitet“, sagt Gelhorn.

Text: Torben Schmacke
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Kommentare (1)

  • Ulrike M.

    Ich gehe in die 9. Klasse und habe diese Woche eine Mathematikarbeit über den ‘Satz des Pythagoras’ geschrieben. Beim lernen ist mir aufgefallen, dass ich bei ein paar Rechenschritten noch unsicher war, deshalb habe ich es auf Youtube versucht. Ich habe auch gleich ein Video von Gelhorn gefunden, das mir echt sehr geholfen hat.
    Ist nur weiter zu empfehlen! :)

    Fiona M.

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