Die VER-Dinale 2011 lockte rund 8.000 Zuschauer an vier Turniertagen in die neu renovierte, aber noch nicht ganz fertig gestellte Verdener Niedersachenhalle, um erstklassigen Turniersport in den 19 verschiedenen Prüfungen zu sehen. Mit Spannung erwartet wurden in diesem Jahr die Junghengste der Körung 2010. Ihre ersten Schritte unter dem Sattel in der gut gefüllten Niedersachsenhalle wurden vom fachkundigen Publikum kritisch unter die Lupe genommen. Doch Floratio, Spörcken, Bonard de Charry, Quaterhall und besonders der Chequillesohn Conen erwiesen sich als wahre Musterschüler.
Conen demonstrierte seine hervorragenden Charaktereigenschaften, als seine Reiterin auf ihm einen Kopfstand wagte. Bei den jungen Springhengsten, die erfahrungsgemäß etwas länger „reifen“ dürfen und bereits eine bestandene Leistungsprüfung aufweisen, schob sich besonders der Graf Topsohn Grey Top in den Vordergrund. Völlig gelassen überwand der elegante Schimmel seine Hürden und hätte es sicher gerne noch etwas höher gehabt. Auf seinen zukünftigen sportlichen Einsatz darf man gespannt sein. Neben Floratio vertraten mit dem edlen Fürst Nymphenburg und Floriscount zwei weitere Florenciosöhne würdig die F- Linie. Fürst Nymphenburg mit Tessa Frank, die im Stall von Hans Jürgen Armbrust ausgebildet wurde, hat seine längere Verletzungspause überwunden und gewinnt zunehmend seine alte Form zurück.
Dass im Stall von Karen und Carsten Biermann in Nienburg Springpferde hervorragend ausgebildet werden, ist in der Zwischenzeit in aller Munde. Genuss pur war es, die zierliche Reiterin mit leichter Hand ihren Valentino in schöner Bascule über die Hindernisse pilotieren zu sehen. Ehemann Carsten stellte einen gereiften Cloney vor, von dem man sich gut vorstellen kann, dass er in der kommenden Saison auf den Turnieren wieder ein Wörtchen mit zu reden hat.
Stefan Krawczyk, der erstmals die Moderation von Landstallmeister Dr. Axel Brockmann unterstützte, geriet geradezu ins Schwärmen, ob seines Lieblingshengstes Perigueux, der mit Eva Bitter über den Sprüngen begeisterte und nun neben Satisfaction zu ihren Championatspferden gehört. Mit Sven Rudolph wird in diesem Jahr einer der jungen Reiter des Landgestüts mit einigen Springhengsten zu einer weiteren Ausbildung für einige Zeit in den Stall Bitter umsiedeln.
Einen ganz besonderen Veredler für Springpferdezüchter bietet das Landgestüt seinen Züchtern an den Anglo Araber Bonaparte N AA, der sich mit seinem Reiter Jörgen Köhlbrandt bereits im großen Sport bewiesen hat. Hier trifft englisches Vollblut über Vierzehnender xx auf die enorme Härte und Leistungsbereitschaft der Shagya- Araber, der edlen Reitpferde der K u. K Monarchie in Österreich. Und als Bonaparte N AA immer leuchtendere Augen bekam, als die Hindernisse immer höher wurden, da erinnerte Moderator Krawczyk sich an ein Turnier vor mehr als 20 Jahren als er dort den Bajarsohn Bachus in beeindruckender Manier über Hindernisse setzen sah. Bleibt zu hoffen, dass die Züchter den Wert des Bonaparte N AA, einem Bajarurenkel erkennen und diese Blutströme nutzen!
Kraftvoll zeigte sich der Braune Estobar NRW, der sich mit Obersattelmeister Wolfhard Witte im Sattel, anschickt in die hohen Klassen der Dressur aufzusteigen. Mit Lorenzio gab der junge GOW Eirik Erlingsen sein Debut in einer Einzelvorstellung und dann auch gleich im Spot der Scheinwerfer. Doch diese Feuertaufe hat der junge Gestütsbeamte mit Bravour bestanden. Don Index, seines Zeichens letzter Hengstleistungsprüfungssieger nach altem Muster, zog mit seiner Eleganz die Zuschauer in seinen Bann. Als Hunnesrücker betrat er die Niedersachsenhalle zum ersten Mal und erhielt nun aus den Händen von Zuchtleiter Dr. Werner Schade die Schärpe des Prämienhengstes, die er mit Würde trug. Diese Präsentation leitete zur Züchterehrung, bei der sich Don Index Züchter Dr. Reinhard Reents, Kirchlinteln und zahlreiche weitere Züchter, die mit Nachkommen von Landbeschälern erfolgreich waren, in das Goldene Buch des Landgestüts eintrugen.
Positiv und gut weiter entwickelt blieben Dannebrog und Bonifatius in Erinnerung. Noch ganz frisch ist der Titel „Bundesprämienhengst“ der dem Reitponyhengst Chantre mit Janina Tietze anlässlich der Bundesreitponyschau auf der grünen Woche in Berlin verliehen wurde. In diesem Jahr wurde Strahlemann v. Sandro Hit, ein Veredler in der Reitponyzucht ansprechend unter dem Sattel vorgestellt.
Mit 12 weiteren Hengsten bot das Landgestüt Celle den Zuschauern noch ein weiteres Highlight. Die Quadrille in der roten Galauniform unter Leitung von OSM Ole Köhler, allerdings mit neuen Figuren und moderner Musik, die die Halle zu frenetischem Beifall animierten.
Auch wenn tausende von Zuschauern in 33 Nationen die Möglichkeit nutzten, die Veranstaltung online zu sehen- so muss man den Organisatoren der Ver- Dinale ein großes Kompliment machen, vor einigen Jahren diese Hengstschau mit ins Programm des Turniers aufgenommen zu haben.

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