“Niedersächsische Bachperle 2010″ geht an die Stadt Melle

Gewinnerin des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs “Bach im Fluss” ist die Stadt Melle. Für das Entwicklungskonzept Else-Aue wird Melle mit der “Niedersächsischen Bachperle 2010″ ausgezeichnet. Weitere Preise gehen an die Naturschutzfreunde Weesen e.V., die Angler- und Naturschutzgemeinschaft Nord-Niedersachsen e.V., den Angelsportverein Harpstedt, den Tückerverein Goldenstedt von 1946 e.V. sowie an den Landkreis Harburg. Sonderpreise erhalten der Fischereiverein Wüsting e.V. und die Jugendfeuerwehr Rullstorf.

“Allen acht Preisträgern gratuliere ich ganz herzlich”, erklärte Umweltminister Hans-Heinrich Sander. “Sie leisten einen wertvollen Beitrag für unsere heimischen Gewässer mit ihren Tieren und Pflanzen. Und ich freue mich auf die Preisverleihung, wenn wir die haupt- und ehrenamtlich Tätigen persönlich kennen lernen dürfen.” Rainer Timmermann, derzeitiger Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens ergänzte: “Mit dem Wettbewerb ist es uns gelungen, den beeindruckenden Einsatz der Akteure vor Ort und viele erfolgreiche Projekte an Niedersachsens Fließgewässern öffentlich darzustellen. Dass eine Kommune für ihre hervorragende Arbeit mit der Niedersächsischen Bachperle ausgezeichnet wird, freut uns natürlich besonders.” Die Preise werden im Herbst von Umweltminister Hans-Heinrich Sander und dem Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter Frank Klingebiel als dann amtierenden Sprecher der Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens verliehen.

Gestartet wurde der Gewässerwettbewerb “Bach im Fluss” im Februar vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz sowie der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens. Er richtete sich an Kommunen, Verbände, Vereine und an engagierte Menschen, die sich für die Entwicklung ihrer Fließgewässer einsetzen. Insgesamt wurden 44 Beiträge eingereicht.

Vom 17.-19. August war die 7-köpfige Expertenjury des Gewässerwettbewerbs durch Niedersachsen gereist, um elf ausgewählte Projekte zu begutachten und auf dieser Grundlage über die Preisträger zu entscheiden. Vor Ort wurde die Jury von den beteiligten Behörden, Verbänden, Vereinen, Schul-AGs, von Landräten und Bürgermeistern sowie von Vertretern der Presse empfangen. So unterschiedlich und originell wie die Projekte selbst waren auch die Präsentationen. “Wir sind wirklich beeindruckt von dem, was die Haupt- und Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt haben – für ihre Gewässer, aber auch anlässlich der Bereisung”, bemerkte der Sprecher der Jury, Manuel Wehr, Leiter des Fachbereichs Umwelt beim Landkreis Nienburg/Weser.

Die Bewertung der Beiträge erfolgte anhand der Kriterien:
* Ökologische Wirksamkeit, Beitrag zur Zielerreichung im Sinne der der EG-Wasserrahmenrichtlinie
* Kooperation, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltpädagogik
* Finanzierung und Synergien, z.B. mit dem Thema Hochwasserschutz
Für den Bereich “Erlebniswert, Freizeit- und Erholungsnutzung” vergab die Jury in einigen Fällen einen Sonderpunkt. Nach intensiver Diskussion entschied die Jury, die Preise auf mehrere Projekte zu verteilen, um der großen Vielfalt und den vielen innovativen Ansätzen möglichst gerecht zu werden:

Gewinnerin der “Niedersächsischen Bachperle 2010″:
Stadt Melle: “Entwicklungskonzept Else-Aue”.
Das Renaturierungsprojekt ist eingebettet in ein Gesamtkonzept mit 15 Kooperationspartnern, und einer ebensolchen Vielfalt bei der Finanzierung. Die intensive Verzahnung und die gute Öffentlichkeitsarbeit tragen zur großen Akzeptanz des Projektes bei. Darüber hinaus bietet Melle eine Besonderheit, die die Jury besonders bemerkenswert fand: die Stadt bildet Naturführer aus, die geführte naturkundliche Wanderungen in der Else-Aue anbieten. Kinder und Jugendliche werden in Aktionen und Kunstprojekten einbezogen. Auch hinsichtlich des Flächenmanagements ist die Stadt Melle beispielhaft. “Das Gesamtpaket des Projektes ist absolut überzeugend”, befand die Jury, “es ist kreativ, hoch professionell und gleichzeitig von einem außerordentlichen Engagement getragen. Das Entwicklungskonzept Else-Aue der Stadt Melle hat in vielerlei Hinsicht Vorbildcharakter.”

Weitere Preise:
Die folgenden vier Projekte zeichnen sich durch große ökologische Wirkung im Gewässer bei geringem Finanzmitteleinsatz sowie durch großes ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement aus:

* Naturschutzfreunde Weesen. e.V.: “Renaturierung des Weesener Baches – 25 Jahre Arbeit und Erfolg” (1000 Euro)
* Angler- und Naturschutzgemeinschaft Nord-Niedersachsen e.V.: “Goldbeck-Restrukturierung” (1000 Euro)
* Angelsportverein Harpstedt in Kooperation mit dem Ochtumverband: “Revitalisierung des Eschenbachs” (1000 Euro)
* Tückerverein Goldenstedt von 1946 e.V. in Kooperation mit der Hunte-Wasseracht: “Renaturierung der Ellenbäke” (1000 Euro)

Landkreis Harburg: “Handeln im Dialog – von der Theorie zur Praxis: Qualifizieren und Ausprobieren in drei Teilschritten” (500 Euro).

In dem innovativen Projekt hat sich die Kommune systematisch des Themas Gewässerunterhaltung als Beitrag zur Gewässerentwicklung angenommen. Dabei wurden Fortbildungsveranstaltungen mit einer praktischen Erprobungsphase und einem Projekt zur Strukturverbesserung verknüpft. Schulungen die Schule machen sollten, fand die Jury.

Sonderpreise:
Bereits vor der Bereisung hatte die Jury beschlossen, zwei Sonderpreise zu vergeben:
Fischereiverein Wüsting e.V. in Kooperation mit dem Unterhaltungsverband Wüsting: “Umbau der Sieltoreinstellungen am Hemmelsbäker Kanal”

Die einfache technische Lösung soll den natürlichen Tideeinfluss im Kanal wieder möglich machen und eröffnet völlig neue Möglichkeiten, das nachfolgende Gewässersystem zu renaturieren. Eine Idee mit großer Beispielwirkung. (250 Euro)

Jugendfeuerwehr Rullstorf: “Lebensraum für den Fischotter im Sauerbach”.
In Handarbeit bauten die 10-15-Jährigen Kies und Faschinen ein und werteten so die Struktur des Gewässers auf. Die Öffentlichkeitsarbeit und die Kooperationen des Projektes – u. a. mit Behörden und Unternehmen – fanden auf hohem Niveau statt. Besonders bemerkenswert: die Kinder und Jugendlichen lernten durch Vorträge und Führungen nicht nur selbst etwas über den Lebensraum Gewässer, sondern unterrichteten ihrerseits die nächste Generation der Gewässerschützer im Kindergarten. (250 Euro)

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