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“Weihnachtswelthit”-Zensur – Radio 21-Funkstille Teil 2

Weiterhin herrscht eine „funkstille Nacht“ bei Radio 21. Höreranfragen gehen ins Leere, Experten wundern sich: Was ist nur los mit dem wochenlang angekündigten „Weihnachts-Welthit“, warum wurde er nur ein einziges Mal gespielt? (Teil 1 des Berichtes hier). Soll die Gerüchteküche gar bewusst brodeln, damit der Sender Schlagzeilen macht? Fragen über Fragen, auf die auch ein ausgewiesener Radioexperte keine echten Antworten weiß.

Da er immer noch im Geschäft und als Rundfunkberater tätig ist, möchte er sich nicht zwischen die Fronten begeben und namentlich nicht erwähnt werden. Er kennt den Radio 21-Geschäftsführer Steffen Müller persönlich. Es stimme zwar, dass Radiosender insgesamt verhindern wollen, Stars aufzubauen, um die Preise zu drücken. In der Regel verdienen Moderatoren heutzutage gut 150-200 Euro für eine 6-Stunden-Schicht. „Das ist ein Bruchteil dessen, was noch vor zehn Jahren möglich war, aber die Sprecher lassen es halt mit sich machen, weil sie auf die große Karriere im Fernsehen hoffen.” Anders verhält es sich allerdings mit den so genannten „Morningshows“.

“Müller müsste Struck dankbar sein”

„In der Radiobranche heißt es: „Alle Energie in den Morgen.“ Franky sei das Aushängeschild von Radio ffn oder Familie Schollmeyer für Hitradio Antenne. Darum ist das Verhalten von Radio 21 für mich nicht schlüssig. Die Regel steht im Widerspruch zur Entscheidung des Geschäftsführers. Steffen Müller müsste nach meiner Ansicht Kalli Struck dankbar sein, mit ihm dem Namen Oliver Peral mehr Dampf zu geben. Gerade ihm, der als altbekannter NDR2-Moderator noch lange nicht bei Radio 21 angekommen ist und keine Marke ist.“

Für Kalli Struck ist das Verhalten ebenso immer noch ein Rätsel. Auch, dass Müller zu bequem war, mit ihm das Gespräch zu suchen. Resigniert schrieb Struck dem Geschäftsführer ein Einschreiben und kündigte jede weitere Geschäftsbeziehung. Wörtlich heißt es: „Es ist sehr bedauerlich … dass Müller eine tolle Spendenaktion kaputtgemacht hat. Aus diesem Grund kündigen wir mit großer Enttäuschung unsere gesamten Werbeverträge mit Radio 21.“

“Ich musste meine Mitarbeiter schützen, gegen Gesetze zu verstoßen”

Das hätte Struck allerdings nicht machen sollen, glaubt der Experte, denn damit würde der Eindruck erweckt, er habe es doch nur wegen der Werbung getan. Offenbar hat Müller auf diesen Schritt gewartet, erst jetzt schreibt er eine Mail, die er auch uns zukommen lässt: Oliver Peral sei nicht am „Geschäftsführer von Radio 21 gescheitert, sondern … ist davor geschützt worden, gegen das niedersächsische Landesmediengesetz zu verstoßen. Dies zu verhindern, entspricht meiner Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitern, aber auch meiner Gesamtverantwortung.“

Dieser Erklärungsversuch bleibt weiterhin rätselhaft, hat doch die Landesmedienanstalt (NLM) erklärt, keine Bedenken zu haben. Auch bleibt unbeantwortet, warum Müller im Vorfeld keine Bedenken hatte – hat er tatsächlich über zwei Wochen lang seinen eigenen Sender nicht gehört? Der Experte bestätigt: „Selbst wenn die NLM Schleichwerbung erkennt, hätte sie den Sender lediglich davon in Kenntnis gesetzt und gebeten, den Song abzusetzen. Es wäre nichts weiter passiert und es gibt auch keine weitere Instanz über ihr.“

Was Müller also tatsächlich bewogen hat, das Lied aus dem Programm zu nehmen, bleibt weiterhin ein Rätsel. Immerhin lebt er damit den Radio 21-Claim: „Ich mache, was ich will.“

Hintergrund

Steffen Müller führt die Geschäfte beim Privatsender seit Ende 2010. Partner bei der Niedersachsen Radio GmbH & Co. KG sind mit 30 Prozent der Anteile die Heise-Medien Gruppe. Weitere Eigner sind Radio ffn mit 20 Prozent, Hit-Radio Antenne mit ebenfalls 20 Prozent und RTL mit 9,83 Prozent.

Hinter der HKM Medien GmbH stehen zu je einem Drittel Deutschlands größter Hörgeräte-Filialist Martin Kind, der Möbelhändler Robert Andreas Hesse und Steffen Müller. Vorher war Müller neun Jahre lang als Moira-Geschäftsführer an Hörfunksendern in Deutschland und Österreich beteiligt. Von 1995 bis 2001 hat er die Geschäfte von Hit-Radio Antenne geführt.

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Über den Autor

Peter Fehlhaber

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