Sie helfen Zuwanderern beim Start in der neuen Umgebung und unterstützen Migrantinnen und Migranten bei der gesellschaftlichen Integration: Mehr als 1200 Ehrenamtliche haben sich niedersachsenweit zu Integrationslotsen qualifizieren lassen. Heute treffen sich 120 von ihnen unter dem Motto „kreativ – ehrenamtlich – engagiert“ in Osnabrück zu ihrer Jahrestagung, die zugleich Dank des Landes für das ehrenamtliche Engagement und Plattform für den Erfahrungsaustausch ist.
Niedersachsens Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan: „Die beste Überzeugungsarbeit wird in direkter Kommunikation von Mensch zu Mensch geleistet. Und genau dies ist die Stärke der niedersächsischen Integrationslotsen: Sie helfen unbürokratisch direkt vor Ort – genau dort, wo sie gebraucht werden.“
Das Land fördert das Projekt jährlich mit 300.000 Euro. Die Betätigungsfelder der Integrationslotsen sind zahlreich. Sie helfen beispielsweise, die Integration zugewanderter Kinder zu verbessern, sie begleiten Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Ausbildung oder sie führen Eltern mit Migrationshintergrund an das niedersächsische Schulsystem heran. „Es haben sich bei den einzelnen Integrationslotsen klare Profile herausgebildet“, stellt Aygül Özkan fest. „Sie engagieren sich als Sportlotsen, Hochschullotsen oder Ausbildungslotsen. Jeder dort, wo er am besten unterstützen kann.“
Das Projekt ist 2005 am Tagungsort Osnabrück als vom Land gefördertes Modellprojekt entstanden. Seit 2007 wird es niedersachsenweit umgesetzt. Die Universität Osnabrück hat das Projekt der Integrationslotsen in diesem Jahr evaluiert. Die Experten vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien haben dabei festgestellt, dass die Inntegrationslotsen entweder gut integrierte Zuwanderer oder interkulturell aufgeschlossene Einheimische sind, aus rund 30 Ethnien. Die Lotsen engagieren sich aber auch ethnienunabhängig: So begleitet zum Beispiel eine afrikanische Integrationslotsin eine türkische Frau zur Ausländerbehörde. Die Integrationslotsen mit Migrationshintergrund verjüngen das Ehrenamt: Sie sind zum großen Teil zwischen 30 und 49 Jahre alt, während die in Deutschland geborenen Ehrenamtlichen mehrheitlich zur Altergruppe der 50- bis 69-Jährigen zählen.

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