Staudte: Niedersachsen wird Ausbauziel bei Krippenplätzen verfehlen
“Niedersachsen wird das Ziel, im kommenden Jahr für mindestens 35% aller unter-3-jährigen Kinder einen Betreuungsplatz bereitzustellen, bei Weitem verfehlen. Es wird der Landesregierung nicht gelingen, mit Show-Veranstaltungen von ihrer jahrelangen Untätigkeit abzulenken”, erklärte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion Miriam Staudte zur heutigen Überreichung eines Zuwendungsbescheides an den DRK-Kindergarten in Lamstedt durch Ministerpräsident McAllister und Kultusminister Althusmann.
“Zur Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz, der im kommenden Jahr in Kraft tritt, benötigt Niedersachsen mehr als 62.000 Betreuungsplätze”, erklärte Staudte. Mit jetzt 44.000 vorhandenen oder bewilligten Plätzen sei Niedersachsen von dieser Zahl noch meilenweit entfernt. “Es ist schon jetzt absehbar, dass im kommenden Jahr viele Eltern vor verschlossenen Krippen-Türen stehen und einen Betreuungsplatz einklagen müssen, so Staudte.
Jetzt räche sich, dass die Landesregierung lediglich Investitionsmittel des Bundes weitergeleitet, aber kaum eigene Mittel für den Krippenbau aufgebracht habe und jahrelang die Bauanträge der Kommunen nur sehr schleppend bearbeitet habe. “Seit Jahren ist Niedersachsen Vorletzter unter den Bundesländern beim Krippenangebot”, sagte die kinderpolitische Expertin der Grünen.
Staudte kritisierte, dass Kultusminister Althusmann auch das Problem des sich abzeichnenden Erzieherinnen-Mangels noch immer ignoriere. Sie forderte die Landesregierung auf, unverzüglich einen Krippen-Gipfel einzuberufen, um gemeinsam mit den Kommunen zu verabreden, wie die fehlenden Krippenplätze geschaffen und mehr Erzieherinnen ausgebildet werden können.
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Kommentare (1)
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Christian Brandes
Ach es ist doch immer wieder herrlich.
Sehr geehrte Frau Staudte,
es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz!
Es gibt einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz!
Das ist nämlich ein himmelweiter Unterschied. Hier werden nämlich die vielen Tagesmütter mitgerechnet. Das vergessen aber viele Politiker ganz aus Versehen, wenn sie nach Neubauten von Krippen schreien. Darüber hinaus wird auch gerne vergessen, dass die kleinen Gemeinden sich das gar nicht leisten können.
Gruss, Christian Brandes