Die Landtagsgrünen haben Wirtschaftsminister Bode vorgeworfen, mit Fehlinformationen über den Anteil importierter Hühner aus Dänemark für den Megaschlachthof in Wietze die “Öffentlichkeit irrezuführen”.
Nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (ABL) sollen mehr als die Hälfte der in Wietze geschlachteten Hühner nicht aus der Region kommen, sondern aus bis zu 80 Mastställen in Dänemark, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer heute in Hannover (CelleHeute.de berichtete). In der Beantwortung einer Anfrage des Grünen-Politikers habe Bode offenbar ungeprüft Angaben des Unternehmens Rothkötter übernommen und behauptet, der Anteil dänischer Hühnchen sei “kleiner als 1 Prozent”. Meyer: “Dieser offensichtliche Widerspruch muss umgehend aufgeklärt werden!”
Der Grünen-Politiker kritisierte, dass seine Anfrage nach konkreten Zahlen über genehmigte Ställe in den Nachbarkreisen um Wietze der Landesregierung seit Juli diesen Jahres vorliegt und bis heute nicht beantwortet worden ist. “Nach unseren Informationen hat es weder in der Region Hannover noch im Heidekreis bislang einen erfolgreichen Maststallneubau gegeben”, sagte Meyer. “Es kann nicht sein, dass das Land Hähnchen-Highways bis zur dänischen Grenze mit 6,5 Millionen Euro aus Steuergeldern fördert.”
Klärungsbedarf bestehe auch bezüglich der im Schlachthof Wietze gezahlten Stundenlöhne. Laut Arbeitsagentur wurden Niedriglöhne von 7,79 Euro ausgeschrieben. Auch sei es im Schlachtgewerbe anscheinend üblich, ausländische Arbeiter über Werkverträge zu einem Stundenlohn von 4 bis 5 Euro zu beschäftigen. Meyer: “Minister Bode hat im Plenum behauptet, die Löhne seien höher. Er kann dies aber nicht belegen und verweigert eine Antwort zu den real gezahlten Löhnen im Schlachthof. Die Millionensubvention des Landes für Billigarbeitsplätze und Tierfabriken in der Region werden immer zweifelhafter und müssen womöglich zurückgezahlt werden.”

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In der Beantwortung einer Anfrage des Grünen-Politikers habe Bode offenbar ungeprüft Angaben des Unternehmens Rothkötter übernommen und behauptet, der Anteil dänischer Hühnchen sei “kleiner als 1 Prozent”. Meyer: “Dieser offensichtliche Widerspruch muss umgehend aufgeklärt werden!”
Das kann schon mal passieren, wenn wichtigere Termine (z.B. die Eintragung ins goldene Buch der Gemeinde Wathlingen) den WiMi davon abhalten, sich um die Nebensächlichkeiten des Alltags zu kümmern. Da werden schon mal gerne Zahlen befreundeter Unternehmen ungeprüft als eigene Erkenntnis verlautbart. König Klaus der Selbstherrliche wird sich auch Fragen der unangenehmen Art gefallen lassen müssen. Niedriglöhne von 7,79 Euro sind ein untaugliches Argument, die Ansiedlung der Hühnertötungsfabrik in Wietze als grandiosen Erfolg zu verkaufen. Es kann natürlich auch sein, dass der Selbstherrliche die Meinung vertritt, 7,50 Euro Stundenlohn seien für sein Volk angemessen und völlig ausreichend. Wie sehr die Agrarindustrie unsere regierenden Lokalgrö0en im Griff hat, kann besser nicht dokumentiert werden,
Wann wird endlich der Maximallohn für Politiker eingeführt ?
Sagen wir mal 8,50 Euro Stundenlohn für deren Vetternwirtschaft !
@ Hofnarr2011
Warum so großzügig? Wird nach Leistung bezahlt, reichen 4 bis 5 Euro pro Stunde völlig.
Nicht zu vergessen, was da noch so rechts und links in welcher Form auch immer an die “Spitzen” der Regionalpolitik gezahlt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie den Pressesprecher für Rothkötter ganz umsonst geben.
@ Pro Animal
Ja stimmt, ich bin oft zu milde und großzügig ;)
So gesehen dürften die eigentlich gar keine Kohle mehr aus Steuermitteln erhalten, da sie quasi auf der Lohnliste der Wirtschaft stehen und doppelt und dreifach abkassieren !
Wem das eher nutzt oder schadet dürfte doch Jedem halbwegs Gebildeten klar sein…