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Zoff um neuen Denkmalpfleger – Unabhängige missbilligen Einstellungsprozedur *aktualisiert*

“Sehr geehrter Herr Mende, Ihre Vorgehensweise bei der Einstellung des neuen Denkmalpflegers missbilligen wir auf das Schärfste”, lassen die Unabhängigen – Bürger für Celle, Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende in einem Schreiben wissen. Weiter schreibt der Fraktionsvorsitzende Dr. Udo Hörstmann:

“Es ist Ihnen wohl bekannt gewesen, dass sich meine Fraktion dafür eingesetzt hat, diese Entscheidung bis zum Verwaltungsausschuss am 7.2.2012 zu verschieben, da wir noch Beratungsbedarf gesehen haben und wir Ihr Vorgehen in dieser Angelegenheit für einen „Eilritt“ erachtet haben. Nachdem der gewählte Bewerber zurückgezogen hat, hätten wir erwartet, dass ein zusätzlicher Kandidat sich noch hätte vorstellen sollen. Die Unterlagen wären mit genügend Vorlauf an die Ratsmitglieder versandt worden und man hätte eine ausgewogene Wahl treffen können.

Die Position des Denkmalschützers in Celle ist zu wichtig, als dass man sie „verramschen“ könnte. Wir erwarten daher, dass eine erneute Ausschreibung erfolgt, so wie in unserem beigefügten Antrag dargestellt. Sollten Sie weiterhin die Absicht haben, den VA zu umgehen, behalten wir uns weitere Schritte vor.”

Hintergrund: Der ursprünglich ausgewählte Kandidat ist der Presse vorgestellt worden, aber dann überraschend abgesprungen. Darum haben wir bisher nicht darüber berichtet. 68 Bewerbungen seien im anonymisierten Bewerbungsverfahren bei der Stadt eingegangen. Zwei Bewerber hatten sich sich vor dem Verwaltungsausschuss vorgestellt. Nun sollte Gisbert Knipscheer zum 1.4. sein Amt antreten.

OB Mende erklärte gegenüber CelleHeute.de:

„Ich verwahre mich entschieden gegen derlei Anwürfe! Weder wurde der VA umgangen, noch wurde die Position des Denkmalpflegers „verramscht“. Es ist schon bemerkenswert, wie die UNABHÄNGIGEN die demokratische Meinungsbildung ihrer Ratskollegen bewerten. Denn sowohl im Personalausschuss als auch im Verwaltungsausschuss wurde die Besetzung der Stelle des Denkmalpflegers ausführlich beraten. Ein Antrag auf Vertagung der Entscheidung wurde in beiden Gremien mit großer Mehrheit abgelehnt. Dies soll aber nun wohl durch die Hintertür erreicht werden.

Ich stimme Dr. Hörstmann zu, dass eine funktionierende Denkmalpflege enorm wichtig für unsere Stadt ist. Es gab lediglich zwei herausragende Bewerber, von denen es nunmehr einer in Kürze werden soll. Es gibt also keinen Grund für eine erneute, zeitintensive Ausschreibung, die obendrein einige tausend Euro verschlingen würde.

Jetzt eine weitere Person aus einem quasi chancenlosen Bewerberfeld vorzuführen, um doch wieder bei der zuvor getroffenen Entscheidung zu landen, würde den guten Ruf der Stadt Celle als Arbeitgeber schädigen.

Es ist im Übrigen nicht der Rat, der derartige Entscheidungen zu treffen hat. Der VA entscheidet abschließend. Und dort gab und gibt es eine breite Zustimmung sowohl für das Procedere als auch für die von der Verwaltung ausgewählten Kandidaten. Eindrucksvoll bestätigt wurde dies durch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zweier gleichwertiger Bewerber und eine denkbar knappe Entscheidung.“

 

Antrag der Unabhängigen – Bürger für Celle:

Der Rat möge beschließen:

Die Auswahl von Kandidaten für den höheren Dienst und vergleichbare Angestelltenstellen in der Stadtverwaltung wird wie folgt durchgeführt.
1. Eine Vorauswahl der Kandidaten erfolgt durch die Verwaltung.
2. Es sollen mindestens 2, möglichst 3 Kandidaten vorgeschlagen werden.
3. Die Fraktionen können den Kandidaten schriftliche Fragen vorlegen, die von diesen zum Vorstellungstermin auch schriftlich zu beantworten sind.
4. Der Rat entscheidet dann in seiner Gesamtheit, welcher Kandidat die Stelle zukünftig einnehmen soll.

Begründung:
Die Wichtigkeit der zu besetzenden Stellen zeigt uns, dass dies Entscheidungen sind, die vom gesamten Rat getroffen werden sollten, umso ein mehr an Transparenz zu schaffen, die Verantwortlichkeit für die Einstellung jedem Ratsmitglied zu verdeutlichen und für den Kandidaten selbst das Bewusstsein zu schaffen, sich einer breiten Zustimmung gewiss sein zu können.

Mit diesem Antrag werden die Konsequenzen aus dem völlig unbefriedigendem Verfahren bei der Besetzung des Denkmalschützers gezogen. Zur Vermeidung von Wiederholungen nehmen wir in so weit auf das beigefügte Schreiben an OB Mende Bezug.

 

 

Lebenslauf Gisbert Knipscheer

* 04.06.1962 in Duisburg

SCHUL- UND HOCHSCHULAUSBILDUNG
1990 Diplom Architekturstudium, Technische Universität Berlin
Praxisprojekt “Bonhoeffer–Haus”, Berlin, ausgeführtes Projekt
Mitinitiator des DAAD-Studentenaustausches mit der TU-Delft
1 Jahr Auslandsstudium TU Delft, Niederlande
Diplomarbeit “Wiedernutzung einer Industriebrache am Duisburger Innenhafen”

2011 Master Denkmalpflege, Technische Universität Berlin
Masterarbeit „Zossen, Brandenburg. Die Kalkschachtöfen“
Bestandserfassung und Bewertung

BERUFSERFAHRUNG
1991 Architekturbüro BauCoop Köln (Artur Mandler /Wolfgang Felder)
Mitarbeit am eingeladenen Wettbewerb
“Dienstleistungspark Duisburg-Innenhafen” (IBA – Emscherpark), 2. Preis von 6 Teams

1991 Architekturbüro Kurschat, Berlin
Holzgutachten für ein denkmalgeschütztes “Einküchenhaus” in Berlin Schöneberg
Mitarbeit bei Erhebung, Kartierung, Bericht

1991 Architekturbüro Quick Bäckmann Quick, Berlin
Modernisierung einer Stahlwerkssiedlung in Wildau bei Königs-Wusterhausen
Aufmaß, Bestandszeichnungen, Grundlagenermittlung, Entwicklung von
Modernisierungsvarianten, Massenermittlung

1992-2009 Büro Winfried Brenne Architekten, Berlin
Mitarbeit und federführende Projektbearbeitung in verschiedenen Projekten
Neubau und Altbau, insbesondere bei denkmalgeschützten Objekten
Neubau
Planungen für Wohn- und Geschäftshäuser
Altbau/Denkmalpflege
Planungen für denkmalgeschützte Objekte, überwiegend ab Mitte 1920er Jahre
Wohnsiedlungen, Einzel-Wohnhäuser, Schulbauten
Erhebung und Dokumentation
Analyse und Konzeptentwicklung
Erstellung von Maßnahmen- und Modernisierungskatalogen
Genehmigungsplanung
Ausführungsplanung

seit 2011 freischaffende Planer-Tätigkeit
Bauen im Bestand
Umbau park inn – Hotel, Berlin für großflächigen Einzelhandel
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung

2010-2012 ehrenamtliche Mitarbeit Buchveröffentlichung
Architekturführer zu Bauten der Berliner Elektrizitätswirtschaft

Herausgeber: Landesdenkmalamt Berlin, erscheint 2012

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