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“Nachhaltig in die Zukunft” – Konzept des LHH Hermannsburg angepasst

Das Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus (LHH) soll in Zukunft deutlicher als „Schaufenster“ des Ev.-luth. Missionswerks (ELM) wirken und gleichzeitig als selbstständige GmbH betriebswirtschaftlich unabhängiger wirtschaften. Das hat der Missionsvorstand des ELM beschlossen.

Seit seiner Neueröffnung vor 15 Jahren habe sich das damals revolutionäre Konzept des LHH mit seinen barrierefreien Verbindungen der Wirtschaftsbetriebe Buchhandlung, Weltladen, Café-Restaurant und Hotel mit den ELM-Bereichen Missionsausstellung sowie Tagungs- und Veranstaltungsbetrieb als Publikumsmagnet, besonders für die Hermannsburger Bevölkerung, erwiesen. Nach über einem Jahrzehnt sei es aber notwendig, das Konzept anzupassen, erläuterte der Direktor des Missionswerkes Michael Thiel.

So entspreche die Ausstellung mit seinen „stummen“ Exponaten und Informationstafeln nicht mehr den Erwartungen der Besucher. Sie wird im Laufe des Jahres abgebaut und durch ein zeitgemäßes, raumsparendes Konzept ersetzt, das modernen pädagogischen Erkenntnissen und den heutigen elektronischen Präsentationsmöglichkeiten entspricht. So werden die Geschichte, die Gegenwart und die Aufgaben des ELM neu kommuniziert werden. Die dadurch frei werdende Ausstellungsfläche von fast 400 Quadratmetern im ersten Stock des LHH soll nach kleineren Umbaumaßnahmen gewerblich vermietet werden, um zusätzlich Einkommen zu generieren.

Auch im Erdgeschoss wird sich einiges verändern. Besonders für den Restaurantbereich und die Tagungs- und Veranstaltungsräume soll mit fachkundiger Begleitung ein Konzept entwickelt werden, das die Internationalität und weltweite Verflechtung Hermannsburgs durch die Arbeit des ELM mit Partnerkirchen in vier Kontinenten deutlich, aber ohne Aufdringlichkeit vermittelt, erläutert Thiel weiter. Außerdem soll verstärkt darauf geachtet werden, dass der Wirtschaftsbetrieb durch die Verwendung fair gehandelter Waren, Ressourcen schonende Nutzung von Energie, Wasser und Luft sowie durch regionalen Einkauf die Selbstverpflichtung des ELM zum verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung und in globaler Verantwortung deutlich lebt und durch Informationen auf Speisekarten und in Gästezimmern auf dieses Verhalten hinweist. So sollen Besucherinnen und Besucher des Hauses unaufdringlich inspiriert werden, selbst verantwortlicher zu handeln.

Außerdem strebt das ELM eine klarere Trennung der kommerziellen Bereiche der LHH GmbH von seiner Bildungsarbeit an. So werden im Laufe des Jahres einige Mitarbeitende des LHH, die hauptsächlich für Informationsveranstaltungen und Präsentationen des ELM zuständig sind, personalrechtlich und räumlich in das ELM übernommen und das ELM wird konsequent für den Service des LHH bei seinen Veranstaltungen die gleichen Dienstleistungspreise bezahlen, die auch externen Kunden von der LHH-GmbH berechnet werden. „Damit wollen wir klar erkennbar machen, dass ein Wirtschaftsbetrieb auch dann kostendeckend arbeiten kann, wenn er sich bewusst den Anforderungen an ein faires und nachhaltiges Wirtschaften in globaler Verantwortung stellt“, erklärte Thiel.

Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist Teil eines großen Netzwerkes, das im Verbund mit 23 Kirchen in 19 Ländern arbeitet. Es engagiert sich personell im Austausch von TheologInnen und Entwicklungsfachkräften zwischen evangelischen Kirchen in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika und unterstützt Projekte seiner Partner finanziell.

 

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