“Zur Ruhe kommen” – So erlebten Celler Entscheidungsträger Weihnachten
Wie feiern Sie Weihnachten? Was bedeutet Weihnachten für Sie? Diese Fragen stellten wir unseren politischen Vertretern – so unterschiedlich ihre politischen Ansichten, so unterschiedlich die Antworten – in alphabetischer Reihenfolge.
Thomas Adasch, CDU-Landtagsabgeordneter
“Weihnachten ist für mich das wichtigste Fest im Jahr. Ich freue mich da riesig drauf, weil man da mal zur Besinnung kommt und neue Gedanken fassen kann. Ich feiere das traditionell in einem sehr ruhigen Rahmen. Meine Frau und ich werden am Heiligen Abend bei meiner Mutter und ihrem Mann sein, am ersten Weihnachtstag bei meinen Schwiegereltern. Die Großmutter meiner Frau kommt zu uns, und am zweiten Weihnachtstag gönnen wir uns einen Tag allein.
Ich bin gläubig und denke christlich, insofern ist es für mich ein bedeutendes Fest. Ich freue mich über die Geburt Jesu. Für mich ist Weihnachten kein Kommerz, sondern es ist ein Fest, das einem immer noch nahe geht.
Heiko Gevers, CDU-Fraktionschef
Weihnachten feiern wir mit Kirchgang, Tannenbaum und gutem Essen, Gesprächen in der Familie und etwas Ruhe; mit einem guten Buch vor der Nase und einem Glas Rotwein; mit Geschenken und strahlenden Augen der Großkinder.
Weinachten bedeutet etwas innehalten; nachdenken über den christlichen Glauben als Ursprung des Festes, an dem Christus geboren wurde.
Stephan Kassel, Stadtrat
“Bereits im vergangenen Jahr konnten wir ja erstmalig in Celle Weihnachten feiern. Dieses Jahr ist es aber wiederum etwas besonderes, denn es ist das erste Weihnachten mit gemeinsamem Wohnsitz. Nun muss meine Lebensgefährtin nicht mehr pendeln, nachdem auch sie im Oktober ihren beruflichen Mittelpunkt nach Niedersachsen verlegen konnte. Daher werden wir nicht verreisen, sondern in Celle bleiben und uns von den Eltern und Verwandten besuchen lassen – wenn alle gut durch die wetterbedingten Verkehrsstörungen kommen. Auf dem Speiseplan stehen Fisch am Heiligen Abend, Gans am 1. Weihnachtstag und Wild aus heimischer Jagd am 2. Feiertag.
Die Weihnachtszeit ist für mich eine Zeit des Ausruhens und der Besinnung. Es ist aber auch traditionell die Zeit, im Familienkreis zu sein oder nach den Feiertagen langjährige Freunde zu treffen, die während des Jahres auch wenig Zeit dafür zur Verfügung haben.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern von CelleHeute ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.”
Kirsten Lühmann, SPD-Bundestagsabgeordnete
“Dieses Weihnachten wird sehr ruhig werden. Unsere älteste Tochter feiert Heiligabend mit Mann und Kind. Unsere mittlere Tochter ist in Indien und arbeitet dort mit behinderten Frauen und Waisenkindern. Lediglich die Jüngste wird diese Jahr bei uns sein. Am Heiligabend werden wir uns um 10.30 Uhr vor dem Computer versammeln und mit Sarah in Indien skypen. Sie hat mit den Kindern deutsche, tamilische und englische Weihnachtslieder eingeübt und sicher viel zu dem Gottesdienst bei 30 Grad Wärme und Monsun zu erzählen.
Danach ist es Tradition, den Weihnachtsbaum zu schlagen. Wenn dieser geschmückt ist, gibt es das Essen und eine kleine Bescherung. Um 22.00 Uhr treffen wir uns traditionell mit der ganzen Familie und Bekannten beim Gottesdienst. Am ersten Feiertag gehen wir wieder in die Kirche, wo eine von uns die Lesungen vorträgt.
Der zweite Feiertag ist der Familie vorbehalten: Miriam kommt mit Mann und Kind zum Mittagessen, und zum Kaffee werden auch meine Eltern und mein Bruder aus der Schweiz erscheinen.
Weihnachten ist für mich das Fest der Liebe und der Vergebung. Genauso wichtig ist eigentlich die Adventszeit mit der Besinnung und der Vorfreude. Leider wird diese Zeit durch den Kommerz (Lebkuchen schon im Oktober) und die Hektik in vielen Berufen (der Jahresabschluss muss noch fertig gemacht werden, die Lieferung muss noch raus oder im Bundestag müssen noch dringend Gesetze verabschiedet werden, die ab dem 01. Januar in Kraft treten sollen) entwertet. Dabei war die Adventszeit früher sogar eine Fastenzeit!
Für die heutige Zeit wünsche ich mir, dass das Geschenk der Menschwerdung Gottes wieder mehr in das Bewusstsein rückt. Mit diesem Geschenk begann der Paradigmenwechsel von der Kultur des Auge um Auge, Zahn um Zahn zu der Kultur der Vergebung und der Nächstenliebe ungeachtet von gesellschaftlichem Stand, Geschlecht, Nationalität oder Vermögen. Auch ich muss mir hin und wieder in das Bewusstsein rufen, dass mit ein bisschen mehr Vertrauen in dieses Geschenk sowohl beim Zusammenleben in der Familie und in unseren Kommunen als auch beim Wirken in der großen und kleinen Politik Selbstdarstellung und Missgunst weniger wichtig würden. Mit dem Blick auf die Botschaft von Weihnachten können wir unser Handeln mehr auf Vertrauen, Vergebung und das Gemeinwohl ausrichten. Ich denke, der Versuch lohnt sich – immer wieder auf’s Neue!”
(Anm d. Red.: Lebkuchen gibt es schon Ende August…)
Dirk-Ulrich Mende, Oberbürgermeister
“Weihnachten feiern wir im Kreis der Familie. Ich freue mich, dass meine Kinder, die sich bereits im Studium befinden, nach Celle kommen und wir ein paar Tage gemeinsam verbringen können. Unsere üblichen Rituale haben sich verändert, seitdem wir in Celle wohnen. Nun werde ich wie im vergangenen Jahr Heiligabend zum Teil gemeinsam mit meiner Frau zunächst ein paar Besuche bei den Einrichtungen machen, die Heiligabend ihren Dienstbetrieb aufrecht halten müssen, um mich bei den Menschen zu bedanken, die eben nicht Weihnachten mit der Familie feiern können, sondern sich im Interesse der Allgemeinheit engagieren. Dieses Jahr bin ich beim AKH, bei der Immelmann Kaserne und bei der Celler Tafel.
Am späten Nachmittag werden wir in der Familie gemeinsam Kaffee trinken und singen, bevor es dann zur Bescherung geht. Ein großes Essen findet dann am Abend nicht statt, sondern Kartoffelsalat und vegetarische Würstchen stehen auf dem Programm, und dann steht noch der Besuch der Kirche an.
Weihnachten ist für mich, neben der christlichen Bedeutung, ein ganz wichtiges Fest, bei dem sich die Familie trifft und ein paar Tage in einer ganz besonderen Stimmung miteinander verbringen kann.”
Rolf Meyer, SPD-Landtagsabgeordneter
“Ich feiere Weihnachten zu Hause und freue mich, wenn die überall verteilten Kinder zusammenkommen. Das wird bei uns eine ruhige Angelegenheit, weil ich froh bin, mal keine Termine zu haben und außer Haus gehen muss. Und ich freue mich über den Schnee, damit ich auch wirklich zuhause bleiben kann.
Weihnachten ist für mich eher das Fest der Familie, der religiöse Hintergrund steht bei uns nicht im Mittelpunkt.”
Jens Rejmann, SPD-Fraktionschef
“Weihnachten ist für uns ein Fest in und mit der Familie. Weihnachten ist die Zeit zur Besinnung über das Vergangene und Zukünftige – und eine Gelegenheit an die Menschen zu denken, die mit Hunger, Tod und Kriegen zu kämpfen haben.”
Maximilian Schmidt, Kreis-SPD
“Ich feiere Weihnachten nicht spektakulär, aber richtig familiär. Am Heiligabend sind wir im engsten Familienkreis zusammen, wichtiger noch als die Bescherung ist das traditionelle Raclette-Essen. Das ist das Zusammensein, auf das ich mich über das ganze Jahr hinweg am meisten freue. Nach dem heiligen Abend kommt dann die heilige Nacht: Die Meisten im Freundeskreis sind im Landkreis verstreut – wir treffen uns dann in Celle und feiern richtig – deswegen fängt der 1. Weihnachtsfeiertag meistens auch erst mittags an…
Weihnachten ist für mich ein Familien- und Freundesfest. Wir feiern, dass wir zusammen sind – und dass wir uns gegenseitig gern haben. Freunde treffen, mit Eltern, Großeltern und vor allem meinem kleinen Bruder Zeit am Stück zu verbringen, der sonst in Berlin studiert – das mag ich an Weihnachten. Und in der Zeit zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel ist auch genug Zeit, um nachzudenken, zu schreiben, ein paar Bücher durchzulesen – echte Qualitätszeit eben!”
Dr. Susanne Schmitt, 1. Stadträtin
“Ich feiere Weihnachten ganz traditionell im Kreise meiner Familie. Wir sind zu Hause, gehen Abends in die Kirche und dann gibt es Bescherung und Fondue.
Weihnachten ist die Zeit, in dem Streit beigelegt wird und die Menschen sich auf ein friedvolles Miteinander besinnen sollten. Wichtig ist an Weihnachten, einmal das Tagesgeschäft ruhen zu lassen und über die wirklich wichtigen Dingen nachzudenken.”
Torsten Schoeps, Wählergemeinschaft
“Seit 51 Jahren bin ich immer zu Hause und nicht irgendwo auf der Flucht in der weiten Welt. Zuhause ist für mich da, wo ich mit Menschen zusammen sein darf, die mir etwas bedeuten. So feiern wir Weihnachten zu Hause stets mit drei bis vier Generationen der Familie und Freunden. Dazu Heiligabend der Kirchgang – am liebsten begleitet von viel Schnee – und anschließend die Geschenke. Und am späten Abend eine Feuerzangenbowle. Am ersten Weihnachtstag gibt’s dann die selbst zubereitete Weihnachtsgans – und wieder sitzen alle an einem Tisch.
Weihnachten ist für mich ein Augenblick der Stille, ein Zeichen der Zuneigung, ein Lächeln, das das Eis zwischen Menschen bricht und ihnen den Weg zueinander erleichtert, ein Gefühl der Geborgenheit und des Angenommenwerdens…
Das Miteinander mal ohne große Hast und Eile – das ist Weihnachten, das göttliche Geschenk, das uns Gott der Vater mit seinem Sohn Jesus Christus, der Mensch wurde, jedes Jahr aufs neue bereitet.
Eine gute (Weihnachts)Zeit für alle Menschen wünscht Torsten Schoeps.”
Wolf Wallat, Die Linke
“Ich brate in diesem Jahr das erste Mal eine Weihnachtsgans mit Maronen und gehe in die Kirche.”
Steffen Weiss, JU-Vorstand
“Ich feiere Weihnachten klassisch mit meiner Familie und abends noch einmal mit meinen Freunden. Es ist ein Fest, das für mich eine religiöse Bedeutung hat. Weihnachten bedeutet die Ankunft Jesu auf der Erde und ich werde, wie jedes Jahr, in der Pauluskirche im Posaunenchor mitspielen und freue mich sehr darauf.”
Klaus Wiswe, Landrat
“Weihnachten bedeutet für mich einfach mal Luft holen. Die Kinder sind außer Haus und kommen, das ist immer sehr nett. Ich versuche es irgendwie hinzubekommen, dann auch mal in die Kirche zu gehen. Das klappt nicht immer – aber einfach mal Luft holen und Kraft sammeln, das ist Weihnachten.
Es hat durchaus etwas Christliches – über Dinge nachdenken und zur Besinnung kommen. Im Kreistag geht es um hautnahe Sachen, die uns beschäftigen, aber es gibt noch mehr im Leben und es gibt nach meiner Überzeugung auch ein Leben nach dem Tod – es wäre ja sonst eine “furchtbare Verschwendung von Ressourcen”, wenn nach dem Tod einfach Schluss wäre. Wir alle werden’s irgendwann wissen, aber wir werden es allen anderen nicht erzählen können.”
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