Seltene Vögel auch in Celle - kommt der Frühling?

28. Februar 2010  •  Autor: Extern  •  Kategorien: Umwelt & Gesundheit

Es sollte kaum jemanden in Celle entgangen sein, dass die Zugvögel sich schon wieder auf ihrem Rückweg aus ihren südlichen Überwinterungsgebieten in ihre angestammten Brutgebiete zurückbewegen. Mit lautem Trompeten und Geschrei ziehen alltäglich Kraniche und Gänse über Celle hinweg. Spatzen beginnen mit dem Nistbau. Der erste Storch ist gestern bei Altencelle im Naturschutzgebiet „Obere Allerniederung bei Celle“ zu beobachten gewesen. Das sind allesamt Frühlingsboten. Es befinden sich aber auch immer noch einige Wintergäste und Zugvögel auf Zwischenstop dort in der Allerniederung. Viele rastende Gänse, Gänsesäger und Zwergtaucher, Kormorane und viele verschiedene seltene Entenarten sind dort zu beobachten. Es lohnt sich also dort einmal diese Gäste und Frühlingsboten von den Wegen aus zu beobachten.

Das ist schon etwas Besonderes für Celle. Welche Stadt hat ein Naturschutzgebiet von europäischen Schutzwert direkt in Fußwegentfernung zur Innenstadt zu bieten? Hier gilt es diese Besonderheit noch mehr ins Bewusstsein der Celler Bürger und der für Celle verantwortliche Entscheidungsträger zu bringen. Und dies insbesondere, weil wir uns in diesem Jahr im Jahr der Biodiversität befinden. 2007 hatte die Bundesregierung mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Paket mit 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt verabschiedet. Große Verantwortung für deren Umsetzung haben die Bundesländer. Aber:  Die Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund NABU sehen keinen Grund zur überschwänglichen Freude, denn für unsere Natur in Niedersachsen, so die Umweltexperten, stehen die Zeichen auf Rot. Laut einer Analyse der Umweltverbände zeige sich: “In keinem einzigen Bundesland stehen die Zeichen für einen erfolgreichen Arten- und Biotopschutz auf Grün. In Niedersachsen stehen die Zeichen auf Rot.” Dabei sei ein umfassender Schutz der biologischen Vielfalt dringend geboten. Jede achte Vogelart, jedes vierte Säugetier und jede vierte Nadelbaumart weltweit sind vom Aussterben bedroht. Allein in Deutschland gelten laut BUND 72,5 Prozent der Lebensräume von Pflanzen und Tieren als gefährdet. Jede zweite heimische Vogelart, ein Drittel der Pilzarten und 30 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen seien bedroht. Verschärft würde diese prekäre Lage durch den fortschreitenden Klimawandel. Der weitere Verlust der Artenvielfalt erhöht die Folgekosten für Wirtschaft und Gesellschaft. NABU und BUND sind überzeugt: “Da kann keiner mehr sagen, was interessiert mich die Natur?”

Autor: Dr. Otto Boecking

Ausführliche Statements und Analysen:

www.bund.net

Tags:  , , , ,

Ein Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. [...] Seltene Vögel auch in Celle - kommt der Frühling? - CelleHeute [...]

Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben.