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“Warum Soldaten?” – Kirsten Lühmann eröffnet Ausstellung

Am Abend haben die Celler Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann und Projektleiter Falko Droßmann in der Exerzierhalle die Ausstellung “Warum Soldaten?” eröffnet. Unter der Schirmherrschaft vom Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages a.D. Reinhold Robbe haben studierenden Offiziere und Offizieranwärter der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg die aus ihrer Sicht notwendige Debatte um die (Nicht-)Wahrnehmung unserer deutschen Soldatinnen und Soldaten auf die elementare Frage „Warum Soldaten?“ verkürzt.

Hierbei sei ausdrücklich nicht das Ziel, eine sozialwissenschaftliche Analyse zur Wahrnehmung und Bedeutung deutscher Streitkräfte in der deutschen Öffentlichkeit durchzuführen. Ebenso wenig sollte den bestehenden Ausstellungen der Streitkräfte und öffentlichkeitswirksamen Darstellungen der Bundeswehr eine Weitere hinzugefügt werden.

Aus einer Vielzahl von Diskussionen, die aus dem Themenbereich der Inneren Führung entstanden, hatte die Beschäftigung mit der Frage „Warum Soldaten?“ das Ziel, dem vermeintlich „freundlichen Desinteresse“ der Menschen unseres Landes auf kreative, interessante und niedrigschwellige Art zu begegnen. Die Frage ist offen gehalten – sie bietet Interpretationsraum und soll zum Hinterfragen anregen sowie neben den politischen Leitlinien Raum für persönliche Interpretationen und Lösungsmöglichkeiten bieten. Hierfür wurde folgender Weg gewählt:

Erstes Ziel war es, der terminologischen Versachlichung der Soldatinnen und Soldaten, die sich in der öffentlichen Wahrnehmung zu oft als „die Bundeswehr“ oder „die Streitkräfte“ wieder finden, die Gesichter der Menschen entgegenzusetzen, aus der diese Armee besteht.

Hunderte Soldatinnen und Soldaten stellten sich hierfür freiwillig zur Verfügung. Die große Anzahl der Bilder steht sinnbildlich für die Tausenden von Kameradinnen und Kameraden, die innerhalb militärischer Gliederungsformen Teil eines Ganzen sind. Dem hierarchischen und disziplinierten System deutscher Streitkräfte folgend sind diese Bilder exakt – militärisch – ausgerichtet.

Die abgebildeten Soldatinnen und Soldaten verfügen jedoch alle über ihren eigenen Charakter, eigene Überzeugungen, Wünsche und Hoffnungen. Dies wird jedoch erst beim näheren Hinsehen erkennbar, wenn aus der unüberschaubaren Vielzahl von Bildern die eigentlichen Individuen sichtbar werden.

Diesem streng ausgerichteten militärischen Abbild der Armee steht die Gesellschaft mit ihren Antworten auf die Frage: „Warum Soldaten?“ gegenüber. Insgesamt wurden hierfür 1500 Briefe versandt.

Die Verteilung der Briefe stellte sich wie folgt dar:

Öffentliche Verwaltung (Polizeien, Landes- und Bundesministerien, kommunale Verwaltungen): 15,6 % Politik (Mitglieder der hamburgischen und bremischen Bürgerschaften, des Berliner Abgeordnetenhauses, der Landtage, des Deutschen Bundestages, des Europaparlamentes): 22,6 % Wirtschaft: 13,2 % Gesellschaft (zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger): 48,6 %

Die Resonanz war enorm. Von den interessanten Einsendungen ermutigt, fanden in den Fußgängerzonen mehrerer Städte Befragungen mit der Kamera statt. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Konzeption des Projektes war die unbedingte Neutralität bei der Ausstellungsgestaltung. Alle Einsendungen sollten veröffentlicht werden, gleich ob positiv oder negativ, gleich, ob sie als Bild-, Brief- oder Film- dokument eingegangen waren. Auch eine Wertung der Einsendungen untereinander wurde vermieden.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert. Über ein Jahr hat die Gruppe der studierenden Offiziere und Offizieranwärter der Helmut-Schmidt-Uni-versität/Universität der Bundeswehr an der Umsetzung der Fragestellungen gearbeitet. Bei dem Projekt handelt es sich um eine sogenannte zusätzliche militärische Ausbildung. Die teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten aller Teilstreitkräfte haben sich freiwillig für das Projekt gemeldet und dieses neben dem anspruchsvollen Hochschulstudium vornehmlich in Ihrer Freizeit bearbeitet.

Absicht der Ausstellung sei es, die Gesellschaft zu einer Auseinandersetzung mit ihren Soldatinnen und Soldaten zu ermutigen. Ob positiv oder negativ gegenüber militärischen Optionen eingestellt, nichts sei angesichts der Herausforderungen an den heutigen Soldaten schlimmer als Ignoranz.

Die Ausstellung wird Mo bis Fr bis zum 15. Januar in der Zeit von 9:00 bis 17:00 zu sehen sein.

Quelle: warum-soldaten.de

Grußwort des Schirmherrn

Vor etwa einem Jahr klopften einige Studierende der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg an meine damalige Tür im Amt des Wehrbeauftragten. Sie berichteten mir von einem Vorhaben, das als Projekt unter dem Titel „Warum Soldaten?“ von den Offizieren und Offizieranwärtern der Bundeswehr-Universität entwickelt worden war. Als die Studenten mir das Projekt im Detail erläuterten, war ich sofort begeistert. Und das in mehrfacher Hinsicht. Neben dem aus meiner Sicht ebenso aktuellen wie wichtigen Thema des Projektes war ich vor allem vom Tatendrang und dem ansteckenden Optimismus der Studierenden beeindruckt. Ich machte ihnen deshalb Mut, dieses Vorhaben unter allen Umständen in die Tat umzusetzen und bot der Gruppe gleichzeitig an, das Projekt persönlich mit meinen Möglichkeiten zu begleiten. Gern übernahm ich deshalb die Schirmherrschaft.

Dass dieses Vorhaben innerhalb und außerhalb der Bundeswehr nicht nur Zustimmung und Wohlwollen auslösen, sondern auch Stirnrunzeln hervorrufen könnte, war mir von vornherein klar. Umso mehr freue ich mich heute gemeinsam mit den Studierenden und vielen Menschen, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.

Warum Soldaten? Ja, warum eigentlich Soldaten?
Auf diese einfache Frage gib es sicher keine einfache Antwort. Das darf uns alle aber nicht davon abhalten, die Frage in unserem Lande aufzuwerfen und gemeinsam nach Antworten zu suchen. Gerade bei uns in Deutschland gibt es leider keine breite gesellschaftliche Debatte über die Frage, wofür unsere Soldatinnen und Soldaten ihre Gesundheit und ihr Leben einsetzen. In der Regel wird nur in politischen Zirkeln und hinter verschlossenen Türen darüber diskutiert, was Deutschlands sicherheitspolitische Interessen sind. Und leider viel zu wenige Mitbürgerinnen und Mitbürger zeigen offen ihre menschliche Anteilnahme gegenüber den in den Auslandseinsätzen schwer belasteten Soldaten und deren Familien. Nach wie vor ist eher ein „freundliches Desinteresse“ zu vernehmen. Und spricht es nicht Bände, wenn Bundespräsident Horst Köhler, der dieses Wort vom „freundlichen Desinteresse“ prägte, selber an dem Versuch scheiterte, deutsche Sicherheitsinteressen zu konkretisieren? Umso dankbarer bin ich den Verantwortlichen der Projektgruppe, wenn mit der – wie ich finde – in jeder Hinsicht gelungenen Ausstellung „Warum Soldaten?“ dieser dringend notwendige öffentliche Diskurs angeschoben wird. Das Motto der Ausstellung macht neugierig. Die Ausstellung spricht für sich. Die einzigartigen und beeindruckenden Portraits von den Soldatinnen und Soldaten korrespondieren mit den vielfältigen, interessanten, kreativen und spannenden Reaktionen der zahlreichen alten, jungen, jüngsten, prominenten und weniger prominenten Mitbürger. Die Ausstellung regt nicht nur zum Nachdenken an. Nein, sie regt zum Mitdiskutieren und zum Mitmachen an.

Ich gratuliere von ganzem Herzen dem Projektteam zum großartigen Ergebnis ihrer Arbeit! Die Mühen haben sich gelohnt. Allen Beteiligten sage ich Respekt und Anerkennung für ihre beispielhafte Leistung. Der Ausstellung wünsche ich viele Besucher, die hoffentlich ebenso begeistert sein werden wie ich es bin.

Reinhold Robbe
Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages a.D.

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