Datum: Freitag, 08.10.2010, 20.00 Uhr
Ort: Kunst & Bühne (Celle, Nordwall)
Eintritt: 5 Euro (SchülerInnen & Erwerbslose frei)
Veranst.: Rosa Luxemburg Club Celle in Koop. mit RLS Niedersachsen
Rosa
Die Wanderung durch das Leben, die Zeiten und das Nachleben Rosa Luxemburgs mit Hanna Petkoff, Schauspielerin am Gripstheater Berlin und der Schauspieler André Zimmermann findet statt am Freitag, den 8. Oktober 2010, um 20 Uhr in “Kunst & Bühne” (Nordwall). Veranstalter ist der Celler Rosa Luxemburg Club in Kooperation mit der RLS Niedersachsen. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ist aber für Erwerbslose und Schüler frei.
In der multimedial angelegten Lesung geht es um Rosa Luxemburg (1871–1919), die die politische Landschaft bis heute polarisiert: Den einen gilt sie als bolschewistische Terroristin, den anderen als Ikone der Linken. Bis heute halten sich über diese Frau zäh Klischees. Denn den Stalinisten – die für Rosa Luxemburg extra einen zu verteufelnden „Luxemburgismus“ erfanden – wie der politischen Rechten sind ihre Demokratieauffassungen ein Gräuel. Diese Frau erstrebte eine Gesellschaft, in der die politische Freiheit und Gleichheit nicht abgeschafft, sondern um die soziale Freiheit und Gleichheit ergänzt werden sollte – eine Forderung, die bis heute uneingelöst ist. Die Jüdin, Polin und Sozialistin, die jeglichen Terror verabscheute, starb durch Hand rechter Terroristen in deutscher Uniform am 15. Januar 1919 im Berliner Tiergarten.
Zitate:
»Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder der öffentlichen Institutionen … im Grunde also eine Cliquenwirtschaft – eine Diktatur allerdings, aber nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die Diktatur einer Handvoll Politiker, d. h. Diktatur im bürgerlichen Sinne, im Sinne der Jakobiner-Herrschaft … solche Zustände müssen eine Verwilderung des öffentlichen Lebens zeitigen: Attentate, Geiselerschießungen usw.«
»In den bürgerlichen Revolutionen waren Blutvergießen, Terror, politischer Mord die unentbehrliche Waffe in der Hand der aufsteigenden Klassen. Die proletarische Revolution bedarf für ihre Ziele keines Terrors, sie hasst und verabscheut den Menschenmord. Sie bedarf dieser Kampfmittel nicht, weil sie nicht Individuen, sondern Institutionen bekämpft, weil sie nicht mit naiven Illusionen in die Arena tritt, deren Enttäuschung sie blutig zu rächen hätte. Sie ist kein verzweifelter Versuch einer Minderheit, die Welt mit Gewalt nach ihrem Ideal zu modeln, sondern die Aktion der großen Millionenmasse der Volkes…«

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