Quasimodo hat nicht überlebt – kein Falkennachwuchs in Nienhagen

Das Interesse am Nienhagener Falkennachwuchs war groß. Häufig standen Schulkinder und auch Erwachsene vor dem Bildschirm im Turm der Laurentiuskirche und beobachteten das Treiben im Falkenkasten, der sich seit Jahren in der Glockenstube des Kirchturms befindet. Für die diesjährige Brutsaison wurde erstmals eine spezielle Kamera installiert, die die Bilder aus dem Falkenkasten Tag und Nacht übertrug.

Zunächst schlüpften fünf Kücken in dieser Brutsaison, wobei nur ein Jungvogel überlebte – und dieser wurde „Quasimodo“ getauft, weil er einen verkrüppelten rechten Greif hatte und nicht einmal aufrecht sitzen konnte. Am Montag, dem 4. Juli wurde der Jungvogel schließlich von Mitarbeitern des Naturschutzbundes (Nabu) in eine Tierärztliche Klinik nach Celle gebracht. Dort wurde „Quasimodo“ untersucht, geröntgt und eine wahrscheinlich genetisch bedingte Fehlstellung des rechten Beines diagnostiziert.

Da Falken ihre Beute mit den Fängen greifen müssen, wäre der Falke in der Natur also unweigerlich verhungert. Auch eine Volierenhaltung, etwa im Artenschutzzentrum Leiferde, wäre nicht möglich gewesen, da er nicht einmal auf einem Ast o.ä. hätte sitzen können. Aus diesen Gründen wurde der Jungvogel durch ein überdosiertes Narkosemittel eingeschläfert.

Jetzt denken die Nienhagener Turmfalkenfreunde bereits an das kommende Jahr und hoffen, dass in der nächsten Brutsaison der Turmfalkennachwuchs flügge wird.

Text und Foto: Uwe Schmidt-Seffers
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