Vom Mühlenmahlwerk zum Elektroauto – SVO fährt jetzt Peugeot

“Mit Mahlwerken für Pfeffermühlen fing bei Peugeot alles an, heute präsentieren wir ein alltagstaugliches Elektroauto”, verdeutlicht Löwen-Autohaus Geschäftsführer Dirk Fischer die Entwicklung in der Technik. Gelte dieser Küchenhelfer noch heute als, wenn man das in diesem Zusammenhang sagen darf, “Mercedes der Mühlen”, fängt Peugeot mit dem iOn zwar klein an, sei aber europaweit Vorreiter in dieser Technik – andere Autobauer beschränkten sich bisher auf Ankündigungen.

„Wir wollen Erfahrungen mit der neuen Elektromobilität sammeln. Daher haben wir den kleinen Stadtflitzer vom regionalen Peugeot-Löwen Autohaus Fischer geleast, um ihn zwei Jahre zu testen. Hierbei kommt er vorrangig auf Postwegen, bei Fahrten zu Kunden oder auch auf zahlreichen Messen und Veranstaltungen zum Einsatz“, erklärt SVO-Geschäftsführer Dr. Ulrich Finke.

Fischer ergänzt: „Mit dem “iOn” verwirklicht Peugeot als erster europäischer Hersteller ab Ende 2010 den Traum vom reinen Elektroauto. Das vielseitige Stadtfahrzeug ist in Sachen Leistung und Platzangebot eine echte Alternative zu den herkömmlichen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor.”

Das Thema e-mobility steht für die Zukunft. Die Bundesregierung will Deutschland international zum Leitmarkt für Elektromobilität machen. Bereits 2020 sollen rund eine Million Elektro- und Hybridfahrzeuge auf den Straßen fahren. Elektromobilität wird eine entscheidende Rolle im Klima und Umweltschutz zugestanden. Denn Elektrofahrzeuge haben einen deutlich geringeren Ausstoß an CO2 – und wenn sie mit Ökostrom betrieben werden, fallen keinerlei Umweltbelastungen an. Hinzu kommen die äußerst niedrigen Tankkosten von zwei bis drei Euro pro hundert Kilometer. Die Verbesserungen, an denen die Autoindustrie momentan verstärkt arbeitet, liegen insbesondere in der Batterietechnologie: hier sollen höhere Energiedichten erreicht und die Ladezeit verkürzt werden. Eine Vielzahl von namhaften Herstellern wird im Laufe des Jahres 2012/2013 mit serienreifen Modellen auf den Markt kommen.

Der Peugeot iOn wurde in Zusammenarbeit mit der Mitsubishi Motors Corporation entwickelt und soll hauptsächlich Behörden, Gemeinden oder Großunternehmen mit Fuhrparks ansprechen. Bei der Präsentation am Vormittag auf dem SVO-Gelände in Bostel fiel der iOn im Vergleich zu anderen Elektro-Hybrid-Fahrzeugen durch ein gefälliges Design auf. Bei einer Probefahrt überraschte nicht nur das “nicht vorhandene Motorgeräusch”, sondern auch die hohe Durchzugskraft vom Start weg. Eine Reichweite von 150 km und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h sind sicher noch nicht das Maß aller Dinge, reichen für die o.g. Zielgruppe als aus.

Bei der SVO ist Elektromobilität bereits seit über einem Jahr Realität. So hatte sie in Kooperation mit den Stadtwerken Celle und den Celler Parkbetrieben die erste Elektrotankstelle Mitte Juni 2010 im Parkhaus am Südwall eingeweiht (CelleHeute.de berichtete). Dort können zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig ihre Akkus an einer Zapfsäule mit zwei Anschlüssen aufladen. Fischer verspricht, dass an solchen Säulen eine halbe Stunde genüge, um den Wagen “voll zu tanken”: Bei herkömmlichen Steckdosen brauche man dazu eine Nacht.

Besonders klimafreundlich sei, dass die SVO ihren Kunden dabei NaturWatt® Strom anbietet und keinerlei Umweltbelastungen entstünden. Den iOn gibt es übrigens nur zu leasen, nicht zu kaufen. Damit sei gewährleistet, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Ab 489 Euro monatlich bietet das Löwen-Autohaus das Fahrzeug an, ohne Restwertrisiko. Am Ende der Laufzeit könne der Wagen einfach zurückgegeben werden.

Wer das Auto selbst im wahrsten Wortsinn erfahren möchte, kann das am 10. September 2011, in der Zeit von 11 – 15 Uhr auf dem SVO-Mobilitätstag auf dem Großen Plan in Celle tun. Dort hat der Peugeot iOn bereits in Höhe des sich in der Nähe befindlichen Café Kiess seinen ersten Messe- bzw. Veranstaltungsauftritt. Das SVO-Glücksrad bietet ihnen dabei die Gewinnchance, als Hauptgewinn ein Wochenende kostenlos mit dem Elektroflitzer durch die Gegend zu fahren.

Die Hupe kommt da wahrscheinlich häufiger zum Einsatz – denn der Vorteil ist auch gleichzeitig ein Nachteil: Man hört ihn einfach nicht. Guter Nebeneffekt: So werden Elektroautos die Verkehrsteilnehmer wohl auch zu noch mehr Vorsicht erziehen – wenn ihnen nicht nur die Umwelt, sondern auch das Leben lieb ist.

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