Das Kinder- und Jugendkrankenhauses “Auf der Bult” hat am Vormittag eine Tagesklinik und Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik eröffnet. Bislang gab es wenige kinder- und jugendpsychiatrische Versorgungsangebote in Celle. Mit viel Unterstützung des Allgemeinen Krankenhauses Celle, der Stadt Celle, verschiedener sozialer Träger sowie des Landes Niedersachsen konnte nun die Versorgungslücke für den Raum Celle weiter geschlossen werden. Heute wurde die Tagesklinik Celle im Beisein von Sozialministerin Aygül Özkan eingeweiht.
Auch die Monatsmiete von 4000 Euro übernimmt das Land. In unmittelbarer Nähe zum Allgemeinen Krankenhaus am Rande der Altstadt wurde das Gebäude Fritzenwiese 15 umgebaut. Es ist über 100 Jahre alt, umfassend renoviert und wurde auf den aktuellen baulichen Stand einer Tagesklinik gebracht. Das Ministerium hatte den Umbau des Gebäudes in der Fritzenwiese Nr. 15 mit rund 200.000 Euro gefördert. “Die freundliche Atmosphäre des Hauses mit großem Freigelände, unmittelbar an der Aller, wird unseren Patienten und ihren Familien das Ankommen sicher erleichtern. Die Behandlung wird in einer Kindergruppe und einer Jugendlichengruppe mit jeweils sechs Plätzen erfolgen. Das in der Tagesklinik in Hannover bewährte Konzept wird auch in Celle umgesetzt”, so Björn-Oliver Bönsch, Auf der Bult – Vorstandsreferent.
Eine tagesklinische Behandlung kann erfolgen, wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht und eine vollstationäre Behandlung noch nicht oder nicht mehr nötig ist. Die Behandlung erfolgt in einem multiprofessionellen Team (Arzt/Ärztin, Psychologe/in, Sozialarbeiter/in, Erzieher/in und Kinderkrankenpfleger/innen, Ergotherapeut/in und Lehrkräfte).
Häufige Aufnahmegründe seien Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen, depressive Entwicklungen, soziale Ängste, Trennungsangst, aggressives Verhalten, Schulvermeidung. Die Behandlung basiere auf einer umfassenden Diagnostik und Therapie mit intensiver Einbeziehung der Familien und Lebensumfelder. Ein wesentlicher Bestandteil von Diagnostik und Therapie der Kindern und Jugendlichen sei der Gruppenkontext.
“In unserem familientherapeutisch ausgerichteten Setting legen wir besonderen Wert auf eine gute und intensive Zusammenarbeit mit Eltern und Familien. Diese beginnt mit dem gemeinsamen Festlegen von Behandlungszielen und beinhaltet unter anderem regelmäßige Gesprächen zwischen Eltern und Bezugsbetreuer/in und behandelnden Therapeuten, z. B. in der Bring- und Abholsituation”, verspricht Bönsch.
Im gleichen Gebäude entsteht zudem eine Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulanz. Hier wird insbesondere geklärt, ob das tagesklinische Angebot für die anfragenden Patienten geeignet ist. Die Tagesklinik ist von Montag bis Freitag von 7:30 bis 17:00 Uhr geöffnet.

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