Unabhängige fordern “Flüsterasphalt” für Ostumgehung
Der zweite Bauabschnitt der Celler Ostumgehung zwischen dem Gewerbegebiet Westercelle (Wallach) und der Braunschweiger Heerstraße (Baker Hughes) soll nach bisherigen Planungen noch 2012 fertiggestellt werden. Mit der neuen Straße und dem Verkehrsaufkommen wird für die Anlieger in Sicht- bzw. Hörweite der neuen Trasse erhebliche Lärmbelastungen zur Folge haben. Die Unabhängigen setzen sich für die Verwendung von sog. Flüsterasphalten ein.
In dem Antrag heißt es:
“Der vom Rat der Stadt Celle beschlossene Lärmaktionsplan bestimmt, dass bei allen Sanierungs- und Neubaumaßnahmen der Einbau von besonders lärmarmen Deckschichten geprüft werden soll, und stellt fest, dass dadurch im Vergleich zu herkömmlichem Asphalt keine wesentlich höheren Kosten entstehen. (…) Von der Industrie sind „Flüsterasphalte“ entwickelt worden, die eine Lärmreduzierung von 7-9 dB bewirken. Vereinfacht ausgedrückt heißt das:
Der Lärm von 100 Autos wird auf den Lärm von 20 Autos gedämmt = 100 Autos sehen und nur 20 Autos hören!
Die Mehrkosten sind mit 1?/m² gering, während die Wirkung zum Schutz der Bürger gigantisch ist und durch keine andere Lärmschutzmaßnahme erreicht werden kann. Dem Vernehmen nach wird daher von den für die Finanzierung der Bundes- und Landesstraßen zuständigen Trägeren der Straßenbaulast neuerdings auch die Ausführung von Straßendecken in Flüsterasphalt als Stand der Technik anerkannt und finanziert.”
Möglicherweise würden die Kosten auch vom Bund übernommen, wenn die Verwaltung der Stadt Celle sich kümmere.
Die Unabhängigen bringen diesen Antrag über den Stadtrat ein, werden aber von den unabhängigen Ortsratsmitgliedern in Westercelle, Altencelle und Blumlage/Altstadt unterstützt.
Wichtig sei es auch, an die Zubringerstraßen zu denken. Urs Müller, stellvertretender Ortsbürgermeister der Blumlage/Altstadt meint die Altenceller Schneede: “Die Anwohner werden zukünftig einen Autobahnzubringer vor der Tür haben. Flüsterasphalt würde helfen und dies könnte erreicht werden, ohne die Stadtkasse zu belasten.”
“Bezüglich einer Kostentragungspflicht des Bundes für die Herrichtung der Altenceller Schneede mit Flüsterasphalt ist (…) bekannt, dass der Bund den Bau von Straßen in Städten und Gemeinden normalerweise nicht fördert. Er ist nur für Autobahnen und Bundesstraßen zuständig. Anders dürfte die Sach- und Rechtslage aber zu beurteilen sein, wenn eine kommunale Straße, wie vorliegend die Altenceller Schneede, als unmittelbare Folge einer Baumaßnahme des Bundes durch den Verkehrslärm so stark belastet wird, dass für die Anwohner erhebliche gesundheitliche Schäden zu befürchten sind. Dann dürfte es nicht nur sinnvoll, sondern u.E. sogar eine (Folge-) Pflicht des Bundes sein, diese kommunale Straße lärmtechnisch zu sanieren und die dadurch entstehenden Kosten zu tragen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass erhebliches Konfliktpotential schon im Entstehen ausgeräumt werden kann.” so der Antrag der Unabhängigen.
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Kommentare (4)
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Reino
Wer bitte ist “Karl” Gonsior? und in welcher Stadt gibt es den “Verkehrs- und Umweltausschuss”?
na und
Zu Reino:
Bevor ich solch einen Kommentar schreibe, würde ich mich erst mal genau informieren.
wirklich
Online-Petition zur „Verkehrs-Wende“ – und / oder „Flüsterasphalt“?
Dem Antrag der Unabhängigen entnehmen wir erstmals, dass Altenceller Anwohner geschützt werden müssten vor dem Lärm des „Autobahnzubringers“ – insbesondere die Altenceller Schneede.
Wenn „Flüsterasphalt“ tatsächlich eine Lärmreduzierung von 7- 9 dB (!) bewirken kann, so sollte sie die Stadt Celle m.Ea. schnellstens für diesen Antrag einsetzen – unabhängig davon, von welcher Partei er kommt!
Übrigens kann eine öffentliche Online-Petition für den Bundestag noch bis zum 20.12.2011 unterzeichnet werden – die ganze Prozedur dauert nur wenige Minuten:
http://www.nachhaltig-links.de/index.php/strasse-individualverkehr
Wir brauchen ein „verträgliche“, dauerhaft funktionsfähiges und vor allem bezahlbares Straßennetz!
Eine Untersuchung zur Auswirkungen innerstädtischer Autobahnen auf die Sozialstruktur angrenzender Wohngebiete belegt, dass lärm- und emissions-belastende große Verkehrsanlagen (wie z.B. innerstädtische Autobahnen) zu einer deutlichen sozialen Abwertung angrenzender Wohngebiete führt und der Entstehung von „Problemquartieren“ Vorschub leisten kann. Die Untersuchung zeigt auf, dass Schallschutzfenster lediglich in weniger als der Hälfte betroffener Wohnungen eingebaut sind und Lärmschutzmaßnahmen lediglich einen Teil der Belastungen verringern können.
Im Rahmen des ökologisch Vertretbaren sollten die Mobilitätsbedürfnisse aller Bevölkerungsschichten befriedigt werden – vor allem durch mehr öffentlichen und mehr Schienenverkehr: durch Barrierefreiheit und Sozialtickets.
Wir brauchen eine „Verkehrs-Wende“ … für mehr Lebensqualität !
Beim Bund, den Ländern und Kommunen – und wie man weiß, auch bei uns in Celle – fehlen die Mittel für den Unterhalt der bestehenden Straßen: allerorten tun sich „Schlaglöcher“ auf. Während die Bevölkerung schrumpft und der Ölpreis steigt, wird es immer drängender, unsere Mobilitäts- und Transportsysteme so umzubauen, dass sie langfristig (für alle) bezahlbar, deutlich weniger gesundheitsschädlich, aber auch ökologisch verträglich sind. Die Politik sieht den Investitions-Stau bei der Instandhaltung und bekennt sich zu dem Ziel, Verkehr auf die Schiene zu verlagern, beschließt aber trotzdem den Bau zahlreicher (z.T. völlig überflüssiger) Straßen. Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben!
Neue Straßen bringen heute keinen Wohlstandsgewinn, im Gegenteil: Sie zerschneiden Freiräume und verbauen die Landschaft und unsere Zukunft – denn das Geld wird dringend gebraucht, um heute z.B. die Infrastruktur für morgen zu schaffen: , intelligente Innenstadt-(Verkehrs)-Lösungen anstelle unnötiger / schlecht geplanter Ortsumgehung, Autobahn-Sammel-Parkplätze, Mautflüchtlings-Kontrollen für Fern-Laster auf Landstraßen, Autobahn-Baustellen fertigstellen anstelle unfallträchtiger Langzeit-Baustellen! – Beim Güterverkehr geht es um die Verkehrsvermeidung und um die Verlagerung auf die Schiene.
Im (innerstädtischen) Personenverkehr könnten viele Wege durch eine entsprechende Stadtentwicklung vermieden werden. Sind wir in Celle nicht schon auf einem guten Weg?
SchauSchlau
werden durch den Flüsterasphalt dann Lärmschutzwände – Dämme gespart?
Das kann man ja mal gegenrechnen. ,