The Canterville Ghost

Achtundzwanzig Mitglieder umfasst die AG Englisches Theater in diesem Schuljahr, so viele wie noch nie. Für die Aufführung in der Aula des Christian-Gymnasiums in Hermannsburg hatte sie sich Oscar Wildes Erzählung The Canterville Ghost vorgenommen.


Die Geschichte spielt in einem englischen Schloss, das seinen Besitzer wechselt. Sie handelt von einem bedauernswerten Schlossgespenst, dem es nicht gelingt, die neuen Bewohner zu erschrecken. Denn sie sind eine bodenständige jeden Sinnes für das Übernatürliche entbehrende amerikanische Familie. Als es die Familie endlich von seiner Existenz überzeugt hat, muss es sich demütigen lassen – zum Beispiel, indem es aufgefordert wird, Miete zu zahlen – und wird von den halbwüchsigen Zwillingen terrorisiert.

Wie immer hatte AG-Leiterin Dagmar Sommer den Stoff für die Bühne adaptiert und an die Gegebenheiten der Truppe angepasst. Da es aber erheblich mehr Schauspieler als Figuren gab, mussten zahlreiche Personen und Handlungselemente hinzuerfunden werden. Ein cleverer Trick war die Ergänzung von Rückblenden in Form einer gespenstischen „Meine größten Erfolge“–Rangliste, die die Schüler mitentwickelt hatten, und die sich nahtlos in Originalstoff und -sprache einfügten.

Die Schauspieler, allen voran Julia Bienert als Gespenst von Canterville, überzeugten durch gut geprobte Interaktion, verständliche Sprache und exaktes comic timing. Unterstützt wurden sie durch die Bühnenbild-AG von Ulrike Orton und durch Frank Dehns AG Maske, die sich besonders am Gespenst und seinen zahlreichen Doppelgängern austoben konnte. Auch Licht- und Tontechnik spielten eine wichtige Rolle bei der Erzeugung einer geisterhaften Atmosphäre, die allerdings die Musikauswahl an entscheidenden Stellen immer wieder mit komischem Effekt konterkarierte.

Bei aller Komik – das Publikum kam aus dem Kichern kaum heraus – war man froh, dass das Gespenst am Ende doch noch seinen Seelenfrieden fand. Die unbelehrbaren Amerikaner indes hatten nichts Besseres zu tun, als umgehend das nächste Haus mit übernatürlichem Untermieter zu erwerben.

Text und Fotos: Joachim Webel
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