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Tischtennis: TuS Celle 92 – Mit Wehmut gegen Hertha BSC Berlin

Zum letzten Heimspiel in ihrer ersten Saison in der 2. Tischtennis Bundesliga empfängt der TuS Celle 92 am kommenden Sonntag, um 11.00 Uhr in der Halle der Altstädter Schule den Gast von der Spree, Hertha BSC Berlin.

Noch nie zuvor gab es in Celle eine so starke und erfolgreiche Mannschaft aus acht jungen deutschen Spielern. Gemeinsam haben sie manche schwierige Situation gemeistert sowie frühzeitig die Schlacht um den Klassenerhalt gewonnen – und doch wird ihre Gemeinsamkeit am Ende zerbrechen, da die Mehrheit der Spieler eine neue Herausforderung sucht. Was nie zerbricht, ist die Erinnerung an die vergangene Saison und die Dankbarkeit zu ihren fantastischen Fans. Denen wollen die Celler Spieler noch einmal ganz tief in die Augen schauen, bevor sie beim Abschied leise Servus sagen.

Als Roger Witthaker im Jahre 1983 seinen Song “Abschied ist ein scharfes Schwert” schrieb, waren die meisten Celler Spieler noch gar nicht geboren. Was er damit meinte, dürfte jedoch spätestens am kommenden Sonntag allen Anwesenden klar werden.

Eigentlich ist es schon paradox, wenn eine “erfolgreiche Ehe” (und damit kann man den bestehenden Spielerbund durchaus vergleichen) geschieden wird. Aber im reellen Leben gibt es diese Situation gar nicht so selten. Vielleicht war es die Liebe (in unserem Fall das absolute Zusammengehörigkeitsgefühl), welche sich unbemerkt verflüchtigte, oder einer der Partner ist heimlich fremd gegangen (hat schon lange mit etwas Anderem geliebäugelt). Sei es wie es sei, man trennt sich, aber man trennt sich nicht im Groll. Man kann sich gar nicht im Groll trennen, denn dafür hat man gemeinsam zu viel erreicht und auch zu viel Respekt voreinander.

Und doch tut es weh, wenn Falko Turner nach acht Jahren Vereinszugehörigkeit sagt: “Macht´s gut” , wenn Pascal Tröger nach sechs Jahren im Verein sagt: “Lebt wohl” und wenn dazu auch noch  Alexander Huuk, Lars Petersen und Erik Schreyer “Adé” sagen.

Doch zuvor will die Mannschaft im “letzten Gefecht auf heimischen Boden” mit ihrem “scharfen Schwert” der “alten Dame Hertha” noch einmal im sportlichen Sinne “das Haupt abschlagen”.

Ausgerechnet diese Herthaner waren es, bei denen im September vergangenen Jahres den Celler Spielern der erste große Husarenstreich, in Form eines völlig unerwarteten Auswärtssieges, gelang. Inzwischen hat sich das Team von der Spree mit einem ausgeglichenen Punktekonto im Mittelfeld der Tabelle eingepegelt. Für die Hauptstädter ist dieser Platz allerdings nicht gerade schmeichelhaft, sondern dokumentiert vielmehr eine Unterbewertung. Deshalb ist auch nicht damit zu rechnen, dass die Berliner in die Residenzstadt Celle gereist kommen, um in die augenblickliche Melancholie der Herzogstädter mit einzustimmen. Statt Taschentücher zu beweinen, wollen sich die Hauptstädter für die Hinspiel – Niederlage revanchieren und den Gastgeber im Urstromtal der Aller “Mores lehren”. Weit gefehlt haben deshalb jene Beobachter, die mit einer Feierstunde rechnen, sondern es geht ans Eingemachte und nicht zuletzt um die Ehre für beide Teams.

Angeführt wird Hertha BSC Berlin von Miroslav Bindatsch. Der 50 – jährige Routinier der Mannschaft gilt als Aufschlagkönig und wer ihn besiegen möchte, muss wahrhaft mehr als “gewöhnliche Hausmannskost” anbieten.

Die Nummer Zwei ist der  amtierende Berliner Meister Sebastian Borchardt. Eines seiner Glanzjahre war 2008, als er bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg zunächst im Einzel von keinem Geringeren als Timo Boll persönlich gestoppt wurde, bevor er wenig später gemeinsam mit Björn Baum die Bronzemedaille im Doppel gewann.

An Drei spielt der erfahrene Zsolt-Georg Böhm. Seine Erfolge aufzuzählen, hieße Eulen nach Athen tragen. Nur so viel: Er ist sechsfacher Deutscher Meister im Einzel und spielte jahrelang in der 1. Bundesliga. Hut ab vor diesem Mann!

Nummer Vier ist Andy Römhild. Er bringt es derzeit auf eine hervorragende 17 : 9 Bilanz im mittleren Paarkreuz und beeindruckte zuletzt mit zwei klaren Siegen in Köln, trotz der dortigen Niederlage seiner Mannschaft.

Auf Position Fünf spielt mit Sven Kath ein Materialspezialist, dem schon viele Gegner zum Sieg gratulieren mussten, weil sie seinem gekonnten Einsatz der kurzen Noppe nicht gewachsen waren.

Abgerundet wird das Team auf Position Sechs vom jungen Serben Irfan Cekic. Er hat in der zweiten Herthaner Mannschaft, der Regionalliga, als Stammspieler erst zwei Partien verloren. Interessanterweise sind auch in der 2. Bundesliga unter seinem Namen erst ebenso viele Niederlagen registriert.

Manager Dieter Lorenz, der bekanntlich wegen einer Reise nicht persönlich beim großen Abschiedsspiel seiner Jungs mit dabei sein kann, richtete an diese im Vorfeld folgende Worte:

“Allen Spielern, die in dieser Saison Unerwartetes geleistet haben, meinen herzlichsten Dank und allen, die den Verein verlassen, wünsche ich, dass sie sich in dem neuen Verein recht wohl fühlen und ihre Erwartungen erfüllt werden. Mit den Spielern, die in der nächsten Saison noch bei uns spielen, freue ich mich auf eine sportlich genau so erfolgreiche Saison, wie in diesem Jahr.”

Roger Witthaker sagte es kürzer: “Bring mir noch einmal die Jahre zurück, ich würde alles dafür geben!”

Text/Foto: Frank Brinkmann
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