Preisträger für den Kulturpreis Schlesien 2012 bekannt gegeben

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann hat die Preisträger des Kulturpreis Schlesien 2012 bekanntgegeben.

Die Filmautorin, Regisseurin und Kamerafrau Ute Badura sowie der Kunsthistoriker und stellvertretende Direktor des Instituts für Kunstgeschichte an der Universität Breslau, Piotr Oszczanowski, wurden von einer unabhängigen Jury aus Deutschland und Polen unter Vorsitz des niedersächsischen Innenministers ausgewählt. Einen Sonderpreis erhält in diesem Jahr die Künstlergruppe RAR. Die 2003 gegründete Vereinigung aus deutschen und polnischen Künstlern betreibt einen von ihr sogenannten „Dialog mit dem Pinsel“.

Die Verleihung des Kulturpreis Schlesien 2012 findet am 15. September in Polen statt. Das Marschallsamt der Woiwodschaft Niederschlesien hat die Preisträger und Gäste zur Preis- verleihung auf Schloss Fürstenstein bei Waldenburg eingeladen. Anfang nächsten Jahres werden die Preisträger dann ihre Werke und Arbeiten in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin präsentieren.

Ute Badura betreibt seit 2000 die Produktionsfirma „Badura Film“. Ihr erster großer Erfolg war 2002 der Dokumentarfilm „Schlesiens Wilder Westen“, ein einfühlsamer Film über die ehemaligen und heutigen Bewohner des Dorfes Seifershau/ Kopaniec am Rande des Isergebirges. Darin erzählen die Menschen ihr persönliches Schicksal, von Flucht und Vertreibung und der Nachkriegszeit. 2004 erarbeitete Badura mit Jugendlichen der Deutschen Minderheit aus dem Raum Oppeln den Dokumentarfilm „An uns ist alles besonders – Eine Schulklasse in Schlesien“.

2010 folgte der zweisprachige Film „Häuser des Herrn. Kirchengeschichten aus Niederschlesien“. Ute Badura wurde 1957 in Moers geboren. Sie stammt väterlicherseits aus einer schlesischen Familie und lebt heute in Berlin. Dr. Piotr Oszczanowski wurde 1965 in Breslau geboren. Als Kunsthistoriker befasst er sich insbesondere mit schlesischen Skulpturen der Renaissance, des Manierismus und des Frühbarock. Oszczanowski arbeitet am Seminar für Kunstgeschichte der Renaissance und Reformation des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Breslau, wo er auch als stellvertretender Direktor tätig ist. Durch seine Initiativen für zahlreiche Museumsausstellungen („Schlesien – die Perle in der Krone Böhmens“) und seine mehr als hundert Bücher und Artikel über Kunst und Kultur Schlesiens, Pommerns und Polens hat er in der Öffentlichkeit viel Verständnis für Kultur und Kunst Schlesiens geschaffen.

Die mit dem Sonderpreis ausgezeichnete deutsch-polnische Künstlergruppe „International Art Ansamble RAR“ gründete sich 2003 in Ostrau Tschechien in einer Bierstube. Der Gruppenname setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Vornamen der Künstler Roman Nyga aus Alt-Berun, Arne-Bernd Rhaue aus Görlitz und Ramuald Jeziorowski aus Oppeln zusammen. Treffpunkt ist häufig die Kleinstadt Berun, 25 Kilometer südlich von Kattowitz. Die Künstler suchen in ihren Bildern nicht das Übereinstimmende, sondern lassen sich bei der gemeinsamen Arbeit durch das Trennende und Fremdartige inspirieren. Gleichzeitig setzen sie durch ihre Zusammenarbeit mit den Mitteln der Kunst ein Zeichen für ein zusammenwachsen- des Europa.

Der 1977 ins Leben gerufene Kulturpreis Schlesien dient der Würdigung von Künstlern, Wissenschaftlern oder Persönlichkeiten, die hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik geleistet haben. Sie stammen entweder selbst aus Schlesien oder ihr Werk weist Bezüge zu Schlesien auf. Die beiden Hauptpreise sind mit je 4.000 Euro und der Sonderpreis mit 3.000 Euro dotiert.

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