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Celler Arbeitsmarkt zeigte sich stabil in Wirtschaftskrise

16.02.2011  •  Autor: Extern

Am Ende des Jahres 2010 lag die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Celle bei 7.076. Damit lag der Jahresendwert unter dem des Vorjahres, hier waren Ende Dezember 7.293 Erwerbslose zu vermelden gewesen, ein Rückgang um 3,0%. Dieser Abstand zum Vorjahr entwickelte sich erst in der zweiten Jahreshälfte, in den Sommermonaten lag die Arbeitslosigkeit auf dem Niveau des letzten Jahres, ab September sank die Arbeitslosigkeit dann zunehmend unter die Vorjahreswerte. Das gab am Mittag die Agentur für Arbeit in Celle bekannt.

„Eine langfristige Betrachtung der Arbeitslosigkeit zeigt, dass die Entwicklung des Arbeitsmarktes im von der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägten Jahr 2009 von einem nur geringen Anstieg geprägt war. Anfang des Jahres 2010 gab es mit einer moderat höheren Arbeitslosigkeit als im Vergleich zum Vorjahr letzte Auswirkungen der Krise, in der zweiten Jahreshälfte machte sich dann die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung auch in Celle bemerkbar. Insbesondere im Vergleich mit anderen Regionen hat sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Celle als stabil erwiesen“ bilanzierte Corinna Feltz-von Einem, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Celle.

Unterschiedliche Entwicklung der Rechtsgebiete
Sowohl zu Beginn der Wirtschaftskrise als auch mit Verbesserung der konjunkturellen Situation zeigten sich auf dem Arbeitsmarkt in erster Linie Auswirkungen auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III). Waren im März des Jahres 2010 noch 2.735 Erwerbslose aus dem Rechtskreis SGB III zu verzeichnen, sank dieser Wert bereits im April um erfreuliche 16% auf 2.297 arbeitslose Frauen und Männer ab.

Ende des Jahres bezogen dann 2.007 Erwerbslose Arbeitslosengeld. In der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) waren so deutliche Schwankungen nicht erkennbar. Erfreulich verlief die Entwicklung aber auch hier. Waren im Januar noch 5.301 Frauen und Männer im Leistungsbezug, sank dieser Wert im Dezember auf 5.069. „Die wirtschaftliche Erholung zum Ende des Jahres 2010 führte in beiden Rechtskreisen zu Rückgängen der Arbeitslosigkeit. Hier zeigt sich der Vorteil eines gemeinsamen, rechtskreisübergreifenden Arbeitgeberservices, der nach bestmöglicher Eignung Unternehmen Bewerber vorschlägt, und hierbei nicht darauf achtet, welche Art von Leistungen zum Lebensunterhalt bezogen werden“ erläuterte Feltz-von Einem die Entwicklung. Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Auch hier war im Jahresverlauf ein Rückgang der Werte auf Ende Dezember 9.121 Frauen und Männer in dieser Gruppe abzulesen.

Personengruppen am Arbeitsmarkt
Die günstige konjunkturelle Entwicklung hatte positiven Einfluss auf die Jugendarbeitslosigkeit. 896 jüngere Erwerbslose unter 25 Jahren wies die Statistik Anfang des vergangen Jahres aus, Ende des Jahres nur noch 744, ein Rückgang um 17,0%. Bei den älteren Arbeitnehmern (55 Jahre und älter) kam es zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, 1.079 Erwerbslosen zu Beginn des Jahres standen 1.126 am Jahresende gegenüber, ein Plus von 4,2%.

Deutliche Zunahme der Beschäftigungsangebote
Die Zahl der Stellen, die die Vermittler des Arbeitgeberservices der Agentur für Arbeit neu aufnehmen konnten, entwickelte sich rasant. 3.607 Stellen neu aufgenommen Stellen im Jahr 2009 standen 4.712 Stellen im Jahr 2010 gegenüber, ein Zuwachs von 23,6%. Positive Impulse waren im Gesundheits- und Sozialwesen, in den Verkaufsberufen und im Logistikbereich zu verzeichnen. Auch die Baubranche meldete vermehrt Arbeitskräftebedarf. Rückläufig zeigte sich dagegen die Mitarbeiternachfrage im Maschinebaubereich wie beispielsweise dem Anlagenbau. Die Entwicklung der freien Arbeitsstellen folgte dem bundesweiten Trend, auch im Landkreis Celle verlagerte sich die Beschäftigungsnachfrage weg von industriellen Arbeitsplätzen hin zu den Dienstleistungsbranchen.

Strukturdaten und Beschäftigtenzahlen
Mit dem Stichtag 31.12.2009 wies die Statistik für den Landkreis Celle eine Bevölkerung von 179.247 Einwohnern aus. Der Blick auf den Jahresverlauf der Bevölkerungsentwicklung ergibt einen Rückgang der Einwohnerzahlen um 881 Frauen und Männer. Erfreulicheres fördert der Blick in die Beschäftigungsstatistik zu Tage. Ende des Monats Juni 2010 waren im Landkreis Celle 55.378 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 296 mehr als noch vor einem Jahr. Auch diese Entwicklung bestätigt eine stabile Situation auf dem Celler Arbeitsmarkt, denn in den letzten 3 Jahren hat die Zahl der Beschäftigten jährlich zugenommen, seit 2007 um 2,96% (Vergleich der Juniwerte).

Neuorganisation der Grundsicherung
Ende des Jahres 2010 wurden die Weichen für eine gemeinsame Einrichtung von Landkreis Celle und Agentur für Arbeit Celle für die Betreuung der Grundsicherungsempfänger gestellt. Dies bedeutet, dass bis spätestens zum 31. Dezember 2011 alle organisatorischen Vorkehrungen getroffen sein müssen, um ab dem Jahr 2012 die Umsetzung der Grundsicherung gemeinsam durchführen zu können. „Das gemeinsame Jobcenter ermöglicht uns, dass beide Seiten, der Landkreis und die Agentur für Arbeit, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten gleichermaßen erfolgreich einbringen können. Dabei bauen wir auch auf die bereits seit mehreren Jahren gut funktionierende Zusammenarbeit. Eine besondere Herausforderung wird sein, dass die Umstellung im laufenden Betrieb erfolgen wird. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass den Kunden durchgängig die Leistungen und der Service vor Ort geboten werden können. Regelmäßig finden derzeit Arbeitstreffen zwischen Landkreis und Arbeit für Arbeit statt, so dass wir bereits intensiv in die Bewältigung der vielen Planungs- und Umsetzungsfragen im Hinblick auf das künftige Jobcenter im Landkreis Celle eingestiegen sind“ stellt Feltzvon Einem die aktuelle Situation dar.

Ausblick 2011
Die Bevölkerungsentwicklung und die Beschäftigtenzahlen des Landkreises Celle geben Hinweise auf die zukünftige Entwicklung. Bei einem Rückgang der Bevölkerung hat die Zahl der Beschäftigten zugenommen. „Damit ist auch für Celle der Fachkräftebedarf ein wichtiges Thema. In viele Branchen geht bereits aktuell die Auswahl an geeigneten, qualifizierten Bewerbern zurück. Dazu kommt die Entwicklung weg von den produzierenden Branchen hin zu reinen Dienstleistungsberufen, so dass sich die Strukturen des Arbeitsmarktes spürbar verändern. Hier sehe ich für die Agentur für Arbeit Celle die Aufgabe, durch gezielte Qualifizierung sowohl für Arbeitslose als auch für Beschäftigte zukunftsfähige Arbeitsfelder zu erreichen und zu erhalten. Besonders im Fokus stehen hier Geringqualifizierte. Auch dem Bereich der beruflichen Erstausbildung kommt weiterhin besondere Bedeutung zu. Rückläufige Bewerberzahlen bei zunehmendem Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften sind für die kommenden Jahre die klare Prognose, auch wenn in diesem Jahr der Aspekt des Doppelten Abiturientenjahrgangs kurzfristig noch einmal eine erhöhte Anzahl von gemeldeten Ausbildungsplatzbewerbern bringen wird. Neben der kompetenten Beratung und der Ausbildungsstellenvermittlung geht die Agentur für Arbeit Celle auch neue Wege. Ein Beispiel für ein direktes und unkompliziertes Konzept ist das des sog. Ausbildungsplatz-Speed-Datings, dass bereits Anfang des Jahres in Burgdorf und Celle stattfinden wird, und bei dem sich Schülerinnen und Schüler im direkten Gespräch mit Personalverantwortlichen bewerben können und Tipps und Tricks für die Berufswahl erhalten“ erläutert Feltz-von Einem die Schwerpunkte des Jahres 2011.

Bei der Frage, wie sich die Arbeitslosigkeit für den Landkreis Celle konkret in diesem Jahr entwickeln wird, ist auf die bundesweiten Prognosen zu verweisen. „Nahezu alle Wirtschaftsforschungsinstitute gehen von weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen aus, und dies wird auch für Celle gelten. In welcher Größenordnung dies erfolgt, ist von vielen komplexen Komponenten abhängig. Erfreulich wäre eine Arbeitslosigkeit im Landkreis Celle, die die Grenze von 7.000 Erwerbslosen dauerhaft unterschreitet“ so Feltz-von Einem abschließend.

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