Der Kreisausschuss des Landkreises Celle hat in seiner jüngsten Sitzung per Mehrheitsbeschluss entschieden, auf eine Ausschreibung für 100 Prozent erneuerbare Energien bei der Stromversorgung für die Liegenschaften des Kreises zu verzichten.
Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Kreistagsfraktion bereits im vergangenen Jahr gestellt. „Der Landkreis Celle vergibt damit eine enorme Chance bei der Energiewende“, bedauert SPD-Fraktionsvorsitzender Maximilian Schmidt das Abstimmungsergebnis.
Hintergrund der Entscheidung war die Ausschreibung der Stromversorgung der Kreis-angehörigen Gebäude und Einrichtungen für die Jahre 2013 und 2014. Der Landkreis ist dabei einer der größten Stromverbraucher in der Region: In 10 Gemeinden des Kreises stehen Kreisliegenschaften an 35 Standorten, die zusammen eine Nettonutzfläche von über 235.000 m² umfassen – vor allem die vielen Schulstandorte gehören dazu. Pro Jahr setzt die „öffentliche Hand“ Landkreis rund 1 Million Euro für Strom um. Das Volumen ist groß und hätte laut Schmidt eine erhebliche Bedeutung: „Mit einem klaren Signal für erneuerbare Energien hätte der Kreis eine Spitzenposition einnehmen können – stattdessen bleibt es in der Konsequenz bei Atomstrom und fossilen, also endlichen Brennstoffen. Der Kreis hätte eine Vorbildfunktion gegenüber privaten und gewerblichen Stromkunden einnehmen können.“, meint der SPD-Politiker.
„Wer die Energiewende will, der muss sie machen, statt nur davon zu reden. Dabei können wir vor Ort auf starke Partner zählen: Die SVO leistet bei den erneuerbaren Energien Pionierarbeit. Statt gemeinsam ein Modell zu erarbeiten, hat sich eine Mehrheit im Kreisausschuss lieber für den Status quo entschieden – ohne sich einen Millimeter zu bewegen, ohne alle Optionen zu prüfen. Das Fazit lautet: Wenig mutig, wenig zukunftsorientiert – einfach eine Politik von vorgestern“, so Schmidt.